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Rödermark: Bewegendes Passionsspiel

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Gallus-Kinder spielen die Passion Jesu. Zwei römische Soldaten bewachen ihn am Kreuz.
Gallus-Kinder spielen die Passion Jesu. Zwei römische Soldaten bewachen ihn am Kreuz. © Ziesecke

Den Leidensweg Christi darzustellen, ist für die Kinder der Kita St. Gallus in Rödermark-Urberach schauspielerisch und emotional eine Herausforderung. Sie müssen hinterher in die Realität zurückgeholt werden.

Rödermark – Wüsste man nicht, dass die Gruppe, die sich an der Abendmahltafel im Gallus-Kindergarten niederlässt, erst vier, fünf oder sechs Jahre alt ist, würde man als Zuschauer selbst in die Szene hineingezogen. Dermaßen lebendig haben die Kinder und ihre Erzieherinnen wieder das österliche Geschehen rund um Jesus und seinen Tod einstudiert.

„Wir haben am Montag Jesu Einzug in Jerusalem gefeiert, und nun feiern wir in einem kleinen Passionsspiel die Zeit vom Abendmahl bis zur Kreuzigung“, erläutern Manuela Frank-Hohn und Marion Beckmann, die religionspädagogisch sehr engagierten Erzieherinnen. Zum zweiten Teil waren nun auch Eltern und Freunde eingeladen, die ebenso wie Pfarrer Klaus Gaebler beim Mahl das Brot ausgeteilt bekamen und sehr konzentrierte Kinder am Tisch erlebten.

Die Szenen am Ölberg lassen sich auf dem Kita-Gelände sehr anschaulich gestalten: Jesus wacht, während die Jünger alle einschlafen sind, ehe er von Judas mit einem Kuss verraten und von zwei Soldaten in Ketten gelegt und abgeführt wird. Auch das Kreuz, an dem Jesus – bewacht von den Soldaten – stirbt, ist nicht beschönigt oder symbolisiert, sondern steht da und verkörpert die soweit bekannte Realität.

Mit dieser Szene ist das Spiel auch beendet. Das Lied „Zu Ostern in Jerusalem“ holt die jungen Akteure und ihre Besucher ins Heute zurück. Die Vorstellung der Schauspieler geschieht ohne „echte“ Namen. Genannt werden die, die aus der Bibel bekannt sind: „Ich bin Thomas, Jesus’ Freund“, „Ich bin Simon, Jesus’ Freund“. Dann zieht die ganze Prozession in den Kindergarten.

„Die Kinder müssen sich jetzt ganz schnell umziehen, um wieder in ihre Realität zurückzukommen. Sie haben sich so sehr und so ernst in das Passionsspiel hineingelebt, dass sie erst wieder zurückgeholt werden müssen“, erläutert Manuela Frank-Hohn den raschen Abmarsch der Truppe – sehr zum Bedauern der wartenden Eltern. Sie alle – egal welcher Hautfarbe und welcher Konfession – sind von dieser kurzen Aufführung bewegt, und Kitaleiterin Annemarie Kern-Richter ist sich sicher: „Unsere Kinder wissen spätestens jetzt auf jeden Fall, warum wir Ostern feiern!“ (Christine Ziesecke)

Nach dem Gebet am Ölberg schlafen die Jünger ein - nur Jesus wacht.
Nach dem Gebet am Ölberg schlafen die Jünger ein - nur Jesus wacht. © Ziesecke
Zu einem letzten Abendmahl versammelt sich die Gemeinschaft am großen Tisch.
Zu einem letzten Abendmahl versammelt sich die Gemeinschaft am großen Tisch. © Ziesecke

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