Mitmachen im Dudenhöfer Wald und beim Jügesheimer Krippenspiel

Rodgau: Weihnachtlicher Gemeinsinn

Beim Krippenspiel der Emmausgemeinde waren Maria, Josef, Hirten und Könige nur auf der Bühne unter sich. Am Vortragen der Texte beteiligten sich die Gottesdienstbesucher.
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Rodgau: Beim Krippenspiel der Emmausgemeinde waren Maria, Josef, Hirten und Könige nur auf der Bühne unter sich. Am Vortragen der Texte beteiligten sich die Gottesdienstbesucher.

„Es begab sich aber zu der Zeit, ...“ Dieser Satz dürfte an Heiligabend fast in jedem Gottesdienst in Rodgau zu hören gewesen sein, denn so beginnt die Geschichte über die Geburt Jesu. Oft gibt es dazu ein Krippenspiel. Für den Familiengottesdienst der evangelischen Emmausgemeinde hatten sich die Konfirmanden etwas Besonderes ausgedacht; das merkten die Kirchgänger schon, als sie ihre Plätze aufsuchten.

Rodgau - Auf den Stühlen lagen kleine Taschenlampen, eine Rassel oder ein Glöckchen. Die Aufklärung kam von Annika Janotta, die die Aufgabe der Erzählerin übernommen hatte. Nach einer kurzen Einführung ging es los. Gleich zu Beginn des Stückes mussten alle aktiv werden. Als Kaiser Augustus seine Zählung machte, sollten die Leute ihren Namen rufen, mit Maria und Josef laufen, und auch die Wirte spielen, die das Paar abweisen, weil alles voll war, als Schafherde laut blöken und mit den Taschenlampen den Engel anstrahlen, der den Hirten erschien.

„Mitmachspiele gab es schon öfters, aber hier ging es nur unter Corona-Bedingungen. Alle mussten auf ihrem Platz bleiben“, erklärte Pfarrerin Sabine Beyer. Franziska Langer, bekannt vom JSK-Jugendtheater, hatte die Regie übernommen. „Die Idee ist etwas aus der Not geboren, da keiner wusste, wie die Situation sich entwickelt. Außerdem werden kleine Kinder, die ja bei einem Familiengottesdienst dabei sind, nach einiger Zeit unruhig und so kamen wir auf die Idee, alle mit einzubinden“, erklärte sie. Die Rollen haben Ricarda Scherf, Thilo Hürtgen, Kimi Asmus, Tyler Kottmeier, Noah Wallace, Sophie Javorik und Samuel Lüddicke übernommen.

Auch bei der ökumenischen Waldweihnacht an der Gänsbrüh gab es kein Krippenspiel in herkömmlicher Form. Pfarrerin Christina Koch hatte die Requisiten an mehreren Stellen verteilt. Tatsächlich fand sich jemand, der sich den Umhang der Maria überwarf, den Engelskranz aufsetzte und den Hirtenstab nahm.

„Fürchte dich nicht“ wählte Pfarrerin Koch als Oberthema. Sie machte deutlich, dass die Weihnachtsgeschichte nicht in einer niedlichen Idylle spielt. Eine Zwölf- oder 13-Jährige, die ein Kind erwarte, rufe nicht Halleluja, sondern habe erst einmal Angst. Auch für den nur wenig älteren Josef sei es nicht einfach, die Aussage „Das Kind ist von Gott“ zu verstehen und zu akzeptieren. Und: Waren die Hirten wirklich die rauen Gesellen, als die sie oft dargestellt werden? Das „Fürchte dich nicht“ der Engel übertrug die Pfarrerin in die aktuelle Corona-Zeit: „Wovor haben wir heute Angst?“

Die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Weihnachtserlebnis hatte sich eine Woche zuvor bei der Anmeldung gezeigt: Die 250 Plätze waren innerhalb von 36 Stunden ausgebucht.

Das Jugendteam der evangelischen Kirchengemeinde Dudenhofen sorgte für sichere Abstände. Mit Straßenkreide zeichneten die Jugendlichen Kästchen auf den Boden, in denen die Familien g stehen konnten. Die jungen Leute übernahmen mit dem Kirchenvorstand auch die Zutrittskontrolle.  (Axel Hampe/Ekkehard Wolf)

Rodgau: Zugangskontrolle an der Schranke vor der Gänsbrüh: Nur mit Anmeldung konnte man die Waldweihnacht mitfeiern. Zwei Kirchenvorsteher hakten die Namen auf der Gästeliste ab.

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