Industriebrache wiederbeleben

Perlite-Gelände: Eigentümer hat noch kein Konzept

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Im Pförtnerhaus des ehemaligen Perlite-Werkes hat sich der Dreck der Jahrzehnte angesammelt. Die Stadt will die Industriebrache wiederbeleben, der Besitzer auch. Aber das Verfahren zieht sich nun schon mehr als vier Jahre hin.

Urberach - Wie steht‘s um die im April 2014 beschlossene Revitalisierung des Perlite-Geländes? Die Freien Wähler wollten vom Magistrat wissen, was seit der Parlamentsentscheidung vor mehr als vier Jahren passiert ist.

Die Antwort des Magistrats zeigt einmal mehr, wie kompliziert öffentliches und privates Interesse miteinander ein Einklang zu bringen sind – obwohl beide Seiten so weit auseinander nicht liegen.
So haben die Stadt und der Besitzer des einstigen Dämmstoff-Werkes schon einen städtebaulichen Vertrag und mehrere andere Verträge geschlossen. Der Eigentümer der gut 1000 Quadratmeter großen Industriebrache beteiligte sich an der Sanierung der Straße Am Schwimmbad, die auch Schwerlastern die Zufahrt auf das Gelände ermöglicht, sagte Bürgermeister Roland Kern. Die Kosten für den Öko-Ausgleich sind nach Auskunft des Verwaltungschefs ebenso geregelt wie die für das 2017 von der Stadt in Auftrag gegebene Schallschutzgutachten. Auch diese 3950 Euro bekommt die Stadt zurück. Die Bauverwaltung steht regelmäßig in Kontakt zu dem Eigentümer, der allerdings als zwei verschiedene Rechtspersönlichkeiten handelt.

Der Perlite-Eigentümer hat aber laut Bürgermeister noch nicht entschieden, was hinter den Mauern zwischen Berufsakademie, Dreieichbahn und Erlenwald-Kleingärten geschehen soll. Kern: „Wir können deshalb nicht schalten und walten, wie wir wollen.“

Erst wenn diese Frage geklärt ist, kann die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen und die Änderung des regionalen Flächennutzungsplanes beantragen. Denn dort sind Grünflächen beziehungsweise Schrebergärten vorgesehen.

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Mit dem Parlamentsbeschluss vom April 2014 wollte die CDU/AL-Koalition eigenem Bekunden zufolge eine Brücke für den Perlite-Besitzer bauen, der in diesem Teil Urberachs weitere Grundstücke hat. Das werte diesen Bereich ökologisch auf und schaffe die dringend nötigen Gewerbeflächen. (lö)

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