Eine „Tonhalle“ für Bläsermusik

Eigenes Vereinsheim ist für den Musikverein Weiskirchen ein Jahrhundertprojekt

Nahe der Turnhalle der SG Hainhausen plant der Musikverein Weiskirchen sein Vereinsheim. Auf diesem Bildausschnitt wäre es am linken Bildrand.
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Nahe der Turnhalle der SG Hainhausen plant der Musikverein Weiskirchen sein Vereinsheim. Auf diesem Bildausschnitt wäre es am linken Bildrand.

Das „Jahrhundertprojekt“ des Musikvereins Weiskirchen in Rodgau macht Fortschritte. Trotz Pandemie laufen die Vorbereitungen zum Bau des Vereinsheims weiter. Der erste Spatenstich findet am Samstag, 31. Oktober, um 11 Uhr statt, allerdings nur für geladene Gäste.

Weiskirchen/Hainhausen - Die Musiker bauen nicht im eigenen Stadtteil, sondern zwei Kilometer weiter in Hainhausen. Die SG Hainhausen hat ihnen einen Teil des Grundstücks vor der SGH-Halle verkauft. Am linken Rand des Parkplatzes, neben der Zufahrt zum Sportplatz, wird ein zweigeschossiger Zweckbau errichtet. Die künftige Adresse: Am Sportfeld 21 a.

Kooperation mit den Stadtwerken Rodgau

Der Verein und die Stadtwerke Rodgau haben eine Kooperation vereinbart. Dazu gehört auch eine Namenspatenschaft. Das Vereinsheim soll demnach „Rodgaustrom-Tonhalle“ heißen. Der Name orientiert sich an den gleichnamigen Konzerthäusern in Zürich und Düsseldorf, obwohl das Haus nicht für Konzerte ausgelegt ist. Der Musikverein begründet die Namenswahl mit der Form des Gebäudes. Zudem passe die Bezeichnung „Halle“ gut zu den benachbarten Bauten, der SGH-Halle und der städtischen Sporthalle.

Ein 140 Quadratmeter großer Proberaum im Obergeschoss soll den Orchestern und Ensembles ausreichend Platz zum Üben bieten. Im Erdgeschoss sind zwei Räume für den musikalischen Einzelunterricht geplant, außerdem ein Lager und ein kleiner Aufenthaltsraum.

„Durch diesen Bau können sämtliche Orchesterproben und die musikalische Ausbildung wieder an einem Standort gebündelt und die hervorragende Jugendarbeit unseres Musikvereins auch zukünftig sichergestellt werden“, betont Vorsitzender Sebastian Wilhelm. Vier Jahre lang hatte der Verein nach Alternativen zum Keller des ehemaligen Hotels „Darmstädter Hof“ („Olive Inn“) gesucht, wo das Orchester seit mehr als 30 Jahren probt. Der bauliche Zustand des Raums hat sich aber so verschlechtert, dass die Proben des Jugendorchesters und der Einzelunterricht schon längst in städtische Räume ausgelagert wurden. Schon vor Corona stieß der Verein an Grenzen – kein Wunder bei fast täglichem Probebetrieb.

Im Schaukasten vor dem ehemaligen Hotel „Olive Inn“ hat der Musikverein eine Planzeichnung aufgehängt. Der Proberaum im Keller ist nicht mehr zeitgemäß.

Zum 100. Geburtstag des Vereins soll der Neubau fertig sein

Der Bau der eigenen Proberäume ist für den Musikverein Weiskirchen in doppelter Hinsicht ein Jahrhundertprojekt: Er bedeutet die größte Investition in der Geschichte des Vereins und soll zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2021 fertig werden.

Von den Baukosten, rund 450 000 Euro, muss der Verein die Hälfte selbst tragen. 40 Prozent übernimmt die Stadt Rodgau, zehn Prozent der Kreis Offenbach.

Trotz der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen beweisen Mitglieder und Freunde des Vereins eine große Spendenbereitschaft. Neben drei Geldinstituten unterstützen auch drei Stiftungen das Bauvorhaben. Spenden fürs Vereinsheim sind dem Musikverein weiterhin willkommen. Das Konto: DE 09 5065 2124 0020 1170 81 bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt (HELADEF1SLS). Von Ekkehard Wolf

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