Verstopfte Straßen

Problem Elterntaxi: Magistrat in Rödermark will Situation entschärfen

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Nachbarn haben das Gedrängel vor der Urberacher Grundschule im Blick: Die Töpferstraße ist morgens gegen acht ein Parkplatz für Elterntaxis. Vor der Trinkbornschule und ihrer Filiale im Breidert sieht’s nicht ganz so schlimm aus. Aber heikle Momente für Fußgänger gibt es auch dort.

Elterntaxis verstopfen die Straße vor der Urberacher Grundschule – nicht immer, aber bei Regen oder Kälte umso heftiger. Das Parlament hat den Magistrat beauftragt, die Situation an allen drei Schulstandorten zu entschärfen.

Rödermark – 45 Verkehrsverstöße – Parken auf der Fahrbahn, vor Einfahrten oder auf den Plätzen einer Arztpraxis – hatte der Autoclub Europa (ACE) kurz nach den Sommerferien vor der Schule an den Linden gezählt – innerhalb einer knappen Stunde. Der Bring- und Abholverkehr an allen Grundschulen hat aber längst auch die Politik auf den Plan gerufen: Die Freien Wähler (FWR) hatten ihn zum Thema der Sitzung des Stadtparlaments vorige Woche gemacht.

Sie forderten ein Dreierpaket: zeitlich beschränkte Zufahrtsmöglichkeiten, einen Absetzplatz für die Kinder (Kiss & Ride), der nicht unmittelbar in Schulnähe liegt, regelmäßige Kontrollen der Ordnungspolizei. Der FWR-Fraktionsvorsitzende Peter Schröder nannte Heusenstamm als Beispiel: Dort sperrt die Stadt Straßen vor Schulen zum Unterrichtsbeginn und -schluss für jeweils eine Stunde.

Rödermark: Elterntaxis verstopfen die Straßen

Dr. Rüdiger Werner (FDP) wählte drastische Worte: „Eltern müssen begreifen, dass sich ihre Kinder nicht auflösen, wenn mal ein bisschen Regen fällt und sie nass werden.“ Er will aber nicht nur schimpfen, sondern auch aufklären. Das Thema muss seiner Meinung nach ständig bei Elternabenden angesprochen werden.

Brigitte Beldermann (AL) hat festgestellt, dass am Steuer von Taxi Mama oder Papa überdurchschnittlich oft Urberacher mit Migrationshintergrund sitzen. Diese Bevölkerungsgruppe habe zum einen vergleichsweise weiten Schulweg vom Seewald-Gebiet aus und habe zum anderen ein erhöhtes Schutzbedürfnis ihren Kindern gegenüber. Beldermann hofft, diese Eltern über den Ausländerbeirat zu erreichen.

Rödermark: Lösungsvorschlag gegen Elterntaxis

Sie brachte einen vierten Lösungsvorschlag ins Gespräch: einen Laufbus, wie er zum Beispiel in Dudenhofen verkehrt. Dort bringen Eltern ihre Kinder zu markierten Haltestellen in der Nähe ihrer Wohnung und vertrauen sie anderen Eltern an. Die geleiten große Schülergruppen dann auf sicheren Wegen in die Schule.

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Im Kleinen funktioniert das auch in Urberach schon. Schröder weiß von mehreren Eltern, die sich zusammentun und ihre Kinder abwechselnd unter Aufsicht in die Schule laufen lassen.

Die Stadtverordnetenversammlung hat den FWR-Antrag einstimmig angenommen. Jetzt sind Magistrat und Verwaltung am Zug.

In Rödermark überlegt der Magistrat über eine Verlängerung der Linie S1 mit einem Schnellbus nach Dieburg. Die Polizei in Rödermark hat einen Lkw und einen Transporter kontrolliert. Den krassesten Anblick bot das Innere des Sprinters.

Von Michael Löw

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