Stadt will Parkplätze und Verkehrsführung neu ordnen

Wohin mit den Autos am Sportfeld?

Viele Ziele, wenig Parkplätze: Die Stadt will die Verkehrssituation am Schul- und Sportzentrum Hainhausen grundlegend verbessern. Die Straße vor den beiden Schulen darf von 7 bis 16 Uhr nur in einer Richtung befahren werden. 
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Viele Ziele, wenig Parkplätze: Die Stadt will die Verkehrssituation am Schul- und Sportzentrum Hainhausen grundlegend verbessern. Die Straße vor den beiden Schulen darf von 7 bis 16 Uhr nur in einer Richtung befahren werden. 

Die Neuordnung der Parkplätze am Schul- und Sportzentrum Hainhausen ist schwieriger, als sie auf den ersten Blick aussieht. Für Bürgermeister Jürgen Hoffmann ist es nicht damit getan, wie in Jügesheim einen Parkplatz hinter der Sporthalle zu bauen. 

Hainhausen – Der Bürgermeister möchte bei dieser Gelegenheit auch gleich die Verkehrsführung optimieren.

„Wir wollen eine vernünftige Planung, die eine langfristige Stabilität bietet“, sagt Hoffmann auf Anfrage unserer Zeitung. Er lasse sich dabei nicht unter Zeitdruck setzen.

An der Straße „Am Sportfeld“ liegen zwei Schulen, zwei Sporthallen, ein Sportplatz, eine Tennisanlage, ein Friedhof und bald auch die Übungsräume des Musikvereins Weiskirchen. Das sind acht Ziele für mehrere hundert Verkehrsteilnehmer: Fußgänger, Fahrradfahrer, Autofahrer und die Fahrgäste der Schulbusse.

Am Nordring in Jügesheim war die Situation vor einigen Jahren einfacher. Dort musste man lediglich die Nutzer der Sporthalle und die Besucher der Georg-Büchner-Schule unter einen Hut bringen: Tagsüber parken die Lehrer, abends Sportler und Teilnehmer der Volkshochschulkurse. Die rund 110 Stellplätze neben und hinter der Sporthalle reichen in der Regel aus.

An der städtischen Sporthalle Hainhausen finden nur wenige Autos Platz. Die Stellplätze vor der Münchhausen- und der Geschwister-Scholl-Schule reichen bei Weitem nicht für alle Lehrkräfte aus. Der Friedhof hat gar keinen Parkplatz. Die Folge: Friedhofsbesucher und Lehrer stellen ihre Fahrzeuge dort ab, wo gerade frei ist. Viele Stellplätze der SG Hainhausen sind deshalb auch dann belegt, wenn gar kein Sportbetrieb ist.

Bereits im Januar hatte der Bürgermeister in einem Gespräch mit Landrat Oliver Quilling die Möglichkeit angesprochen, einen Parkplatz hinter der städtischen Sporthalle anzulegen. „Eine städtebaulich sinnvolle Lösung“, lobte der Landrat damals. Neun Monate später ist die Stadtverwaltung einen kleinen Schritt weiter. „Wir wissen jetzt ungefähr, wie viele Parkplätze wir brauchen“, sagt Bürgermeister Hoffmann. Eine Zahl will er aber noch nicht nennen. Nur so viel: Der errechnete Bedarf orientiere sich nicht daran, „was die Summe der einzelnen Stellplatznachweise ergibt“.

Neben den Parkplätzen liegt dem Bürgermeister auch die Verkehrsführung am Herzen. Die einzige erlaubte Zufahrt zur Straße „Am Sportfeld“ ist vormittags die unübersichtliche Ampelkreuzung am Profi-Getränkemarkt. Nach 16 Uhr ist auch die Einfahrt an der Münchhausenschule erlaubt.

Am Getränkemarkt kommt es oft zu gefährlichen Situationen. Die Ampel regelt nur die drei Hauptverkehrsrichtungen. Dazu kommen zwei Parkplatzausfahrten des Getränkemarkts, die Straße vom Wallersee und ein kreuzender Fahrradweg. Bisher kam es dort nur selten zu Unfällen. Die Stadt will aber nicht warten, bis sich dort ein Unfallschwerpunkt entwickelt. Bürgermeister Jürgen Hoffmann will die Ampelkreuzung deshalb durch einen Kreisverkehr ersetzen. Das hatte ein Verkehrsgutachter der Firma Habermehl und Follmann vor drei Jahren empfohlen.

Der Bürgermeister will nicht nur diesen Verkehrsknoten entschärfen, sondern auch die Situation vor den Schulen in der Bring- und Abholzeit sicherer machen. Ein Ziel: Kinder und Jugendliche sollten den Schulbus nutzen können, „ohne dass Eltern mit Autos den ganzen Verkehr lahmlegen“.

Die Münchhausenschule hat in jüngster Zeit einiges getan, um den Schulweg für die Grundschüler sicherer zu machen. Seit der Aktion „Zu Fuß zur Schule“ gibt es einen sogenannten Laufbus für die Kinder aus Weiskirchen, sodass sie morgens gemeinsam zur Schule gehen können. An beiden Eingängen zum Schulgelände ermahnen grüne „Verkehrsmännchen“ am Straßenrand die Autofahrer zur Vorsicht. Der Ausgang des Betreuungsgebäudes ist nur drei Meter vom Straßenrand entfernt. Das Schülerparlament der Grundschule hat sich schon mehrfach mit den Gefahren durch sogenannte Elterntaxis befasst.

VON EKKEHARD WOLF

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