Andrea Winn ist Nachfolgerin

Abgang aus Frust: SPD-Chef Karademir tritt nicht mehr an

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Umbau an der Spitze: Andrea Winn (2. von links) ist die neue Vorsitzende der SPD Rödermark. Dem gehören außerdem Luigi delle Donne (Kassierer), Reinhold Rüger (Beisitzer), Lars Beer (Schriftführer), Jochen Zeller (Presse), Hidir Karademir (Beisitzer), Heike Zeller (stellvertretende Vorsitzende) und Klaus-Joachim Rink (Beisitzer, von links) sowie Beisitzerin Claudia Schneider an.

Die SPD hat nicht nur einen neuen Fraktionsvorsitzenden, sondern auch eine neue Parteivorsitzende. Andrea Winn löst Hidir Karademir an der Spitze des Ortsvereins ab.

Rödermark – Karademir, gerade 65 geworden, rückt mit Frust und Selbstkritik in die zweite Reihe zurück. „Ich konnte der Partei nicht mehr weiterhelfen. Dann muss man aufhören können“, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. Gut besuchte Veranstaltungen wie die Feier zum 150. Parteijubiläum, der Neujahrsempfang mit dem scheidenden Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel oder zu 100 Jahren Frauenwahlrecht seien die eine Seite der Medaille gewesen. Doch bei fast allen Wahlen der jüngsten Zeit ging"s mit den Rödermärker Genossen bergab. Negativrekord waren die 14,4 Prozent bei der Landtagswahl 2015. Die Ergebnisse der Kommunal- (2016) und der Bürgermeisterwahl (2017) lagen unter 16 Prozent. Auf immerhin 19,1 Prozent kam die SPD bei der Bundestagswahl.

Hidir Karademir war acht Jahre lang Vorsitzender des Ortsvereins und kandidierte zweimal für den Landtag. Jetzt hofft er auf „neue Leute mit mehr Elan“.

Seine einstimmig gewählte Nachfolgerin ist Andrea Winn, seit Januar 2017 Mitglied der Partei. Sie war zunächst Beisitzerin, führte die Kasse und vertrat den Ortsverein im Unterbezirksvorstand. Andrea Winn wohnt seit 23 Jahren in Rödermark und ist beruflich als Bilanzbuchhalterin tätig.

Ihre vordringliche Aufgabe sieht sie in der Organisation des Europawahlkampfes: Europa sei nicht nur ein Friedensprojekt, sondern auch die Grundlage für die wirtschaftliche Kraft seiner Staaten, die ansonsten im Wettbewerb mit den Großmächten USA, China und auch weitere Schwellenmächte an den Rand gedrängt würden.

Der ebenfalls neue Fraktionschef Norbert Schultheis setzte sich bei der Jahreshauptversammlung mit der schleppenden Stadtentwicklung und der mangelnden Bereitschaft der schwarz-grünen Koalition, sich den drängenden Problemen eines bezahlbaren Wohnungsbaus zu stellen, auseinander. Darüber hinaus kritisierte er heftig die Gebührenpolitik in den Kindergärten. Andere Kommunen im Kreis hätten die Kostenübernahme für täglich sechs Stunden Betreuung durch das Land Hessen genutzt, um Eltern vollständig zu entlasten. Das sei in Rödermark nicht geschehen. Der letzte Haushalt von Bürgermeister Roland Kern habe trotz sprudelnder Einnahmen nur durch den Griff in die Reserven ausgeglichen werden können. Vom neuen Bürgermeister Jörg Rotter erwartet die SPD mehr Initiativen beim Wohnungsbau, der Stadtentwicklung und der Ausweitung der Kinderbetreuung.

von Michael Löw

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