Mehrere Funde geborgen

Offener Weltkriegsbunker ist zu gefährlich - Jetzt verschwindet er unter der Erde

Sie gräbt nach der Vergangenheit: Nunzia Macchiarella von der Unteren Denkmalschutzbehörde legt die oberste Treppenstufe des Weltkriegsbunkers an der Ecke Ostring/Babenhäuser Straße frei.
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Sie gräbt nach der Vergangenheit: Nunzia Macchiarella von der Unteren Denkmalschutzbehörde legt die oberste Treppenstufe des Weltkriegsbunkers an der Ecke Ostring/Babenhäuser Straße frei.

Der Weltkriegsbunker in Rodgau (Kreis Offenbach) verschwindet wieder unter der Erde. Alle Funde sind dokumentiert.

Jügesheim – Zum vorerst letzten Mal stand der Weltkriegsbunker in Rodgau (Kreis Offenbach) an der Ecke Ostring/Babenhäuser Straße im Mittelpunkt des Interesses. Zwei Mitarbeiterinnen der Unteren Denkmalschutzbehörde dokumentierten die Anlage in Zeichnungen und Fotos.

Schutt und Abfälle machten es unmöglich, bis in die hinterste Ecke vorzudringen. Nicht einmal die Bauweise des Eingangs ließ sich genau erkennen, wie Dagmar Kroemer bedauert. „Wir räumen ihn jetzt nicht leer, der Aufwand lohnt sich nicht“, sagte die Archäologin. Mit ihrer Kollegin Nunzia Macchiarelli, einer Kunsthistorikerin, war sie mehrere Stunden lang mit der Dokumentation beschäftigt.

Weltkriegsbunker in Rodgau (Kreis Offenbach) hätte direkten Bombeneinschlag nicht überstanden

Der nur halb im Boden versenkte Bunker in Rodgau (Kreis Offenbach) ist außen sieben mal elf Meter groß. Die inneren Abmessungen ließen sich nur ungefähr ermitteln. Bei Luftalarm bot der kleine Raum bis zu acht Menschen Platz, wie eine Zeitzeugin berichtete.

Mit Schaufel und Kelle arbeiteten Dagmar Kroemer und Nunzia Macchiarella an dem fast 80 Jahre alten Bunker. Das kuppelförmige Dach ist ungewöhnlich.

Einen direkten Bombentreffer hätte der Betonbau vielleicht nicht überstanden, aber einen Einschlag in der Nähe schon, vermutet Archäologin Kroemer. Als Splitterschutz war der Gang hinter dem Einstieg zweifach abgewinkelt, wie ein eckiges U.

Mehrere Funde im Weltkriegsbunker in Rodgau (Kreis Offenbach) geborgen

Auch am Donnerstag wurden mehrere Funde geborgen. Sensationen kamen dabei allerdings nicht zutage. Es handelte sich um Alltagsgegenstände wie Flaschen, einen Lampenschirm aus Metall und einen verbeulten Blecheimer.

Flaschen, rostige Eisenteile und andere Kleinfunde kamen bei der Ausgrabung zum Vorschein. Neulich wurde auch ein Nachttopf entdeckt.

Am Freitag wird der Bunker wieder mit Erde verfüllt und abgedeckt: Es ist zu gefährlich, ihn offen zu lassen. Die Stadt Rodgau (Kreis Offenbach) will den kleinen Hügel dann wieder bepflanzen.

Berichte von weiteren Weltkriegsbunkern in Rodgau (Kreis Offenbach) bekannt

Sowohl mit den gewonnenen Erkenntnissen als auch mit dem Medienecho ist Dagmar Kroemer zufrieden. „Die Berichterstattung hat sich gelohnt, weil wir von allen Seiten Bunkerfunde erzählt bekommen, auch von kleinen, privaten Bunkern.“ (eh)

Der Weltkriegsbunker wurde Ende Februar in Rodgau bei Offenbach an der Ecke Ostring/Babenhäuser Straße bei Rodungsarbeiten freigelegt.

Sehr geehrte Leser, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass der Weltkriegsbunker zufällig gefunden wurde. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

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