Rodgauer helfen weiterhin im Hochwassergebiet

Zelt als Sporthalle

Als provisorische Sporthalle dient ein Rundbogenzelt in Ahrweiler.
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Als provisorische Sporthalle dient ein Rundbogenzelt in Ahrweiler.

Seit vier Monaten packen hilfsbereite Rodgauer fast ununterbrochen im Hochwassergebiet des Ahrtals an. Ihr jüngster Coup: Am vergangenen Wochenende bauten sie in Ahrweiler zwei weitere große Rundbogenzelte auf. Eines davon soll als provisorische Sporthalle dienen.

Rodgau - „Wir hoffen nächste Woche starten zu können“, sagt Sabine Schenke, die Geschäftsführerin des Turn- und Sportvereins (TUS) Ahrweiler. Noch sei manches improvisiert: Der Holzboden sei noch nicht ganz fertig, die Gummimatte als Bodenbelag sei noch nicht geliefert. Das sportliche Angebot im Zelt soll vom Eltern-Kind-Turnen über die Leichtathletik bis zur Seniorengymnastik reichen.

Das beheizbare Zelt ist für den Vereinssport ein großer Fortschritt, wie Sabine Schenke berichtet. Zwar dürfen die TUS-Gruppen auch Bürgerhäuser und andere Räume nutzen, müssen aber ihre Sportgeräte nach jeder Stunde wieder mitnehmen. Im Zelt können sie auch mal eine Bewegungslandschaft für Kinder aufbauen. Andere Übungsstunden fanden bisher im Freien statt und können nun in die Wärme umziehen. Das Zelt steht auch anderen Vereinen, zum Beispiel Karnevalsgruppen, zur Verfügung: In der Not halten alle zusammen.

„Es macht wahnsinnig viel Spaß“, sagt Tobias Schott vom Gewerbeverein Rodgau. Die Hilfsorganisationen arbeiteten Hand in Hand. Eine so enge Kooperation wünsche er sich auch für die Vereine in Rodgau.

Dank der Hilfe aus Rodgau stehen nun schon vier Zelte auf dem Gelände der „Ahrche“, eines Vereins für Katastrophenhilfe und Wiederaufbau. In einem Zelt befindet sich ein provisorischer Lebensmittelmarkt, in einem anderen erhalten Anwohner ein warmes Mittagessen.

Der Campingplatz in Ahrweiler ist seit Mitte Juli zu einer Anlaufstelle für die Bevölkerung geworden. In Containerräumen arbeiten unter anderem ein Friseursalon und ein Fußpfleger, es gibt einen kleinen Baumarkt mit Maschinen und Schrauben, eine Seelsorge-Stelle und ein Kinderkino in einem schnell errichteten Blockhaus. Etwa 20 Wohnwagen dienen als Schlafplätze für die Helfer. Tobias Schott: „Unser Camp wird immer größer.“ (Ekkehard Wolf)

Mit vereinten Kräften ziehen die Helfer die Zeltplane hoch.

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