Abschied für Anna Elsner: Fast eine Kleinstadt besuchte ihre Kurse

43 Jahre in der VHS Rödermark aktiv

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Integrationskurses verabschiedeten sich herzlich von ihrer Kursleiterin Anna Elsner.
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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Integrationskurses verabschiedeten sich herzlich von ihrer Kursleiterin Anna Elsner.

Nach vier Jahrzehnten Jahren im Dienst der Volkshochschule (VHS) Rödermark verabschiedete sich Kursleiterin Anna Elsner in den wohlverdienten Ruhestand. Am 1. Juli 1978 hatte sie ihre Russisch-, Deutsch- und vor 16 Jahren auch Integrationskurse aufgenommen. Fast genau 43 Jahre später wurde sie nun von ihrer Kollegin Nikolina Baric und ihrem letzten Integrationskurs mit einer kleinen Feier im Zehnthof verabschiedet.

Rödermark - VHS-Leiter Frank Dörner hatte versucht auszurechnen, wie viele Kursteilnehmer insgesamt ihre Kurse durchlaufen hatten, und war dabei auf etwa so viele gekommen, wie die Stadt Rödermark Einwohner hat – allein in den letzten neun Jahren waren es 1800. Die VHS Rödermark hat rund zehn Integrationskurse im Programm, die sich an Menschen mit ganz unterschiedlichen Sprachkenntnissen wenden.

„Du wirst in Rödermark fehlen“

„Immer sattelfest, immer seriös, immer eine klare Linie“, beschrieb Frank Dörner die scheidende Mitarbeiterin. Sie sei „auf ihre Weise streng, aber gerecht“. Dass Anna Elsner die große Begeisterung, die sie selbst dem Unterricht entgegenbrachte, auch auf ihre Schülerinnen und Schüler zu übertragen wusste, merkte man der Abschiedsfeier an, in der nicht nur so manche Träne floss, sondern die Herzlichkeit zwischen Lehrerin und Schülern sehr deutlich wurde. „Du konntest die Leute immer dazu anhalten, dass sie gut Deutsch lernen“, lobte Frank Dörner, „und schade: du wirst in Rödermark fehlen!“

Hoch gelobt wurde Anna Elsner auch von ihrer Kollegin Nikolina Baric, von Dr. Christian Gabriel-Junk, Fachbereichsleiter Integration an der Kreisvolkshochschule, sowie von der pädagogischen Leiterin Hildegard Fries, die sich vieler netter Besonderheiten der engagierten Bäckerin erinnerte: „So hast du etwa für alle 20 Mitarbeiter an der VHS zu den Geburtstagen Kuchen in Form ihrer Anfangsbuchstaben gebacken – das haben wir dir nie vergessen!“

Anna Elsner war der Liebe wegen 1975 nach Deutschland gekommen – direkt aus Wladimir, rund 200 Kilometer von Moskau entfernt, nach Offenbach – und das 19 Tage vor der Geburt ihres ersten Sohnes. Die Arbeit an der Volkshochschule hat sie ebenso geprägt wie umgekehrt ihre Lebenserfahrung den Unterricht geprägt hat – so etwa auch bei zahlreichen Studienreisen nach Russland, nicht nur zu Zeiten der Perestroika.

Doch nun wird es für sie Zeit zu gehen. „Vor vielen Jahren hat schon der damalige Hausmeister in Heusenstamm zu mir gesagt: ‚Da kommt der Dinosaurier von der Volkshochschule!‘ Ich bin aber antiquarisch und steige immer in meinem Wert“, schmunzelte die scheidende Kursleiterin, die nun mit ihrem Mann Lothar, der lange Jahre Leiter der VHS Rödermark und später der Kreisvolkshochschule war, zum Wandern gehen und weitere schöne Dinge machen möchte. „Ich hoffe aber, ich war nicht nur ‚die Frau vom Lothar Elsner‘!“ Daran zweifelt in Rödermark garantiert niemand, der sie und ihre Persönlichkeit kennt. (chz)

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