EIN JAHR CORONA Wie Rodgaus größter Verein die Krise bisher durchsteht

Wirtschaftlich ganz gut davongekommen

In getrennten Kabinen üben die Teilnehmerinnen der Gesundheitskurse nach dem DOSB-Konzept. Hier ein
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In getrennten Kabinen üben die Teilnehmerinnen der Gesundheitskurse nach dem DOSB-Konzept. Hier ein

Seit einem Jahr hat Corona uns im Griff. Alle leiden. Auch die Vereine. Wie hat zum Beispiel Rodgaus größter Verein, der Jügesheimer Sport und Kulturverein Rodgau (JSK), die Krise bisher durchgestanden? „Sportlich und kulturell war es ein Desaster“, mag Vorsitzender Lothar Mark nichts beschönigen. „Absagen, Abbrüche, ausgefallene Turniere und Laufserien und Veranstaltungsabsagen prägten das Jahr.“ Wirtschaftlich sei der Verein trotzdem besser weggekommen als anfangs befürchtet.

Jügesheim - „Eine außerordentliche gute Fastnacht im ersten Quartal brachte gute Umsätze und Rückenwind. Hohe Ausgabendisziplin in allen Abteilungen und hohes Spendenaufkommen sorgten für höhere Einnahmen von 70 000 Euro. Hinzu kamen Sachspenden“, zieht Mark Bilanz. Das gelte auch für die Kabarettgruppe „En Haufe Leut“. Sie habe mit dem Stationen-Kabarett im Freien „Mit de ganz Korona an die Bach“ eine gute Alternative präsentiert. „Sie waren die Gewinner im Kultursommer.“

Was hat enttäuscht? Schmerzhaft sei insbesondere der Ausfall der Hessenmeisterschaft Tanzsport für den JSK als Ausrichter mit Rückzahlung der Eintritts- und Turniergelder gewesen. Dazu kamen dann noch die Absage der Laufserien Winter und Ostern und der Wegfall der Fastnachtskampagne 2020/21. Doch positive Überraschungen gab es auch: „Das schnelle Umschalten der Übungsleiter auf den Krisenmodus, die vielen Online-Angebote, Nutzung des Saales mit Kabinen für Gesundheitskurse nach dem DOSB-Konzept, Digitalisierung der Kursabrechnungen mit Einführung der JSK-Gesundheitskarte, Anmieten Haus der Begegnung, 450 000 Euro Zuschüsse zum Start des neuen Kunstrasenplatzes, 70 000 Euro Corona-Spendeneingang, hohe Mitgliedertreue mit Zuwachs auf über 3 000, Digitalisierung der Fastnacht, Hygienekonzept im Maingau-Energie-Stadion mit Trainingsbetrieb, Unterstützung durch die Stadt Rodgau für ausgefallene Veranstaltungen im Kulturbereich“, nennt der Erste Vorsitzende auf der Habenseite.

Ein besonders berührender Moment in diesem verflixten ersten Coronajahr ist ihm noch gut im Gedächtnis „Wir haben von einem langjährigen treuen Mitglied eine Erbschaft, zweckgebunden für Kinderturnen, erhalten. Das war für mich ein sehr bewegender Moment, weil ich das Privileg hatte, den zweckgebundenen Auftrag anzunehmen und persönlich Abschied nehmen zu dürfen.“

2021 brumme vor Aktivitäten: „Die Fastnacht wurde erfolgreich digitalisiert. Wir haben ein Studio für Kurse der Übungsleiterinnen im Ostring eingerichtet, um diese online zu übertragen. Im zweiten Quartal werden das Kinderturnparadies und die Beachvolleyballanlage in der Weiskircher Straße eröffnet. Im dritten Quartal folgt der Kunstrasenplatz im Maingau-Energie-Stadion. Der Arbeitskreis Digitalisierung hat seine Arbeit aufgenommen. Bis zum letzten Quartal 2021 soll es einen Entwurf zum Bebauungsplan in der Weiskircher Straße geben.“

Mark lobt das Engagement der Ehrenamtlichen und der Übungsleiter und dankt für den Respekt seitens der Eltern „für unsere Arbeit“. Kein Kind werde ausgeschlossen aus finanziellen Notlagen der Familien. „Wir erhalten viel Unterstützung durch Spenden für Notfälle. Das stärkt die Gemeinschaft, den Geist unserer Werte, in dem wir die Krise als Chance nutzen und zeigen, dass wir für die Menschen da sind.“

Von Bernhard Pelka

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