Mehr als ein Ersatz

Zweckbau am Rodgauer Badesee soll bis Weihnachten stehen

Von oben ist das neue Funktionsgebäude am Strandbad gut zu sehen: Im neuen Jahr soll der Innenausbau bewerkstelligt werden.
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Von oben ist das neue Funktionsgebäude am Strandbad gut zu sehen: Im neuen Jahr soll der Innenausbau bewerkstelligt werden.

Ende Oktober wurde begonnen und bis Weihnachten „soll der Deckel drauf sein“, wie Erster Stadtrat Michael Schüßler beim Ortstermin sagte. Das neue Funktionsgebäude auf dem Badeseegelände in Nieder-Roden ist im Werden.

Nieder-Roden – Ein Brand hatte im März 2018 den Komplex mit Kasse und Sanitäreinrichtungen zerstört. Die Rauchsäule war damals kilometerweit zu sehen gewesen.

Zwischenzeitlich hatte man sich am Strandbad mit Containern beholfen. Doch nun konnte sich die Stadt über Landesmittel in Höhe von 490 000 Euro aus dem Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm freuen. 600 000 Euro trägt die Versicherung und ähnlich groß ist auch der Eigenanteil der Stadt. 1,7 Millionen Euro sind kalkuliert für das Empfangsgebäude am Strandbad, das nun auf den neuesten Stand gebracht und nicht etwa nur ersetzt wird. Deswegen hat Neubau nun auch etwa 240 Quadratmeter überbaute Fläche, der Vorgänger war lediglich 170 Quadratmeter groß.

Im Erdgeschoss wird der Komplex für Frauen sechs Duschen, sechs Umkleideräume sowie zehn Toiletten bieten und für Männer fünf Toiletten, fünf Urinale, fünf Duschen und vier Umkleiden. Hinzu kommt eine barrierefreie Toilette. Im ersten Stock finden Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und Verwaltung Platz. Photovoltaik- und Solaranlagen liefern Strom und warmes Wasser für den Eigenbedarf, Luftwärmepumpen helfen beim Heizen.

Wenn alles so läuft wie geplant, sollen Rohbau, Dach- und Zimmermannsarbeiten bis Weihnachten abgeschlossen und die Fenster eingesetzt sein. Drinnen könnten dann Fliesen verlegt und Heizungs- und Sanitärarbeiten ausgeführt werden.

Der Innenausbau der ersten Etage werde sich bis in die Badesaison ziehen, vermutet Architektin Melanie Geiss vom Büro Planwerk GmbH. Optisch dominiert der Sichtbeton im Erdgeschoss, im ersten Stock werden die Wände mit Lärchenholz verkleidet.

Auf der Baustelle blickte Erster Stadtrat Michael Schüßler auf ein in jeder Hinsicht schwieriges Jahr zurück. Hygienekonzept, unterschiedliche Organisationskonzepte und je nach Verordnungslage schwankende Maximalbesucherzahlen hätten zu den neuen Herausforderungen gehört. Das Strandbadteam habe aber viele schwierige Situationen gut gemeistert, lobte der Freidemokrat den engagierten Einsatz der Mitarbeiter.

Obwohl der Badesee erst am 19. Juni geöffnet hatte, kamen doch etwa 120 000 Besucher. Betriebsleiter Thomas Dursun erinnert sich, dass keineswegs alle Besucher Verständnis gezeigt hätten für die besonderen Bedingungen etwa wenn ein Mund-Nasen-Schutz an Engstellen getragen werden musste.

Damit die Besucherzahlen kontrolliert werden konnten, wurde ein webbasiertes Reservierungssystem angeschafft. Scanner erfassten den Ein- und den Austritt aus dem Gelände. Zusätzliches Personal war mit Desinfektion und Reinigung beschäftigt. (siw)

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