Bebauungsplan für Hitzel & Beck-Gelände

Parkplatz bringt 1,23 Millionen Euro

Der provisorische Pendlerparkplatz westlich des Bahnhofs wird Teil des „Atrium“-Projektes. Dass dies zu einem Verkehrschaos in der Odenwaldstraße führen könnte, befürchtet allein die FDP - zumindest blieben nach dem Offenlegungsverfahren der Bebauungsplanes keine Einwände von Anliegern mehr übrig.
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Der provisorische Pendlerparkplatz westlich des Bahnhofs wird Teil des „Atrium“-Projektes. Dass dies zu einem Verkehrschaos in der Odenwaldstraße führen könnte, befürchtet allein die FDP - zumindest blieben nach dem Offenlegungsverfahren der Bebauungsplanes keine Einwände von Anliegern mehr übrig.

Ober-Roden - Der Bebauungsplan „Westlich des Bahnhofs“ ist jetzt beschlossene Sache. Das „Atrium“ des Babenhäuser Bauträgers Früchtenicht bringt Rödermark nicht nur rund 300 neue Einwohner, sondern auch mehr als 1,2 Millionen Euro.

Diese Summe zahlt der Investor für das städtische Grundstück neben dem ehemaligen Galvanikwerk Hitzel & Beck. Der Verkauf wurde notariell beurkundet. Die Sanierung und Wiederbelebung von Rödermarks giftigster Industriebrache - mehr als 40 Jahre verschmutzte ein Metallveredler Boden und Grundwasser - hat die letzten formalen Hürden genommen. Magistrat und Bauträger besiegelten Anfang des Monats den Verkauf des rund 3800 Quadratmeter großen städtischen Grundstücks Odenwaldstraße 40/40a. Investor Christian Früchtenicht überweist dafür 1.230.220 Euro und 92 Cent an die Stadt, teilte Bürgermeister Roland Kern mit. Diese „krumme“ Summe stimmt den Verwaltungschef mehr als zufrieden. Denn sie liegt am oberen Ende der Preisspanne (1,15 und 1,235 Millionen Euro), die das Parlament dem Magistrat als Verhandlungsspielraum bewilligt hat. Das Geld fließt, sobald der Kreis den ersten Bauabschnitt genehmigt hat.

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Während der Offenlegungsphase des Bebauungsplanes meldeten sich drei Bürger sowie 17 Verbände, Verkehrs- und Versorgungsunternehmen, Behörden und Handwerkskammer beziehungsweise Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Wort. Themen waren die Sanierung von Boden und Grundwasser, Löschwasserversorgung, Rettungswege und Lärmschutz. Stadt und Investor mussten aber auch prüfen, ob der Abriss der alten Firmengebäude „fledermausschonend“ erfolgt und den Einbau von „vier Spezialsteinen Typ 27 der Firma Schwegler für synanthrop adaptierte Fledermausarten“ in den Bebauungsplan festschreiben.

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Zwei Nachbarn aus der Odenwaldstraße hatten zunächst Bedenken wegen des Verlustes von rund 40 Pendlerparkplätzen auf dem bislang städtischen Grundstück geäußert. Sie zogen ihre Einwände aber während des Verfahrens zurück. Mit der Besitzerin des Grundstücks Odenwaldstraße 38, die einen massiven Wertverlust ihrer Immobilie befürchtet, einigte sich der Investor auf privatrechtlicher Basis.

„Damit wurden keine Bürgereinwendungen wegen der Verkehrsbelastung aufrecht erhalten“, sagte Stefan Gerl, der Fraktionsvorsitzende der AL. Das zeige, dass die Sorgen der FDP wegen eines Parkchaos" im Westen von Ober-Roden unbegründet seien. Tobias Kruger, Fraktionsvorsitzender der Liberalen, blieb seiner Rolle als Mahner treu: Das Projekt mit 150 Wohnungen und 1 000 Quadratmetern Gewerbefläche sei einfach zu groß. Peter Schröder (Freie Wähler) schloss sich der Kritik der IHK an: „Hier geht ein potenzielles Gewerbegebiet verloren.“ Trotz dieser Bedenken stimmte seine Fraktion zusammen mit CDU, AL und SPD für den Bebauungsplan zu. Die FDP lehnte ihn wie erwartet ab.

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