Fußball-Nationalspieler waren oft in Rodgau zu Gast

Wette gewonnen: Es war doch Sepp Maier

Seine Wette gewonnen hat Leser Wolfgang Hahn: Es war Sepp Maier, der damals Autogramme gab.
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Seine Wette gewonnen hat Leser Wolfgang Hahn: Es war Sepp Maier, der damals Autogramme gab.

War es Sepp Maier, der in Dudenhofen beim ehemaligen Toom-Supermarkt Autogramme gegeben hat oder war Franz Beckenbauer zu Gast gewesen? Diese Frage hatten wir neulich unseren Lesern gestellt.

Rodgau - Doch erst mal zur ganzen Geschichte: Wolfgang Hahn erinnert sich einfach nicht mehr richtig an das Ereignis, bei dem auch sein Sohn als kleiner Junge mit von der Partie war. Er wusste noch, dass Jürgen Grabowski, die Ski-Asse Maria und Irene Epple und eben Sepp Maier beteiligt waren. Der Sohn aber behauptete steif und fest, es sei Franz Beckenbauer gewesen. Vater und Sohn wetteten daraufhin um einen Kasten Bier und ein Cordon bleu (in einem Rödermärker Gasthaus).

Der Leser wandte sich zur Lösung des Problems an die Lokalredaktion Rodgau. Da unsere Archivierungs- und damit auch Suchmöglichkeiten häufig arg überschätzt werden, konnten wir dem Mann mit den mageren Angaben „irgendwann in den 80er Jahren“ leider nicht weiterhelfen. Die einzige Möglichkeit, eine Antwort zu bekommen, sahen wir darin, unsere Leser zu fragen. Also gaben wir das Ansinnen weiter. Und siehe da: Immerhin zwei Personen meldeten sich, die sich erinnern konnten.

Eine Dame aus Dudenhofen, die aber namentlich nicht genannt werden möchte, wurde gar in ihrem Fotoalbum fündig: Im Band 1980/81 stieß sie auf Farbbilder von dem medienwirksamen Ereignis. Und tatsächlich ist Sepp Maier bei der Autogrammstunde in Dudenhofen beim Signieren zu sehen. Die Frau aus Dudenhofen erinnert sich, dass es damals häufig Veranstaltungen mit Prominenz gegeben hat. Zum Beispiel Peter Maffay soll dort gewesen sein.

Aber auch Beckenbauer war in Rodgau zu Besuch: Werner Stock weiß noch genau, dass der Kaiser in den frühen 80er Jahren bei einem Sponsorenspiel mit Altfußballern der Nationalmannschaft beim TSV Dudenhofen gegen eine Weiskircher Elf aufgelaufen ist. Ein übermotivierter Weiskircher Abwehrspieler traf Beckenbauer unglücklich am Fuß. „Daraufhin hat der Gott-Kaiser den übel zusammengestaucht und ist bebend vor Zorn vom Platz.“ Einem anderen Leser fiel ein, dass er Ende der 80er bei einer Signaturstunde am Toom in Dudenhofen war. „Damals gaben Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und ein schlecht gelaunter Gerd Müller Autogramme“, schreibt er in seiner Mail.

Inzwischen hat auch Wolfgang Hahn in seiner Bilderkiste gestöbert und sogar eigene Fotos von beiden Veranstaltungen gefunden. Seit 1972 ist er nämlich Bayernfan. Das war er schon, als er noch in der DDR lebte. „Ich habe die Bayern zum ersten Mal im Fernseher gesehen, als sie damals gegen Dynamo Dresden im Landesmeistercup gespielt haben“, erinnert er sich.

Der Leser stammt aus dem „Tal der Ahnungslosen“, wie die Gegend um Dresden genannt wurde, die kaum Möglichkeiten hatte, Westfernsehen zu empfangen. 1984 reiste Hahn mit seiner Familie in den Westen aus. Jetzt freut sich der Fußballfan auf sein Cordon bleu, das der Sohn ihm spendieren muss, sobald die Lokale wieder geöffnet haben.

Von Simone Weil

Mit Föhnfrisur, Schnauzbart und Pilotenbrille: Auch Jürgen Grabowski gehörte zu den Promi-Gästen.

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