„Main Chateau“-Wirt de Neufville eröffnet Lokal in Ober-Roden

Rödermark: Aufbruchstimmung am Bahnhof

Schon ab Mai soll der Tisch gedeckt sein: Carsten Barna, Greg und Mira de Neufville und Olympiaturner Daniel Winkler (von links) sind das Team, das die „Station 1“ im Bahnhof Ober-Roden bewirtet. Bürgermeister Jörg Rotter stellte das Gastrononenpaar und seine Partner gestern vor.
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Schon ab Mai soll der Tisch gedeckt sein: Carsten Barna, Greg und Mira de Neufville und Olympiaturner Daniel Winkler (von links) sind das Team, das die „Station 1“ im Bahnhof Ober-Roden bewirtet. Bürgermeister Jörg Rotter stellte das Gastrononenpaar und seine Partner gestern vor.

Das Warten hat nach sieben Jahren ein Ende. Noch im Frühjahr wollen Greg de Neufville und seine Frau Mira im Ober-Röder Bahnhof hessisch-modern, aber keinesfalls angehoben kochen. Mit der Präsentation der Wirtsleute endete gestern auch der Streit zwischen der Stadt Rödermark und Immobilienbesitzer Hans-Jörg Vetter.

Rödermark – Im vorigen Sommer lief alles auf einen großen Krach hinaus. Bürgermeister Jörg Rotter hatte die Geduld mit dem Investor des Bahnhofs Ober-Roden, Hans-Jörg Vetter, verloren und verhandelte mit einem neuen Partner. Knackpunkt war die im Kaufvertrag zwischen Stadt und Vetter festgeschriebene Gastronomie, die eigentlich das Herzstück des aufwendig sanierten Bahnhofs aus dem späten 19. Jahrhundert sein sollte. Doch seit gestern richten alle Beteiligten den Blick nach vorn.

Denn die Jahre des gastronomischen Stillstands im Ober-Rodener Bahnhof sollen schon in wenigen Wochen beendet sein. Zum 1. Mai will ein Trio im Anbau des geschichtsträchtigen Gebäudes die „Station 1“ eröffnen. Der frühere Olympiaturner Daniel Winkler, sein Geschäftspartner Carsten Barna und der als Geschäftsführer vorgesehene Gastronom Greg de Neufville haben eine GmbH gleichen Namens gegründet und die Räumlichkeiten von Bahnhofbesitzer Vetter gepachtet. Damit ist eine Rückabwicklung des Vertrags mit Vetter vom Tisch.

Die „Station 1“ werde „eine Mischung aus klassischer Kneipe und Restaurant“, erläutert Greg de Neufville. „Wir wollen etwas Neues für Rödermark. Gehobene Gastronomie, die man sich leisten kann“, fügt Daniel Winkler hinzu. Er und seine Partner stünden in den Startlöchern. „Wir haben schon einen Koch und einen Restaurantleiter.“ Jetzt geht es darum, den Rohbau, innerhalb kürzester Zeit in eine vorzeigbare Gaststätte zu verwandeln. Dafür wird die „Station 1“-GmbH mehrere hunderttausend Euro in die Hand nehmen. „Ich bin fast täglich auf der Baustelle“, berichtet Winkler, der nur ein paar Meter entfernt wohnt.

Der auch als Musiker und Musikproduzent erfolgreiche de Neufville betreibt seit einiger Zeit in Seligenstadt das „Main Chateau“, ein exklusives Hotel mit feiner Küche. Auch in Frankfurt hatte er zwei Lokale. De Neufville kündigt eine „moderne Küche“ im Bahnhof an: Poke Bowls, Steaks, Hamburger, Salate, Handkäs" nicht nur mit klassischer Musik und auch eine Auswahl an veganen und vegetarischen Gerichten stehen auf der Karte. Für die Dachterrasse verspricht er „Lounge-Feeling“; hier könne man sich zum typisch italienischen Aperitivo mit Snacks treffen. After-Work-Partys mit DJs aus Frankfurt plant er ebenfalls. Den Kiosk zu den Gleisen hin will de Neufville schon morgens ab fünf öffnen. Hier soll man sich mit Kaffee und einem Frühstücksmüsli oder belegten Brötchen versorgen.

Daniel Winkler hatte sich schon 2012 zusammen mit Innenarchitektin Alexa Schraverus und Malermeister Claus Wunderlich um den Kauf des Bahnhofs bemüht. In der Endausscheidung der drei Bieter, die dem Magistrat ihre Konzepte vorstellten, setzte sich damals Vetter durch, der den Bahnhof dann 2013 erwarb. „Der Bahnhof hat mich seitdem nie losgelassen“, versichert Winkler. Wie viele Ober-Röder sei er enttäuscht gewesen, „dass nichts lief“.

Im Jahr 2014 hatte Vetter mit der aufwendigen Sanierung des Gebäudes begonnen. Für die gastronomische Nutzung durfte ein alter Holzschuppen am unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof abgerissen und stattdessen ein elliptischer Anbau mit großen Glasfronten und Dachterrasse errichtet werden. Schon ein Jahr später präsentierte Vetter das fast fertig renovierte Gebäude und seine Pläne der Öffentlichkeit, stellte auch einen Betreiber des Restaurants vor, der jedoch wenig später absprang.

Bürgermeister Rotter ist sicher, dass Hausherr Hans-Jörg Vetter mit dem Trio gute Partner gefunden hat. „Der Mann brennt. Das wird keine Eintagsfliege“, schwärmte er gestern vom neuen Bahnhofswirt Greg de Neufville. Er bringe nach der baulichen Revitalisierung endlich echtes Leben. (Michael Löw)

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