Unsere Mediengruppe liefert Informationen für Kunst-Rundweg

Rödermark: 22 Skulpturen auf 21 Kilometern

Am „Knochen“ hat alles angefangen: Sylvia Baumer hatte im Sommer auf dem Rathausplatz Ober-Roden gefragt, ob unsere Zeitung ihr bei der Suche nach Informationen für den Skulpturenpfad helfen kann.
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Rödermark: Am „Knochen“ hat alles angefangen: Sylvia Baumer hatte im Sommer auf dem Rathausplatz Ober-Roden gefragt, ob unsere Zeitung ihr bei der Suche nach Informationen für den Skulpturenpfad helfen kann.

Um und in Rödermark gibt’s ab sofort eine Skulpturenpfad, an dem unsere Mediengruppe nicht ganz unschuldig ist. Initiatorin Sylvia Baumer hatte über die Offenbach-Post um Informationen zu Kunstwerken gebeten, die teils schon seit Jahrzehnten im öffentlichen Raum stehen und trotzdem vielen Leuten unbekannt sind. Die Resonanz war überraschend groß.

Rödermark – Kleine Frage, große Wirkung: Sylvia Baumer, die Gründerin von Kunst in Rödermark (KiR), wollte im Sommer wissen, welche Informationen über die vielen Skulpturen quer durchs Stadtgebiet im Archiv der Offenbach-Post schlummern. Nicht viele, musste ich ihr sagen. Doch dank mehr als 30 Jahren Lokalredakteur in Rödermark wusste ich, in welchen Schreibtischschubladen Informationen über die „Spalt-Tablette“ in Ober-Roden oder das Götter-Duo vom Urberacher Festplatz verborgen sind. Ein Aufruf in der Zeitung tat sein Übriges.

Jetzt hat Sylvia Baumer die mehr als 20 Kunstwerke in einer Dokumentation zusammengefasst und – dank radelnder Hilfe von Martin Winkler – zu Stationen eines 21 Kilometer langen Rundwegs gemacht. Ihre ursprüngliche Idee eines Skulpturenpfads wurde also weit übertroffen, die Offenbach-Post ist nicht ganz unschuldig daran.

Unser Leseraufruf stieß auf zahlreiche und sehr positive Resonanz. Er lieferte Informationen zum Denkmal der Tschonopler Donauschwaben oder den zum „Knochen“ umgetauften Rathausbrunnen, der in Wirklichkeit ein menschlicher Torso ist. Als solchen jedenfalls hatte ihn Bildhauerin Renate Golla 1976 gemeißelt. Weitere Recherchen bei Dr. Rüdiger E. Böhle im städtischen Archiv und bei Patricia Lips vom Heimat- und Geschichtsverein lieferten noch ein paar Erzählungen zu den Werken. Und altgediente Bauhofmitarbeiter konnten nach fast 30 Jahren endlich lästern, welch schwieriger Zeitgenosse Eberhard F. Gutberlet war, dem der Festplatz Urberach Seiltänzer und Gaukler zu verdanken hat.

Inzwischen wurden alle Werke fotografiert, in Google Maps eingetragen und auf der Homepage des Kunstvereins KiR beschrieben. Auch auf Facebook wurden die Daten in der Gruppe „Rödermark erLeben“ geteilt und positiv aufgenommen. Der dort aktive Martin Winkler hat den von Sylvia Baumer grob skizzierten Rundweg zu einer Radtour auf der Handy-App „outdooractive“ zusammengefasst und mit weiteren Fotos online bereitgestellt, später auch auf „komoot“. In beiden Apps können Nutzer die Routen kostenlos zur einfachen Navigation nutzen. Beispielhaft wurden QR-Codes generiert, unter denen die Texte zu den Werken online hinterlegt sind. Ein Übersichtsflyer mit der Rundroute entlang aller Skulpturen wird in den nächsten Tagen in Druck gehen.

Im August bewarb sich Sylvia Baumer mit dieser Dokumentation der Skulpturen um ein Projektstipendium der Hessischen Kulturstiftung, Anfang Oktober wurde es bewilligt.

Die Daten zu den Kunstwerken zu sammeln und über unterschiedliche Kanäle ins Bewusstsein der Leute zu bringen, war ein Ziel der KiR-Chefin. Außerdem wünscht sich Sylvia Baumer, dass auch die Stadt die Dokumentation online übernimmt und ergänzt. Ein Wunsch, den er gerne erfüllen werde, versicherte Bürgermeister Jörg Rotter. Auch Baumers Bitte, das Umfeld der Kunstwerke besser zu pflegen, soll nicht unerhört bleiben.

Im Herbst führte Sylvia Bauer erstmals Neugierige zu den Skulpturen in der „Grünen Mitte“. 2021 plant sie weitere Führungen, die man zu Fuß oder per Rad unternehmen kann. Martin Winkler hat ein weiteres Projekt vorgeschlagen, nämlich die Rundtour über ein You-Tube-Video vorzustellen, somit Interessierte über einen weiteren Kanal zu erreichen und von den Rödermärker Skulpturen zu begeistern. (Von Michael Löw)

Infos im Internet:

Links zu der Radtour auf https://out.ac/uSCjA bzw. https://www.komoot.de/tour/285918909?ref=wtd

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