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Wegen Omikron: Zwei Bankfilialen in Rodgau vorläufig zu

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Von: Ekkehard Wolf

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Bis auf Weiteres geschlossen: Aushang an der Sparkassenfiliale in Weiskirchen.
Bis auf Weiteres geschlossen: Aushang an der Sparkassenfiliale in Weiskirchen. © Wolf

Die besonders ansteckende Variante des Corona-Virus führt zu einer ersten Einschränkung: Aus Sorge vor einer Infektionswelle hat die Sparkasse Langen-Seligenstadt (SLS) fünf ihrer Geschäftsstellen vorläufig in Automatenfilialen umgewandelt. In Rodgau sind die Zweigstellen in Dudenhofen und Weiskirchen betroffen. Kunden, die mit einem Berater sprechen möchten, müssen nach Jügesheim fahren.

Rodgau - Das Geldinstitut begründet diesen Schritt mit der aktuellen Entwicklung. Wegen der hoch ansteckenden Virusvariante Omikron sei zu befürchten, dass viele Menschen gleichzeitig erkranken. Als Teil der „kritischen Infrastruktur“ wolle die Sparkasse auch weiterhin handlungsfähig bleiben.

„Dies hat uns Ende Dezember 2021 dazu veranlasst, die erste Stufe unseres Geschäftsstellen-Notfallplans auszulösen“, teilt das Geldinstitut auf Anfrage unserer Zeitung mit. In jeder Stadt oder Gemeinde des Geschäftsgebiets bleibe ein Standort geöffnet. Die anderen Zweigstellen seien vorsorglich bis auf Weiteres geschlossen. Damit wolle die Bank zur Kontaktreduzierung beitragen. Dies geschehe zum Schutz der Kunden und der Mitarbeitenden.

Für Bernd Kawecki aus Weiskirchen klingt diese Begründung nicht überzeugend. „Viele Kundenberater in Jügesheim stecken sich eher an als vielleicht zwei in Weiskirchen für zwei halbe Tage“, meint der ehemalige ehrenamtliche Stadtrat. Gerade ältere Menschen seien bei ihren Bankgeschäften auf Berater vor Ort angewiesen.

Bereits im Oktober hatte sich Kawecki schriftlich beim Vorstand der Sparkasse über den eingeschränkten Service beklagt. Damals hatte das Institut die Öffnungszeit in Weiskirchen von drei halben Tagen auf zwei halbe Tage pro Woche gekürzt.

„Die Situation wird durch die SLS regelmäßig neu bewertet und gegebenenfalls angepasst“, teilt die Bank mit. „Sobald es die Umstände wieder erlauben (...), werden vorübergehend geschlossene Filialen auch wieder persönlich besetzt.“ Neben der persönlichen Beratung gebe es auch andere Kontaktwege wie Telefon- und Videoberatung.

Zahlreiche Unternehmen, Behörden und Organisationen haben in den letzten Wochen ihre Notfallpläne angepasst, um trotz des hohen Infektionsrisikos arbeitsfähig zu bleiben. So fährt der Rettungsdienst der Johanniter in festen Zweierteams. Die hauptamtlichen Kräfte der Feuerwehr Rodgau schränken ihre privaten Kontakte ein. Die zentrale Schaltwarte des Wasserzweckverbandes ZWO darf von keiner zweiten Person betreten werden. In wichtigen Abteilungen der Stadt und der Stadtwerke (Ordnungspolizei, Kläranlage) sind die Mitarbeitenden in Gruppen aufgeteilt, die sich nicht begegnen.

Für den Fall, dass viele Arbeitskräfte gleichzeitig ausfallen, sollen externe Anbieter einspringen. Mit solchen Absprachen haben sich unter anderem die Stadtwerke und die Sozialstation Rodgau abgesichert.

Der Energieversorger Entega in Darmstadt will seinen Schichtmitarbeitern im Notfall sogar anbieten, am Arbeitsplatz zu übernachten, damit sie ihre Kontakte weiter reduzieren können.

Dass auch ein ausgefeiltes Hygienekonzept keine hundertprozentige Sicherheit bietet, erlebte das Ensemble der „Musical Factory 64853“ am Wochenende. Bei den täglichen Tests ergaben sich am Sonntagmorgen zwei Corona-Verdachtsfälle, die Veranstaltung am Nachmittag wurde abgesagt. Zwei Tage später waren schon 15 Mitglieder des Ensembles infiziert. (Ekkehard Wolf)

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