Gelungene Unternehmensnachfolge in Rodgau

Vom Mitarbeiter zum Geschäftsführer

Thomas Rieth (links) und sein Nachfolger Mario Albrecht (rechts) sind schon ein eingespieltes Team.  Sie freuen sich auf weitere erfolgreiche Zusammenarbeit.
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Thomas Rieth (links) und sein Nachfolger Mario Albrecht (rechts) sind schon ein eingespieltes Team.  Sie freuen sich auf weitere erfolgreiche Zusammenarbeit.

Während die Nachfolge in vielen Unternehmen Probleme aufwirft, glückte der Übergang bei der Rieth Maschinenhandel GmbH in Rodgau reibungslos. Firmenchef Thomas Rieth hatte 2020 mit den Nachfolgeplanungen begonnen. Zum 1. Juli übergab er seine Firma an Mitarbeiter Mario Albrecht, der sie weiterführt als Rieth Maschinenvertrieb GmbH.

Jügesheim - Wer mit den beiden spricht, der merkt sofort: Hier haben sich zwei gesucht und vor allem gefunden. Rieth und Albrecht verbindet mehr als das reine Geschäftsinteresse. Wertschätzung, Vertrauen in die Fähigkeiten und in die Persönlichkeit des jeweils anderen: Das sind zwei Eckpfeiler ihres Miteinanders. „Ich habe Töchter. Jetzt habe ich auch einen Sohn“, setzt Thomas Rieth noch eins drauf. Kann man seinem Nachfolger ein schöneres Kompliment machen?

Der gelernte Schreiner und frühere Handelsvertreter aus Offenbach-Bieber ist mit seinem Maschinenhandel seit 20 Jahren am Markt. Zehn Jahre arbeitete die Firma in Erlensee, seit zehn Jahren ist die Hans-Böckler-Straße 3 im Jügesheimer Gewerbegebiet der Firmensitz.

Spezialmaschinen fürs Handwerk kommen aus Rodgau

Die Hallen dort verlassen Spezialmaschinen für das Holz und Kunststoff verarbeitende Handwerk: CNC-Technik, Absaugtechnik, Heizungstechnik, Zerspanungstechnik, aber auch Klassiker wie Abricht-Hobel. Alles produziert von deutschsprachigen Premiumherstellern.

Zum Geschäft gehören der Vertrieb der Ware, aber auch Service und Wartung – alles in der Region 100 Kilometer rund um Frankfurt. Zu den Kunden zählen die Schreinereien zum Beispiel der Städtischen Bühnen Frankfurt, des Städel, der Uniklinik, des Sana-Klinikums Offenbach und diverser Berufsschulen.

Auch Mario Albrecht ist gelernter Schreiner. Der gebürtige Hanauer stieß 2018 zur Rieth Maschinenhandel GmbH und war dort zunächst im Außendienst und Vertrieb tätig, später dann im Innendienst. Sein Chef und er lernten einander schätzen – und langsam keimte im Angestellten Mario Albrecht die Idee, er könnte auch Geschäftsführer sein.

Das passte gut zusammen mit den Wünschen, die Thomas Rieth an seine Zukunft hat. Und so kamen der 57-Jährige und sein Mitarbeiter über die Nachfolge ins Gespräch. Zumal sich Albrecht für diese Frage im Prinzip schon immer interessiert und privat belesen hatte.

Der bisherige Firmenchef bleibt als Berater erhalten

Für den Neuen ist es nun ein Segen, dass ihm Thomas Rieth im Nachfolgeunternehmen als geschäftsführender Berater zur Seite steht. „Nur an den Montagen arbeite ich nie mehr“, freut sich der erfahrene Geschäftsmann.

Alle 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden übernommen. Die Personalverantwortung liegt bei Mario Albrecht, im Vertrieb bleibt Thomas Rieth eine maßgebliche Stütze. Auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeinschaft westeuropäischer Maschinenhändler bringt er sein Wissen weiterhin ein.

Kaum, dass es das Ruder übernommen hat, hat der 30-jährige neue Chef schon die ersten Weichen gestellt und in die Digitalisierung der Firma investiert. Er etablierte ein Warenwirtschaftssystem, das die Arbeit auch im Service und Außendienst modernisiert.

Die Abwicklung der Nachfolge hatte die Sparkasse Offenbach begleitet. Ihr war es dank bester Erfahrungen mit der Rieth Maschinenhandel GmbH ein Leichtes, prima Konditionen anzubieten. Finanzierungsmöglichkeiten, Varianten zur Übergabe des Unternehmens und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau wurden besprochen. Auch Themen wie langfristige Unternehmensplanung, Absicherung von Risiken im Unternehmen, Zahlungsverkehr und Altersvorsorge des neuen Inhabers standen im Fokus.

Jetzt ist der Übergang geschafft. Mario Albrecht und Thomas Rieth sind voller Tatendrang und sagen optimistisch: „Da brennt nix an.“ (Von Bernhard Pelka )

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