Burgfunde erstmals im Museum

Neue Ausstellung in Weiskirchen: Hainhäuser Burg im Blickfeld

Einen Eichenpfahl aus dem 12. Jahrhundert holten ehrenamtliche Grabungshelfer 2012 aus dem Boden.
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Einen Eichenpfahl aus dem 12. Jahrhundert holten ehrenamtliche Grabungshelfer 2012 aus dem Boden.

Die ehemalige Burg in der Hainhäuser Rodau-Aue ist das Thema der nächsten Ausstellung im Heimatmuseum Weiskirchen. Neben einer Dokumentation der archäologischen Grabungen werden auch einige Ausgrabungsstücke gezeigt. Die Ausstellung beginnt am Sonntag, 3. November, von 11 bis 17 Uhr.

Hainhausen/Weiskirchen – Zu den Grabungsfunden gehören unter anderem ein mannshoher Eichenholzpfahl aus dem Jahr 1158, Becherkacheln eines Kachelofens und ein fünfteiliges Band aus versilbertem Eisen, das in der Mitte mit einer Prägung verziert ist. 

Der Burg und ihren Bewohnern verdankt Hainhausen seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1108. Die Herren von Haginhusen bezeugten damals eine Schenkung des Erzbischofs von Mainz. Die Adelsfamilie siedelte später auf die Burg Eppstein im Taunus um. Die Herren von Eppstein entwickelten sich zu einer der mächtigsten Familien des Hochmittelalters. Die verlassene Stammburg in Hainhausen verfiel.

Rodgau: Ehemalige Burg nicht mehr sichtbar

Wo einst die Burg stand, befindet sich heute eine große Wiese in der Rodauniederung zwischen Burgstraße und August-Neuhäusel-Straße. Mauerreste sind als Bodendenkmal erhalten. Sie befinden sich unter der Grasnarbe, sind also nicht mehr sichtbar.

Die jüngsten Erkenntnisse über die Burg stammen aus den Jahren 2012 bis 2014. Unter der Regie der Bodendenkmalpflege des Kreises Offenbach fanden drei Grabungen statt. Den Anstoß dazu hatte der Geschichts- und Kulturverein Hainhausen (GKH) gegeben, indem er 2011 eine Bodenuntersuchung in Auftrag gab. Die geoelektrische Messung ergab Hinweise auf die genaue Lage des Bodendenkmals.

Bei der ersten Grabung wurden unter anderem eine Bruchsteinmauer und Hölzer aus dem 12. Jahrhundert freigelegt. Weitere Funde passten zum Inventar eines begüterten Haushalts.

Die zweite Grabung im Jahr 2013 stieß in 1,40 Meter Tiefe auf die Bodenbefestigung der ehemaligen Burg. Der auffälligste Fund war der untere Querbalken eines Gebäudes, möglicherweise eines frühen Fachwerkhauses.

Neue Ausstellung zur Geschichte der Burg

Eine Bodenuntersuchung ergab, dass die Wasserburg auf dem Torf eines Niedermoors errichtet wurde. Zweige und Äste befestigten den Untergrund.

Ergebnisse der Grabungen publizierte Archäologin Dagmar Kroemer von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Offenbach in mehreren Ausgaben des Jahrbuchs „Hessen-Archäologie“.

Grabungsfunde werden im Heimatmuseum Weiskirchen nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung ist von November bis Februar jeweils am ersten Sonntag des Monats von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Exponate stammen vom Geschichts- und Kulturverein Hainhausen (GKH), der über keinen eigenen Ausstellungsraum verfügt. Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Weiskirchen hatte sich schon in früheren Ausstellungen mit Themen aus Hainhausen befasst.

Informationstafeln über die Burg und die Grabung waren bereits am 31. August beim Stadtfest „40 Jahre Stadtrechte Rodgau“ zu sehen. Alle heimatgeschichtlich aktiven Vereine Rodgaus hatten dafür erstmals eine gemeinsame Ausstellung auf die Beine gestellt.

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