Entwurf für Hauptstraße 177 und Luise-Hensel-Weg liegt vor

Wohnhäuser auf dem Kindergarten

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Warten auf den Baubeginn: An der Ecke Hauptstraße / Hoher Nickel will die Stadt eine Kita mit zehn Wohnungen bauen.

Hainhausen / Weiskirchen - Unten spielen, oben wohnen: Zwei Kindertagesstätten und zweimal zehn Wohnungen will die Stadt in Hainhausen und Weiskirchen errichten. Die architektonische Gestaltung ist für Rodgau neu. Von Ekkehard Wolf 

Am 3. September entscheiden die Stadtverordneten über die nächsten Planungsschritte. Fast verspielt wirkt der Entwurf der „Birli Architekten“ aus Griesheim: Die Kindertagesstätte ist ein quaderförmiger Flachbau, darüber erheben sich drei aufgesetzte Wohnhäuser mit unkonventionell geneigten Dächern. „Es geht bei diesem Architektenentwurf darum, nicht einen großen, massigen Baukörper zu schaffen, sondern die Siedlungsstruktur aufzunehmen“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler.

Die Aufteilung der Wohnungen auf drei Baukörper ermögliche auch eine bessere Belichtung und Belüftung. Schüßler bezeichnet den Entwurf als „aus unserer Sicht absolut ortsbildverträglich“. Die Kombination aus Kita und Wohnen sei für Rodgau etwas Neues, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. In anderen Städten gebe es solche Bauten schon lange.

Die Kita-Wohn-Häuser sollen in der Hauptstraße 177 (Weiskirchen) und am Luise-Hensel-Weg (Hainhausen-West) entstehen. Die Stadt will dort zwei fast baugleiche Häuser errichten, um die Planungs- und Baukosten zu minimieren. Dennoch kosten die Gebäude eine Stange Geld, jedes etwa 6,2 Millionen Euro. Ein Zehntel davon wird aus Landeszuschüssen finanziert (155.000 Euro pro Kindergartengruppe). Die Stadt will „bezahlbare Wohnungen“ bauen. Darunter versteht sie eine Kaltmiete in der Größenordnung von acht Euro pro Quadratmeter.

Anzahl, Größe und Zuschnitt der Wohnungen stünden in diesem frühen Planungsstadium noch nicht fest, so Michael Schüßler. Der Schwerpunkt solle auf kleinen Wohnungen mit eineinhalb bis zwei Zimmern liegen, nachdem am Mühlweg erst kürzlich zwölf städtische Drei-Zimmer-Wohnungen bezogen worden seien.

Holz- oder Steinhaus - Wo liegen die Stärken?

Für die Kindertagesstätten im Erdgeschoss sieht der Architektenentwurf jeweils vier Kita-Gruppen vor. Ursprünglich waren nur drei Gruppen geplant. Die höhere Auslastung des Grundstücks relativiere den hohen Kaufpreis, meint Bürgermeister Hoffmann. Für das ehemalige Fabrikgrundstück an der Weiskircher Hauptstraße hatte die Stadt vor einem Jahr rund eine Million Euro bezahlt. Der Preis von 510 Euro pro Quadratmeter lag mehr als 40 Prozent über dem damaligen Bodenrichtwert. Die Opposition bezeichnete diesen Preis als überhöht. Außerdem kritisierte sie die Tatsache, dass die Verkäufer die Stadt unter Zeitdruck setzten.

Die Planung der Kindertagesstätten berücksichtige die Erfahrungen beim Bau des Familienzentrums Jügesheim und der U3-Kita an der Breubergstraße, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler: „Wir haben versucht, das Beste aus beiden Einrichtungen zu übernehmen.“ So werde es in den geplanten Neubauten keine fensterlosen Sanitär- oder Schlafräume geben.

Der Vorentwurf ist nach Angaben des Magistrats bereits mit der Baugenehmigungsbehörde des Kreises Offenbach abgestimmt. Die Stadtverordneten entscheiden am 3. September, ob die Gebäude auf der Grundlage dieser Planung gebaut werden.

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