Jüngste Abteilung des JSK feiert Geburtstag: Alle Altersklassen besetzt

Zehn Jahre American Football in Rodgau

Die Rodgau Pioneers  haben bereits einige Erfolge für sich verbuchen können.
+
Die Rodgau Pioneers  haben bereits einige Erfolge für sich verbuchen können.

Die jüngste Abteilung des Jügesheimer Sport-und Kulturvereins (JSK) Rodgau hat einen runden Geburtstag: Die Abteilung American Football ist zehn Jahre alt. Gefeiert wurde allerdings nicht. „Sobald es Corona zulässt, wollen wir das aber nachholen“, sagt Abteilungsleiter Ingo Klabers.

Jügesheim - Gegründet wurde die Abteilung mit Blick auf eine mögliche Fusion zwischen den beiden Jügesheimer Vereinen Turngesellschaft und TGM SV (die erst deutlich später zu Stande kam, als seinerzeit erwartet) als gemeinsames Projekt. Der Trendsport Football sollte in das Jügesheimer Vereinsleben integriert werden, Armin Merget (TGS) und Dirk Kurtze (TGM SV) trieben das Projekt damals voran. Zunächst gehörte die Abteilung der TGM SV an, bis 2016 endlich die Fusion der beiden Großvereine erfolgte. Mit 43 jugendlichen Spielern ging es los. Die Jügesheimer schickten zu Beginn eine U19- und U16-Jugendmannschaft in die Punktspielrunde, schnell kamen noch die Herren und in der U13 ein weiteres Jugendteam hinzu. Der Name für die Teams stand schnell fest: Rodgau Pioneers. Dass die neue Abteilung für alle Footballbegeisterten aus Rodgau offen ist, sollte unbedingt im Mannschaftsnamen deutlich gemacht werden.

„Coach T“ spricht Deutsch und Englisch mit seinen Spielern

Von der ersten Minute an dabei war Theartis N. Walter, kurz Coach T, der Headcoach der Pioneers. Von seiner Erfahrung als Spieler und Trainer profitiert der ganze Verein. Und weil er sich auf dem Feld mit den Spielern in Deutsch und Englisch unterhält, machen viele der Kinder und Jugendliche auch noch in ihrer ersten Fremdsprache große Fortschritte. „Er ist der Vater des Erfolges, mischt überall mit“, erklärt Klabers, „und hat einfach ein sehr gutes Händchen.“

Und Erfolge haben die Pioneers in ihrer noch jungen Historie schon einige verzeichnet. Die Herren stiegen bis in die Oberliga auf, aus der sie sich im Mai 2018 aufgrund großer Verletzungssorgen allerdings freiwillig zurückzogen. Die neu formierte Mannschaft sicherte sich ein Jahr später in der Verbandsliga die Meisterschaft und feierte den Aufstieg in die Landesliga. Noch besser lief es für die U19, die sich als Nachrücker – Meister Bad Kreuznach verzichtete auf den Aufstieg – 2018 für die Jugendbundesliga, die German Football League Juniors (GFL Juniors), qualifizierte. Doch die Ernüchterung für die jungen Rodgauer folgte schnell: Nach zwei deftigen Pleiten zum Rundenstart führten der dünne Kader auf und neben dem Platz zunächst zu einigen kampflosen Niederlagen und schließlich zum freiwilligen Rückzug.

Doch seitdem geht es wieder spürbar aufwärts. Viele junge Spieler, vor allem aus der eigenen U19, wurden erfolgreich in die erste Mannschaft integriert, der Kader umfasste zwischenzeitlich 50 Spieler. Die waren auch nötig, um in der Verbandsliga zu bestehen und sich im Finale gegen Koblenz mit einem überzeugenden 25:7-Sieg den Titel zu sichern.

Pandemie bremst auch die Rodgau Pioneers

In diesem Jahr bremste die Corona-Pandemie jedoch auch die Pioneers aus. „Die Herren haben von Beginn an gesagt, dass sie im Herbst nicht an der Punktrunde teilnehmen“, erklärt Klabers. Bei der Jugend legte der Verband verschiedene Ligen zusammen, um zumindest einen gewissen Spielbetrieb zu ermöglichen. Auf- und Absteiger wird es nach dieser Notlösung allerdings keine geben.

Zwischenzeitlich ist die Abteilung bei über 200 Mitgliedern angekommen. „Im Jugendbereich profitieren wir davon, dass viele junge Spieler bei uns hineinschnuppern, die zuvor keinen Sport getrieben haben oder keine Lust mehr auf Fußball hatten“, sagt Klabers, selbst lange Jahre Fußballer in den Reihen der Turngesellschaft. Weiterer Vorteil: Die Pioneers haben alle Altersklassen besetzt: U13, U16 und U19. Die jungen Sportler haben also die Möglichkeit, durchgehend ihrer Sportart nachzugehen und müssen nicht befürchten, eine Zwangspause einlegen oder den Verein wechseln zu müssen, weil in einem Jahrgang keine Mannschaft gestellt werden kann.

Eigene Cheerleader gehören seit 2017 dazu

Dazu kommen die eigenen Cheerleader, die seit Oktober 2017 am Start sind. „Da sind viele Mädels dabei, deren ältere Brüder bei uns Football spielen“, erklärt Klabers. Die Cheerleader werden dabei ebenso professionell trainiert, wie die Footballer, alle Trainer sind mit der entsprechenden Lizenz ausgestattet. „Darauf legen wir großen Wert“, meint Klabers. Komplettiert wird die große Football-Familie durch ein halbes Dutzend Schiedsrichter, die die Pioneers stellen.

„Ich hoffe, dass die Mitgliederzahlen nicht zurückgehen, sondern weiter wachsen“, sagt Ingo Klabers mit Blick auf die Corona-Pandemie. Die Footballer werden vorerst ihre Heimspiele weiterhin an der Weiskircher Straße austragen, sollen aber im Maingau-Energie-Stadion einen der drei Rasenplätze erhalten, wenn auf ihrem bisherigen Trainingsgelände der Bau eines weiteren Kunstrasenplatzes beginnt. Sportlich streben die Pioneers mit der Herrenmannschaft die Rückkehr in die Oberliga an. „Und dort wollen wir uns etablieren. Wir wollen unseren jungen Spielern eine gute Perspektive bieten, damit sie auch weiterhin in Jügesheim American Football spielen“, meint der Abteilungsleiter. Und ein paar Jubiläen wollen die Rodgau Pioneers schließlich auch noch feiern.

Von Patrick Leonhardt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare