Eingeschränkter Regelbetrieb 

Nach Corona-Pause: Kitas in Rodgau öffnen Anfang Juni 

Bildergalerie am Ludwig-Erhard-Platz: In den Wochen der Corona-Schließung haben die Kinder der Kita „Eulennest“ ihren Erzieherinnen zahlreiche Bildergrüße geschickt.
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Bildergalerie am Ludwig-Erhard-Platz: In den Wochen der Corona-Schließung haben die Kinder der Kita „Eulennest“ ihren Erzieherinnen zahlreiche Bildergrüße geschickt.

Nach elf Wochen können mehr als 1000 Rodgauer Kinder können bald wieder in den Kindergarten gehen. Am 2. Juni werden die Kindertagesstätten wieder eröffnet. 

Rodgau – Mehr als 1000 Rodgauer Kinder können bald wieder in den Kindergarten gehen. Nach elf Wochen Zwangspause wegen Corona nehmen die Kindertagesstätten am Dienstag, 2. Juni, wieder ihren Betrieb auf. 

Erster Stadtrat Michael Schüßler spricht von einem eingeschränkten Regelbetrieb. Das bedeute, „dass alle Kinder an zwei aufeinanderfolgenden Tagen für sechs Stunden einschließlich Mittagessen kommen können“.

Diese Entscheidung betrifft nur die 15 städtischen Kindertagesstätten. Die zwölf Kitas der Kirchen und der freien Träger legen ihre eigenen Regeln fest.

Das Konzept „Zwei Tage à sechs Stunden“ orientiert sich an den Ergebnissen einer Elternbefragung vor einigen Wochen. Mehr als 600 Eltern hatten sich daran beteiligt.

Kleinere Gruppen und verstärkte Hygiene sollen die Ansteckungsgefahr begrenzen. Jede Kindergruppe wird in zwei Gruppen (A und B) aufgeteilt. Das gilt sowohl für die Drei- bis Sechsjährigen als auch für die Kleinkinder unter drei Jahren. Die A- und B-Gruppen kommen an unterschiedlichen Tagen. Sie sind räumlich von der Notbetreuung getrennt.

„Wie wir die Gruppen teilen, wird nach pädagogischen Gesichtspunkten von den Gruppenerzieherinnen entschieden“, betont Sozialdezernent Schüßler. Die Erzieherinnen vor Ort seien diejenigen, die die Kinder und ihre Spielzusammenhänge am besten kennen. Aus Rücksicht auf die Familien achte man darauf, dass Geschwisterkinder an den gleichen Tagen die Kita besuchen.

Statt der üblichen Öffnungszeit von bis zu zehn Stunden täglich hat sich die Stadt zunächst auf sechs Stunden festgelegt. Dadurch wechseln sich im Lauf des Tages weder die Kinder noch die Erzieherinnen ab. „Ein Schichtbetrieb ist weder unter pädagogischen als unter hygienischen Gesichtspunkten sinnvoll“, sagt der Erste Stadtrat. Bei einer Aufteilung in Vor- und Nachmittagsbetrieb mit wechselnden Kindergruppen hätten die Kinder zu wenig Spielzeit; außerdem müssten die Räume mittags desinfiziert werden. Eine längere Öffnungszeit hingegen würde einen Personalwechsel erfordern – mit doppeltem Infektionsrisiko.

Aus „gesundem Pragmatismus“, so Schüßler, hat sich die Stadt auch dafür entschieden, die angehenden Schulkinder in ihren gewohnten Gruppen zu fördern.

Für die Kinder in der Notbetreuung ändert sich nichts. Sie können weiterhin so oft und so lange in die Kita gehen wie bisher. Das betrifft rund 250 Kinder. Angefangen hatte die Notbetreuung mit 30 Kindern, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Das Angebot wurde im Lauf der Zeit auf weitere Berufsgruppen und auf Kinder von Alleinerziehenden ausgedehnt. Nun sollen noch Kinder mit Integrationsbedarf hinzukommen. Auch an eine Regelung für besondere familiäre Härtefälle ist gedacht. „Was wir nicht möchten, ist dass jetzt jeder ein Härtefall wird“, betont Michael Schüßler.

Und wie sieht es mit den Kita-Gebühren aus? „Wir haben und kreisweit verständigt, dass wir die Gebühren im Juni einstweilen weiter aussetzen wollen“, so Schüßler. Wie es dann weitergeht, „werden wir in den politischen Gremien zu besprechen haben“.

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