Projekt „wellcome“ unterstützt Mütter in Rodgau

Willkommene Alltagshilfe

Haben mit den Drillingen Marcus, Marcel und Moritz immer alle Hände voll zu tun: Mutter Melanie Becker (rechts) und die ehrenamtliche „wellcome“-Betreuerin Elisabeth Speller (links).
+
Haben mit den Drillingen Marcus, Marcel und Moritz immer alle Hände voll zu tun: Mutter Melanie Becker (rechts) und die ehrenamtliche „wellcome“-Betreuerin Elisabeth Speller (links).

Im Spagat zwischen Homeoffice, Homeschooling, Kinderbetreuung und Haushalt sind besonders Mütter in jungen Familien während Corona stark unter Druck. Dafür braucht’s nicht erst Drillinge und noch einen größeren Jungen wie in der Jügesheimer Familie Becker. Diesen Druck ein wenig abzufedern, dafür engagiert sich das Projekt „wellcome“. Die gemeinnützige Organisation unterstützt Familien im ersten Jahr nach der Geburt mit Ehrenamtlichen.

Jügesheim - Zu Melanie Becker und ihren im vergangenen September geborenen Drillingen Marcus, Marcel und Moritz und dem älteren Sohnemann Maximilian kommt einmal die Woche für drei Stunden als ergänzende Hilfe Elisabeth Speller. Es trifft sich gut, dass die 74-Jährige früher Kinderkrankenschwester auf der Frühchen-Intensivstation in einer Klinik an ihrem früheren Wohnort Rheine war.

Nach Hessen kam die Fachfrau aus Nordrhein-Westfalen, weil ihre beiden Kinder hier beruflich verwurzelt sind. Als Elisabeth Speller merkte, was ihr als Rentnerin fehlte, war schnell klar: „Ich will unbedingt wieder mit Kindern arbeiten. Das ist mein Leben.“ Ihre Nichte, die als Ärztin das Projekt „wellcome“ kennt, stellte den Kontakt her. Das ist jetzt neun Jahre her. Inzwischen hat die liebenswerte Aushilfs-Mama schon zehn Familien begleitet. „Zwillinge hatte ich schon mehrfach in der Betreuung. Aber die Drillinge sind der Höhepunkt“, freut sich die engagierte Frau, die heute in Klein-Krotzenburg lebt. Melanie Becker mag deren Hilfe nicht mehr missen. „Besonders toll ist, dass Frau Speller auch spontan kommt. Das ist in meiner Situation besonders wichtig.“ Klar: Seit der Geburt der Drillinge wünscht sich die operationstechnische Assistentin am Offenbacher Ketteler Krankenhaus, der Tag hätte 48 Stunden und sie viel mehr als nur ihre zwei Hände. Drei auf einen Streich sind auch für Papa Michael eben eine immense Herausforderung. Wickeln, füttern, bespaßen, aufpassen: In dem kleinen Familienunternehmen herrscht jede Minute volles Programm. Elisabeth Speller und Melanie Becker sind ein eingespieltes Team. „Wir verstehen uns. Es passt.“ Und die Zwischenbilanz der jungen Mutter nach fast acht Monaten Drillingen? „Anstrengend, aber wunderschön!“

Gemäß einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung beurteilen im Januar diesen Jahres 46 % aller Eltern ihre Belastung in der familiären Situation als „stark“ oder „äußerst stark“, unter Alleinerziehenden sind es sogar 55 %.

Die Organisation „wellcome“ hilft Familien nach Geburt der Kinder. Ehrenamtliche kommen für ein paar Monate ein- bis zwei Mal pro Woche – auch in Coronazeiten. Zudem unterstützt „wellcome“ mit der Online-Plattform www.elternleben.de, auf der Eltern Handbücher und Kurse, über 500 Expertenartikel sowie eine kostenfreie Online-Beratung finden.

In Rodgau gibt es das Angebot seit fast zehn Jahren, Träger ist der deutsche Kinderschutzbund Rodgau. Derzeit setzt sich das Team um Koordinatorin Angelika Witte-Weisenbach aus 13 Ehrenamtlichen zusammen.

Von Bernhard Pelka

Elisabeth Speller

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare