Rödermark bekommt digitalen Kunst- und Geschichtspfad

Rödermark: 55 sehenswerte Ecken

Die Zeiten, in denen ein dickes Buch Informationen über Rödermarks Perlen lieferte, sind bald vorbei. Ab September hängen an 55 markanten Punkten Schilder mit QR-Codes, die man mit dem Smartphone scannen kann.
+
Rödermark: Die Zeiten, in denen ein dickes Buch Informationen über Rödermarks Perlen lieferte, sind bald vorbei. Ab September hängen an 55 markanten Punkten Schilder mit QR-Codes, die man mit dem Smartphone scannen kann.

Urberach kann nicht mit Fachwerk wuchern wie Dreieichenhain oder Seligenstadt. Und die Kunstwerke an den Straßen von Ober-Roden sind kein bisschen documenta-verdächtig. Aber etliche Bauten, Denkmäler und Skulpturen haben mehr als nur einen flüchtigen Blick verdient – zumal das Interesse an lokaler Historie und Kultur wächst auch in Rödermark.

Rödermark - Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV), der Verein Kunst in Rödermark (KiR) und die Stadt machen 55 historisch interessante Orte und Kunstwerke im öffentlichen Raum erlebbar. Der Urberacher Regisseur Oliver Nedelmann hat das Projekt koordiniert. Gestern stellte er es zusammen mit Patricia Lips, der Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) vor.

Wie immer hat ein solches Vorhaben viele Mütter und Väter. Den Anstoß gab letztlich Bürgermeister Jörg Rotter, der in Dietzenbach auf die dortigen „Haltestellen Kunst“ aufmerksam wurde. Der Magistrat griff die Idee auf und legte im Dezember die Verantwortung in die Hände von Oliver Nedelmann. Der wiederum konnte auf umfangreiche Vorarbeiten Rödermärker Vereine und Initiativen zurückgreifen: Der HGV hat für jeden Ortsteil historisch fundierte und sehr unterhaltsame Rundgänge ausgearbeitet, die auf der Vereinshomepage zu finden sind. Die Vorsitzende des Vereins Kunst in Rödermark, Sylvia Baumer, hatte im vorigen Sommer mit Unterstützung der Offenbach-Post mehr als 20 Skulpturen erfasst und dokumentiert. Viele von ihnen stehen an Hauptstraßen oder zentralen Plätzen und wurden bis dahin trotzdem kaum beachtet. Martin Winkler hat daraus eine Radtour gemacht, der man über www.outdooractive.com folgen kann.

Mit viel Beharrlichkeit hat sich Altbürgermeister Alfons Maurer für das Sichtbarmachen von Kultur starkgemacht. Unterhaltsames hat Ober-Rodens Ortskernführer Reinhard Berker beigesteuert. Und Sylvia Altenberg hat nach dem Lesen der ersten Liste dafür gesorgt, dass eine Schleife des Kunst- und Geschichtspfades am Jazzkeller vorbeiführt.

Die meisten Texte, die der QR-Code aufs Smartphone bringt, spricht Profi Oliver Nedelmann. Lediglich die vier Kirchen werden von den Pfarrern Carsten Fleckenstein, Klaus Gäbler, Elmar Jung und Oliver Mattes erklärt.

All das wurde zusammengeführt und ergibt ab Anfang September den Rödermärker Kunst- und Geschichtspfad. Und wie kann man den erkunden? Man kann alles dem Zufall überlassen, stößt hin und wieder auf ein Schild im Stadtbild und lässt sich etwas über das Objekt erzählen. Kulturell oder historisch Interessierte mit etwas mehr Zeit und können ein paar Stationen entlang des Kunst- und Geschichtspfads ansteuern. Und schließlich kann man das Ganze planvoll angehen und wählt einen Ausgangspunkt, lässt sich durch Rödermark führen und entdeckt seine Heimatstadt vielleicht von ganz neuen Seiten.

Neben dem Rodau-Lehrpfad und dem Skulpturenpfad, die im Juni beziehungsweise im Herbst vorigen Jahres das Licht der Welt erblickten, ist der Kunst- und Geschichtspfad nun eine weitere Möglichkeit, Rödermark in seiner Vielfalt zu entdecken oder sein Wissen über Natur, Kunst und Geschichte zu vertiefen.

Die Kosten für Konzept, Ortstermine, redaktionelle Arbeiten für Homepage und Audio-Guide, Aufnahme und Bearbeitung für den Audio-Guide, Konzeption und Herstellung der Schilder und des Flyers sowie für die Internetseite konnten auch dank ehrenamtlichen Engagements auf rund 11 900 Euro begrenzt werden.  (Michael Löw)

» hgv1979-roedermark.de » kunst-in-roedermark.de

Rödermark: Mehr als 20 große Skulpturen wie der Brunnen am Jubiläumsstein in Ober-Roden stehen auf belebten Plätzen oder zentralen Kreuzungen. Und doch fristen sie oft ein Schattendasein. Der Kunst- und Geschichtspfad rückt sie ins rechte Licht.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare