Andrang des Publikums groß

Dauerstau auf der Kerbmeile

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Erstmals mussten beide Stadtoberhäupter zur Kerberöffnung arbeiten. Während Erster Stadtrat Jörg Rotter (Mitte) unfallfrei das traditionelle Bierfass anstach, schenkte Bürgermeister Roland Kern aus dem großen Bembel der Stierschen Kelterei erste Gerippte voll.

urberach - „Kallsche-Kallsche“ thront in seinem Kerbbaum vor St. Gallus und schaut vom zumeist blau-weißen Himmel auf die Kerbmeile und auf seine Orwischer und ihre Besucher herab: Die Kerb is doo!

Die Kerbfigur Kallsche-Kallsche erinnert in Urberach mit ihrem Namen an einen früheren Dalles-Bewohner, ebenso wie vieles an dieser Kerb an früher erinnert. So stehen neben den rekordverdächtigen 21 Kerbburschen und -mädchen dieses Jahrgangs auch noch ihre Vorgänger aus dem Jahre 1993 im Mittelpunkt – die ersten in der neueren Zeitrechung, die nun nach einem Vierteljahrhundert gebührend gefeiert wurden.

Sie kamen hoch auf dem Traktor von ihrem einstigen Treffpunkt bei Familie Schließmann hinter dem Chef der Kerbkommission, Dieter Hüllmandel, und Erstem Stadtrat Jörg Rotter (beide im Fiat 500-Coupé) auf den Dalles gezogen und wurden mit eigens gravierten Gerippten geehrt. Thomas Hermann stellte sie vor und gedachte ihrer beiden inzwischen verstorbenen Kollegen. Eine Veränderung gab’s beim traditionellen Bieranstich: neben Michelsbräu-Prokurist Reiner Strohfuß mit seinem Bierfass war auch der Maintaler Kelterer Jörg Stier mit einem riesigen Bembel in einem gewaltigen „Faulenzer“ angereist, sodass erstmalig sowohl Erster Stadtrat Jörg Rotter am Fass wie auch Bürgermeister Roland Kern am „Faulenzer“ arbeiten mussten.

Doch es gelang gut im Schatten des Kirchturms, und Moderator Werner Popp entließ die wohlgelaunten Festgäste erst einmal in die Kerbmeile, wo Alt und Jung viel Abwechslung und natürlich auch Leckeres für Leib und Seele serviert bekamen. Für die Seele etwa lockte auch die Kerbausstellung ins Töpfermuseum, wo der Heimat- und Geschichtsverein die Vergangenheit in Orwisch wieder aufleben ließ.

Keine Generation kommt ohne Autoscooter aus - so kommt man sich einfach geräuschvoll näher. -   Fotos: Ziesecke

Kein Riesenrad in diesem Jahr, aber dafür ein Riesen-Feuerwerk, ein Höhenfeuerwerk, das diesmal vom Ortsrand Richtung Offenthal gezündet wurde und die Organisatoren und Feuerwerker fast bis zum letzten Moment ins Schwitzen brachte. Die Trockenheit hätte beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch es zündete, wenn auch etwas verspätet, und zauberte völlig neue Figuren in den Nachthimmel.

Die zahllosen Kerbgäste rund um die volle Kerbmeile waren sich nicht so recht sicher: viele hätten es wohl lieber wieder eine Spur kleiner, aber dafür in „greifbarer“ Nähe hinter St. Gallus erlebt. Doch die nächtliche Attraktion leitete über in eine noch lange Kerbnacht, die in den Zelten des 06er Musikvereins oder der Urberacher Feuerwehr ebenso wie im mittlerweile etwas kühleren Freien mit Tanz weiterging, etwa zu den Oldies von „CaRo“.

Beste Stimmung bei der Orwischer Kerb: Bilder

Alle Jahre wieder ein Höhepunkt: Wenn man sich durch die verstopfte Kerbmeile durchgekämpft hat zur Bühne der Offenen Arbeit (OA), wo jeden Abend Rock-Bands auf dem Stagemobil auftreten. „Es läuft gut, auch wenn wir zwischenzeitlich mit einem Stromausfall zu kämpfen hatten“, fasste ein schon recht müder Patrick Zeise für die Offene Arbeit die Lage am späten Samstag Abend zusammen.

Noch warteten zwei Kerbtage mit allen Überraschungen auf Organisatoren und Besucher, denn in Urberach wird bis heute Abend durchgefeiert – morgend mit Frühschoppen und mittags sogar noch mit einer Vereinsolympiade auf dem Gelände der Offenen Arbeit. Besucher dürfen also noch viel erwarten von der Orwischer Kerb. (chz)

Weitere Programminfos: www.orwisch.de

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