Rodgauer Verein

Schock nach verheerender Katastrophe - Verein kämpft um Zukunft

Das war ein Schock! Solche Anblicke boten sich den Vereinsmitgliedern nach dem verheerenden Sturm.
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Das war ein Schock! Solche Anblicke boten sich den Vereinsmitgliedern nach dem verheerenden Sturm.

Die Ortsgruppe Jügesheim des Vereins für Deutsche Schäferhunde kämpft nach schweren Katastrophen um die Zukunft.

Jügesheim – Erst der Sturm, dann Corona: Die Ortsgruppe Jügesheim des Vereins für Deutsche Schäferhunde kämpft aktuell mit den Folgen gleich zweier Katastrophen. Der Verein muss sich quasi neu erfinden, weil die Aktivitäten seit dem Unwetter vom 18. August 2019 in Jügesheim und dem dann nahtlosen Übergang in die Pandemie praktisch zum Erliegen gekommen sind.

Schon auf der Zufahrt zum Vereinsgelände wird klar: Die Schäden, die der Sturm vom 18. August 2019 mit brachialer Gewalt auf dem weitläufigen Areal jenseits der B 45 Am Nehlsee bei den dort beheimateten Vereinen angerichtet hatte, wirken immer noch nach. Das Wäldchen gibt es in seiner früheren Dichte nicht mehr. Überall stehen noch abgeknickte Nadelbäume, teils ist das ein Bild der Zerstörung. Meterhoch türmen sich am Wegrand Holzstapel, die darauf warten, abtransportiert zu werden.

Rodgau: Sturm sorgt für Schäden

Hart getroffen hatte es damals den Verein für Deutsche Schäferhunde. 27 Bäume (selbst robuste Eichen) fielen auf dem Gelände um. Einige zerschmetterten den überdachten Freisitz, der bei so vielen Veranstaltungen beliebter Treffpunkt gewesen ist. Auch der 40 mal 70 Meter große Übungsplatz ist seither nicht mehr zu gebrauchen. Die mächtigen Wurzelstöcke der umgeblasenen Bäume ragten darauf gut zwei Meter aus dem Boden.

Johann Subtil (links) und Manfred Schachinger (rechts) wissen, dass noch viel Arbeit vor dem Verein liegt. Aber sie sind zuversichtlich: „Wir packen das!“

Platzbeleuchtung samt Lichtmasten demoliert, Zaun kaputt, Bäume, Büsche, überall Äste. „Man hatte das Gefühl, wir sind im Krieg und im Dschungel. Wir kletterten über Bäume und mussten den Zugang zum Vereinsgelände freischneiden“, erinnern sich der Erste Vorsitzende Johann Subtil und der Schrift- und Pressewart Manfred Schachinger nur ungern an die Verwüstungen. Die wirken bis heute nach.

Zwar konnte im Zuge der zeitweise gefährlichen Aufräumarbeiten auch mit viel Eigenleistung, organisatorischem Aufwand und dem Einsatz schweren Geräts schon manches hergerichtet werden. Zum Beispiel auf dem Übungsplatz ist aber noch beträchtliche Arbeit nötig.

Rodgau: Veranstaltungshalle wird nicht mehr aufgebaut

Gefallen ist die Entscheidung, den überdachten Freisitz, also die Veranstaltungshalle, nicht mehr aufzubauen. „Wir werden uns bei Bedarf mit Miet-Zelten behelfen“, blickt Johann Subtil in die Zukunft. An der muss der Verein nun hart arbeiten. Denn nach dem Sturm und seit Corona kamen alle sportlichen Aktivitäten und das Vereinsleben zum Erliegen. „Die Ortsgruppe war platt“, erzählt Manfred Schachinger. Und auch aktuell sei „noch nichts so wie vorher“. Mit den Bäumen sei auch einiges im Kopf der Mitglieder umgestürzt. „Wir werden uns intensiv Gedanken machen, wie wir die Menschen wieder aufs Vereinsgelände bringen können.“

Der Verein hat derzeit 42 Mitglieder, von denen acht aktiv sind. 70 Prozent der Mitglieder sind älter als 65 Jahre. Diese Zahlen, die auch für viele andere Vereine in Rodgau und der Region gelten, deuten an, dass der Weg zurück in die Normalität nicht leicht wird. Schwierigkeiten bereitet überdies die Suche nach Firmen, die sich der Restarbeiten auf dem Gelände annehmen. „Die sind nur sehr schwer zu bekommen“, bedauert der Vorsitzende. (Bernhard Pelka)

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