Rodgauer Schule ist digitaler Vorreiter

Wischen wie auf dem Smartphone

Internetzugang, Zugriff auf digitale Lern-Apps und Lehrstoff, auf Filme und natürlich die Tafelfunktion: Die 3a zeigte Landrat Oliver Quilling (links) im Unterricht, wie gut sie mit den zuklappbaren Digitalbildschirmen schon arbeitet.
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Internetzugang, Zugriff auf digitale Lern-Apps und Lehrstoff, auf Filme und natürlich die Tafelfunktion: Die 3a zeigte Landrat Oliver Quilling (links) im Unterricht, wie gut sie mit den zuklappbaren Digitalbildschirmen schon arbeitet.

Die Carl-Orff-Schule hat als erste Schule im Landkreis Offenbach 14 digitale Tafeln (interaktive Displays) für den Unterricht bekommen. Gestern zeigten Kinder der Klasse 3a von Lehrerin Lara Smoydzin, wie selbstverständlich sie mit der neuen Technik nach nur gut zwei Wochen Eingewöhnung umgehen.

Jügesheim – An der Carl-Orff-Schule geht eine Zeit des Mangels zu Ende. Die Beamer-Technik der bisherigen elektronischen Tafeln war derart altersschwach, dass sie im Unterricht kaum noch verwendet werden konnten. „Ersatzteile gab es auch keine mehr“, schilderte gestern Schulleiterin Sabine Döring bei einem Termin mit Landrat Oliver Quilling die Lage. Inzwischen herrscht Entspannung: Der Kreis hat der Schule 14 digitale Tafeln spendiert. Die Investition ist Teil eines Förderprogramms des Kreises Offenbach, des sogenannten Digitalpakts. Allein in Jügesheim fallen dabei 60 000 Euro Kosten an. Hinzu kommt eine hohe Summe für den Wlan-Ausbau.

Gestern besuchte Quilling die Grundschule, um sich im Sachunterricht der Klasse 3a zeigen zu lassen, wie die Kinder mit der neuen Technik arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler erläuterten verblüffend selbstsicher und geübt an den Tafeln die ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Es wurde – wie beim Smartphone – gewischt und auf Symbolleisten gedrückt.

Kaum ein anderes Thema wird ähnlich intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert wie die Digitalisierung der Schulen. Allgemeiner Tenor ist: Es geht allen zu langsam. „Die Ungeduld können wir gut verstehen“, sagte Quilling. „Doch gibt es viele Bausteine bei der IT-Ausstattung von Schulen, die zusammenpassen müssen, damit das Ergebnis stimmt. Wir sind bei der Umsetzung des Digitalpaktes gut im Zeitplan. Auch der Anschluss der Schulen an das Glasfasernetz steht unmittelbar bevor.“

Der Digitalpakt sieht vor, dass bis zum Jahr 2024 alle Schulen mit Wlan und mit Präsentationstechnik ausgestattet sind. Bereits seit März dieses Jahres ist das flächendeckende Wlan in allen Schulen vorhanden. Dazu wurden etwa 2 800 Zugriffspunkte verbaut. Damit war der Kreis Offenbach einer der ersten Schulträger in Hessen, der dieses Etappenziel erreicht hatte. Bei der Umsetzung des zweiten Schrittes musste der Kreis – wie viele andere hessische Schulträger – zunächst den Abschluss des Vergabeverfahrens durch den kommunalen IT-Dienstleister ekom21 abwarten. Aufgrund des Einspruchs eines unterlegenen Bieters verzögerte sich zunächst die Freigabe des Warenkorbs. Nachdem die Freigabe erfolgt war, konnte der Kreis jetzt loslegen und die neuen Tafeln vergeben.

„Bis zum Jahr 2024 soll es in knapp 2 900 Klassen- und Fachräumen Standard sein, dass die Lehrkraft mit ihrem mobilen Endgerät in den Klassenraum kommt und ihre vorbereiteten Unterrichtsinhalte drahtlos an die Präsentationstechnik überträgt“, blickt der Landrat in die Zukunft.

Finanziert wird der Digitalpakt aus dem Programm „Digitale Schule Hessen“. Der Kreis Offenbach erhält rund 22,6 Millionen Euro. Darüber hinaus investiert der Kreis 2,8 Millionen Euro in die digitale Ausstattung der Schulen. Aus zwei weiteren Förderprogrammen wurden fast 5 250 Laptops für Schüler, denen kein anderes Endgerät zur Verfügung steht, sowie knapp 3 700 Geräte für Lehrer angeschafft.  (bp)

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