Stadtplanung

Rodgau: Online-Video zeigt neues Wohngebiet

Das geplante Wohngebiet Rodgau-West soll die Lücke zwischen Hainhausen (links oben) und Jügesheim (rechts unten) füllen. Auf dieser Skizze zum städtebaulichen Rahmenplan sind sowohl die verdichtete Bebauung als auch die Frischluftschneisen zu erkennen. Zeichnung: p/Prosa Architektur + Stadtplanung
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Ein Storch im Anflug auf Rodgau-West: Das geplante Wohngebiet soll die Lücke zwischen Hainhausen (links oben) und Jügesheim (rechts unten) füllen. Auf dieser Skizze zum städtebaulichen Rahmenplan sind sowohl die verdichtete Bebauung als auch die Frischluftschneisen zu erkennen.

In einer Videopräsentation wird das geplante Wohngebiet Rodgau-West vorgestellt. Wegen der Corona-Pandemie ist das Projekt nun online zu sehen.

Jügesheim/Hainhausen - Einblicke in einen neuen Stadtteil erlaubt eine Videopräsentation zum geplanten Wohngebiet Rodgau-West, die ab sofort online zu sehen ist. Knapp 20 Minuten lang erklärt Kabarettistin Effi Rolfs („Die Schmiere“), was die künftigen Bewohner erwartet: ein Wohnquartier der kurzen Wege mit viel Grün, das zur Begegnung einlädt. Zugeparkte Straßen gehören der Vergangenheit an.

Das Gebiet Rodgau-West sei „ziemlich einmalig in der Region“, sagt Peter Kämmerling, der den Fachdienst Stadtplanung im Rathaus leitet: „Ich kenne keine Kommune, die sich mit der Mobilität innerhalb des Quartiers so intensiv beschäftigt hat.“ Auch der Klimawandel werde „von Anfang an konsequent mitgedacht“. Er erwarte, dass Rodgau-West zum Ziel vieler Exkursionen werde: Fachleute könnten sich dort über zukunftsorientierte Planung informieren.

Neue Ideen der Stadtplanung wollen gut vermittelt sein. „Wir wollen, dass dieses Gebiet von den Menschen in unserer Stadt verstanden wird“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Diesem Ziel dient der Internetauftritt „rodgau-west.de“, der über die einzelnen Planungsschritte informiert. Der jüngste Beschluss stammt vom November. Damals verabschiedeten die Stadtverordneten den städtebaulichen Rahmenplan. Gleichzeitig beschlossen sie, dass eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung stattfinden soll. Statt dieser Veranstaltung gibt es nun ein Online-Video. Das ist nicht nur coronagerecht, sondern lässt sich auch zu jedem gewünschten Zeitpunkt ansehen.

Kabarettistin Effi B. Rolfs erklärt Stadtplanung in Rodgau

Der Vortragstext verleugnet seine Herkunft nicht: In den ersten Minuten trägt Effi Rolfs lupenreine Planer-Prosa vor. Im letzten Drittel wird es lebensnah: Einige Beispiel-Bewohner zeigen, wie es sich in Rodgau-West leben lässt.

„Räume prägen menschliches Verhalten“, betont Kulturdezernent Winno Sahm. Der städtebauliche Rahmenplan biete die Grundlage für ein „Mitmachquartier“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler. Alle Bewohner könnten durch ihr Verhalten zu einem gelingenden Zusammenleben beitragen. Die Stadt wolle Verantwortung auf die Menschen übertragen. Das sei allemal besser, als nur auf Vorschriften und Kontrolle zu setzen.

Günstige Lage in Rodgau: Zwei S-Bahn-Stationen zu Fuß erreichbar

Mit rund 4 000 Bewohnern werde Rodgau-West fast ein neuer Stadtteil, sagt Bürgermeister Hoffmann. Die günstige Lage sei „ein Geschenk“: Wo gebe es das schon, dass zwei S-Bahn-Stationen zu Fuß erreichbar seien?

Das Quartier fülle die Lücke zwischen Jügesheim und Hainhausen, betont Erster Stadtrat Michael Schüßler: „Wir haben hier eine Riesenchance – und wir haben den maximalen Aufwand getrieben, um diese Chance auch zum Erfolg zu machen.“ Der Planungsprozess sei so offen und transparent, „wie ich es in Rodgau noch nicht erlebt habe“. Seit der Bürgerbeteiligung im November 2019 sei der Rahmenplan in vielen Punkten weiterentwickelt und konkretisiert worden.

Bis die ersten Häuser gebaut werden, dürften noch einige Jahre ins Land gehen. Die Hessische Landgesellschaft (HLG) hat im Auftrag der Stadt rund 20 Hektar Land angekauft, wie HLG-Projektleiter Robert Schütz berichtet. Frühestens Ende des Jahres kann das Bebauungsplanverfahren für den ersten Bauabschnitt beginnen. (Ekkehard Wolf)

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