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Wieder mehr Leben in der Bude

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Trotz Pandemie ist das Frauenzimmer noch immer, was es war: Anlaufstelle und Gesprächszentrum für Familien.
Trotz Pandemie ist das Frauenzimmer noch immer, was es war: Anlaufstelle und Gesprächszentrum für Familien. © Karin Klemt

Das Frauenzimmer setzt mit einem Tag der offenen Tür das Bewährte fort.

Hainhausen – „Wieder Leben in die Bude bringen“ –- locker und knapp skizziert Vorstandsmitglied Gabie Seitner die schwere Aufgabe, der sich das Mütterzentrum Frauenzimmer in Hainhausen gestern mit einem doppelten Anlauf gestellt hat. Einen Kinderflohmarkt im Weiskircher Bürgerhaus flankierte der Verein mit einer Hausmesse im Hauptquartier an der Martin-Bihn-Straße und präsentierte selbstbewusst, was die Pandemie vom vormals achtungsgebietenden Angebot übrig gelassen hat – und was in nächster Zeit noch kommt.

Das ist, gemessen an Dauer und Durchgriff der jetzt zweijährigen Beschränkungen, noch immer durchaus eindrucksvoll. Mit 14 Ein- bis Dreijährigen gut belegt ist der Mini-Kindergarten, wo Erzieherin Ellen Späth mit ihren Kolleginnen montags bis freitags von 7.45 bis 13.45 Uhr maximal zwölf Schützlinge betreut. Durchgelaufen ist auch die Englisch-Stunde, die Nate Barlard für Vier- bis Siebenjährige gibt – allerdings mit stetig weniger Kindern. „Wir fahren wieder an“, hofft der Lehrer, der beim Tag der offenen Tür vergnügliche Beispiel-Lektionen mit Musik und Videoclips gab.

Nach wie vor finden im Frauenzimmer auch Beratungsgespräche zu Erziehungsfragen statt, gelegentlich wird gemeinsam gebastelt oder beim offenen Frühstückstreff am Dienstag und Freitag über Erfahrungen und Probleme gesprochen. Die Hausmesse bot auch Gelegenheit, auf neue Angebote hinzuweisen – etwa das der Johanniter, die vom Sommer an mit Trauerbegleitung für Kinder ab vier Jahren und – in einer zweiten Gruppe – für Jugendliche eine Angebotslücke in Rodgau schließen wollen.

Das alles fügt sich trefflich ins Gesamtkonzept, welches das Frauenzimmer von Beginn an verfolgt und stetig weiterentwickelt hat. Schon sehr früh, im Jahr 2001, organisierte das Mütterzentrum stundenweise Betreuung für Kleinkinder bis zum Kindergartenalter. Das offizielle U3-Angebot gibt es seit 2011. Inzwischen ist die Einrichtung an den paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen und als Träger der Jugendhilfe anerkannt.

Wenn sie das Kind gut aufgehoben und pädagogisch kompetent beschäftigt weiß, gewinnt die Mutter Freiraum für sich selbst und den Austausch mit anderen. Darauf zielen letztlich alle Angebote der Einrichtung, die von einem ehrenamtlichen Vorstand geleitet wird. Auf seiner Webseite beschreibt das Frauenzimmer ein „Laienkonzept“: Die Mütter sind nicht nur Gäste und Klientinnen, sondern arbeiten aktiv mit, halten Vorträge über Gesundheit oder Erziehung, geben Kreativ- oder Entspannungskurse.

Herzstück und Hauptzugang sind nach Worten der Vorsitzenden Eva Lindhuber-Klein weiterhin die offenen Treffen – in diesem Rahmen immer mit Kinderbetreuung. Auch im öffentlichen Leben wird das Mütterzentrum regelmäßig sichtbar, etwa mit dem Waldfest am Muttertag, als Akteur beim städtischen Kinderfest oder stadtteilübergreifenden Veranstaltungen wie der weißen Tafel.

Für seinen Mütter- und Familienkreis in und um Hainhausen bietet das Team auch Ferienspiele an – dieses Jahr um Ostern vom 6. bis zum 9. April, zweimal in den Sommerferien vom 22 bis zum 26. August und dann noch einmal vom 29. August bis zum 2. September sowie vom 11. bis zum 15. Oktober im Herbst. Das Frauenzimmer selbst ist laut Gabie Seitner für die weiterhin unsichere Zukunft unter Corona gerüstet – mit der 3G-Regel, Luftreinigern und dem Frühling, der Lüften ohne Fröstel-Effekt erlaubt.  zrk

Mut geschöpft und gemacht hat das Team vom Mütterzentrum Frauenzimmer gestern beim ersten Tag der offenen Tür seit drei Jahren. Zweite von rechts: Vorsitzende Eva Lindhuber-Klein.
Mut geschöpft und gemacht hat das Team vom Mütterzentrum Frauenzimmer gestern beim ersten Tag der offenen Tür seit drei Jahren. Zweite von rechts: Vorsitzende Eva Lindhuber-Klein. © Karin Klemt

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