Naturnahe Wiese soll allen Insekten Lebensraum bieten

Rödermark: AH-Fußballer buddeln für Bienen

Die Fußball-Senioren der TG Ober-Roden bereiten mit viel Muskelkraft den Boden für einen Schmetterling-Saum auf dem Vereinsgelände vor.
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Rödermark: Die Fußball-Senioren der TG Ober-Roden bereiten mit viel Muskelkraft den Boden für einen Schmetterling-Saum auf dem Vereinsgelände vor.

Die Initiative „Natur zurück in die Stadt“ gewinnt in Rödermark immer mehr Zulauf. Seit ein paar Tagen graben sogar die Fußballsenioren der TG Ober-Roden Teile des Vereinsgeländes um, damit Insekten dort wieder Nahrung finden.

Rödermark – Monatelang schlummerte das Gelände der Turngemeinde Ober-Roden im Winterschlaf vor sich hin. Jetzt aber herrscht frühlingshaftes Treiben: Seit Samstag letzter Woche wird am Rande zur Mainzer Straße hin Grasnaben entfernt, gezupft und gerecht. Die Alt-Herren-Fußballer der Turngemeinde legen zusammen mit der Aktionsgemeinschaft „Natur zurück in die Stadt“ einen weiteren Schmetterling-Saum an.

Von so einem Blühstreifen profitieren alle Insekten: „Weil der nicht gemäht wird, macht ihn das zu einem Lebensraum, der ganzjährig reichhaltige Nahrung bietet. Zudem ist der Saum die „Straße“, die ihnen ermöglicht, von einem Biotop zum anderen zu wandern. So kann der genetische Austausch sichergestellt werden“, erläutert die Biologin Doris Lerch.

Mit Hilfe dieser Wiese aus Menschenhand können nun Tiere naturnahe Gärten und naturnahe öffentliche Grünflächen dauerhaft besiedeln und so die Artenvielfalt in und um Rödermark erhöhen. „Ohne Insekten werden sich die Lebensbedingungen künftiger Generationen deutlich verschlechtern“, warnt Lerch und befürchtet sogar Mangelernährung von Menschen, weil die Blüten von Nutzpflanzen kaum noch gestäubt werden. Um die Zukunft ihrer Enkelkinder zu sichern, griffen die AH-Kicker zu Spaten und Hacke, entfernten den derzeitigen Belag, mischen die oberste Schicht mit Sand und säen einen Schmetterlings-Saum aus heimischen Wildpflanzen aus.

„Natur braucht Raum und Zeit zur Entfaltung. Einige Pflanzen werden erst nächstes Jahr blühen, aber mit der Zeit wird sich hier eine langlebige und dynamische Pflanzengesellschaft etablieren“, hofft Karlheinz Weber, der die Aktion „Natur zurück in die Stadt“ auch schon an mehreren Stellen im Breidert auf den Weg gebracht hat. Weitere Informationen zu dem besonderen Lebensraum können Passanten einer Infotafel auf dem TG-Gelände entnehmen.  (Christine Ziesecke)

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