Finale des Deutschen Schulpreises 2020

Rödermark: Nell-Breuning-Schule gehört zu Deutschlands Besten

Schüler bei der Preisverleihung des Deutschen Schulpreises.
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Rödermark: Gar nicht mehr hinsehen mochten einige Schülerinnen bei der Verkündung der Preise.

Immerhin ein Achtungserfolg springt für die Nell-Breuning-Schule aus Rödermark beim Deutschen Schulpreis heraus. Sie wird für einen der fünf zweiten Preise nominiert, muss in dieser Runde aber der Konkurrenz den Vortritt lassen. Doch allein die Finalteilnahme ist ein Erfolg.

Rödermark – Sekundenbruchteile keimt in den Gesichtern von Rektorin Christine Döbert, ihrem Stellvertreter Lutz Reeh, vielen Lehrern und Schülern noch einmal Hoffnung auf. „Gewinner des Deutschen Schulpreises 2020 ist die O...“, verkündet Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videoschalte aus Berlin und beendet ihren Satz: „Otfried-Preußler-Schule in Hannover.“

Trotzdem hat die Nell-Breuning-Schule (NBS) allen Grund stolz zu sein. Die Rödermärker Europaschule, eine Integrierte Gesamtschule, hatte sich voriges Jahr erstmals für den Deutschen Schulpreis beworben und erreichte auf Anhieb das Finale der 15 Besten. Das hat es noch nicht gegeben, lobte die Robert-Bosch-Stiftung, die den anspruchsvollsten und höchstdotierten Preis gute Schulen im Land seit 2006 zusammen mit der Heidehof-Stiftung vergibt.

Und die NBS war gestern bei der bundesweit gestreamten Verleihung lange im Rennen um einen der fünf zweiten Plätze, die ihr 20 000 Euro gebracht hätten. So „muss“ sie mit 5 000 Euro, Fortbildungsangeboten und einer individuellen Begleitung ihres Unterrichts vorliebnehmen.

„So etwas bringt einen immer voran“, war Rektorin Döbert nach ein paar Frustmomenten auch gleich wieder guter Dinge. Gegen 80 Konkurrenten gleich in die Endrunde gekommen zu sein, ist eine Würdigung des pädagogischen Konzeptes. Die Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildungspraxis bewerte unter anderem Leistung und Unterrichtsqualität. Damit hob sie zwei Kriterien hervor, die Kritiker – auch in Rödermark – einer Gesamtschule gern absprechen. Außerdem punktete die NBS mit ihrer internationalen Ausrichtung: Sie ermöglicht ihrer Zwölftklässlern Praktika im Ausland, unterrichtet unzählige Sprachen und hat Austauschprogramme mit China. Das hat in Hessen Seltenheitswert.

Ex-Bürgermeister Roland Kern hatte zuerst bei der Präsentation Daumen gedrückt und dann bei der Verkündung mitgebibbert. Sein Fazit: „Heute ist ein ausgezeichneter Tag für eine ausgezeichnete Schule.“ Sein Nachfolger Jörg Rotter hatte sogar ein Gespräch mit IHK-Geschäftsführer Markus Weinbrenner abgebrochen, um wenigstens beim Finale des Finales dabei zu sein. „Meine Nelly hat gezeigt, was sie kann“, freute sich der Ex-Schüler. Rotter besuchte die Nell-Breuning-Schule als sie noch Rodgauschule hieß.

Die Schüler mögen vor allem die menschliche Seite „ihrer Nelly“. „Sie ist sehr vielfältig“, meinte zum Beispiel Nina Zamadi aus der Eurosonggruppe. Auch Jugendliche, die neu hinzukommen, würden sofort Freunde, sagte Marcel Hitzel. (Michael Löw)

Rödermark: 64 Luftballons – einer für jede Klasse – trugen die Hoffnungen der Nell-Breuning-Schule gestern in den Ober-Röder Himmel.
Rödermark: Jugendliche aus vielen Ländern und unterschiedlichen Klassen, einige mit und andere ohne Handicap erläuterten, was sie an „ihrer Nelly“ schätzen. Ihre Präsentation wurde live in die 14 anderen Schulen übertragen, die sich für das Finale qualifiziert hatten.

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