Ampelkreuzungen bleiben bestehen

Vorfahrt für die Fußgänger

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Obwohl die bevorzugte Verkehrsrichtung von der August-Neuhäusel-Straße zur Wilhelm-Leuschner-Straße führt, ist die Ampel am Ortseingang Hainhausen laut Straßenverkehrsbehörde notwendig. Sie sichert den Schulweg (blaue Linie) über die August-Neuhäusel-Straße.

Rodgau - Sollen die Ampeln an zwei Kreuzungen in Hainhausen und Weiskirchen durch abknickende Vorfahrt ersetzt werden? Darüber diskutierten die Stadtverordneten am Montag ausführlich – obwohl sie dafür gar nicht zuständig sind.

Bisher regeln Ampeln den Verkehrsfluss auf den Kreuzungen August-Neuhäusel-/Wilhelm-Leuschner-Straße und Haupt-/Udenhoutstraße. Die CDU beantragte jetzt, dort eine abgeknickte Vorfahrt einzurichten. Das sei sinnvoll, um dem Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, begründete Max Breitenbach im Stadtparlament. Die bevorzugten Verkehrsrichtungen führten in Hainhausen zur Wilhelm-Leuschner-Straße und in Weiskirchen zu Autobahn und Selgros. Durch das Abschalten der Ampeln entfielen Wartungskosten. Außerdem verursachten fahrende Autos weniger Abgase und Lärm als anhaltende und wieder anfahrende. Auch wenn das Parlament nicht für die Verkehrsregelung zuständig sei, könne es dennoch eine Willensbekundung beschließen – so wie viele andere Resolutionen auch. Sich auf Formalien zurückzuziehen, sei „Quatsch“.

Heino Reckließ wies für die FDP darauf hin, Anlieger der Leuschner-Straße hätten die CDU-Idee bereits erschrocken abgelehnt, weil sie durch die Änderung mehr Verkehr befürchten. Sascha Pokojewski argumentierte für die SPD, der Verkehrsfluss dürfe nicht immer die oberste Maxime sein. Die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger sei einzubeziehen. Das alles abzuwägen sei Aufgabe der Ordnungsbehörde. Der CDU-Antrag wurde abgelehnt.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Damit der Verkehr besser abfließt, wollte die CDU auch in der Udenhoutstraße eine abknickende Vorfahrt Richtung Selgros: Antrag abgelehnt!

„Auch wenn diese Vorlage angenommen worden wäre, wären wir dem Ansinnen der CDU nicht nachgekommen“, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler am Dienstag vor der Presse. Die Straßenverkehrsbehörde entscheide objektiv anhand der Fakten und nicht aus politischen Erwägungen. Der Schutz des Schulwegs durch die Ampel in Hainhausen sei wichtiger als ein reibungsloser Autoverkehr. Ein Abbau der Ampeln zugunsten einer abknickenden Vorfahrt locke zusätzlichen Durchgangsverkehr an. Das diene weder den Anwohnern der Wilhelm-Leuschner-Straße noch der Verkehrsentlastung in Weiskirchen. (bp / eh)

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