Kleiner Ort mit großer Bedeutung

Grabungsfunde der Hainhäuser Burg ab 3. November im Museum

Gemeinsam bauten Mitglieder der Geschichtsvereine aus Hainhausen und Weiskirchen gestern ihre Ausstellung auf, von links: Helmut Trageser, Arnold Haag, Matthias Häfner, Volker Böres und Ralf Neuhäusel. Links sind Steine der mittelalterlichen Burgmauer aus Hainhausen zu sehen. Auf der Landkarte von 1752 ist der kleine Ort noch von einem eigenen Grenzwall umgeben, einer sogenannten Landwehr. Foto: Wolf
+
Gemeinsam bauten Mitglieder der Geschichtsvereine aus Hainhausen und Weiskirchen gestern ihre Ausstellung auf, von links: Helmut Trageser, Arnold Haag, Matthias Häfner, Volker Böres und Ralf Neuhäusel. Links sind Steine der mittelalterlichen Burgmauer aus Hainhausen zu sehen. Auf der Landkarte von 1752 ist der kleine Ort noch von einem eigenen Grenzwall umgeben, einer sogenannten Landwehr.

Einen Einblick in die frühe Geschichte Hainhausens bietet die nächste Ausstellung im Heimatmuseum Weiskirchen. Archäologische Funde der Hainhäuser Wasserburg werden erstmals in großer Zahl öffentlich gezeigt.

Weiskirchen/Hainhausen – Sie waren in den Jahren 2012 bis 2014 bei Grabungen zutage gefördert worden. Fotografien und eine Mappe mit Zeitungsbeiträgen aus der Offenbach-Post dokumentieren die Grabungsarbeiten, die auf eine Initiative des Geschichts- und Kulturvereins Hainhausen (GKH) zurückgingen.

„Hier haben wir die Möglichkeit, die Funde zu präsentieren. In Hainhausen haben wir sie nicht“, sagt GKH-Vorsitzender Ralf Neuhäusel. Er lobt die Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Weiskirchen.

Der kleine Ort Hainhausen hatte vor 900 Jahren eine große Bedeutung. Vielen Mitbürgern sei das nicht bewusst, sagt HGV-Vorsitzender Helmut Trageser. In der Burg hätten berühmte Menschen gelebt. Ein Beispiel: „Siegfried II. war ein Zeitgenosse der heiligen Hildegard.“

Hainhausen war die Stammburg der Eppsteiner, einer der mächtigsten Familien ihrer Zeit. Trageser: „Die haben die Habsburger auf den Königsthron gebracht.“

Zu den ausgestellten Fundstücken zählen Steine der Burgmauer, Keramikscherben, ein Stück Butzenglas und filigrane, verzierte Metallteile. Eine Landkarte von 1752 zeigt die „Gigesheimer und Heinheuser Länderey“. Das Dorf war damals von einer Landwehr geschützt und hatte sogar einen eigenen Gerichtssitz.

In der Rodau-Aue stand im 12. Jahrhundert die Burg der Herren von Haginhusen. Die Grundmauern liegen heute unter der Grasnarbe. Foto: Wolf

Wie die meisten Ausstellungen im Heimatmuseum Weiskirchen lebt auch diese von mündlichen Erklärungen. Mitglieder der Heimat- und Geschichtsvereine erklären Zusammenhänge, ordnen die Exponate in die Geschichte ein und machen sie erst lebendig.

Die Ausstellung in der Bahnhofstraße 8 wird am Sonntag, 3. November, eröffnet. Sie ist danach am ersten Sonntag jedes Monats von 11 bis 17 Uhr zu sehen.  

eh

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare