Vergrößerung des Gewerbegebiets im Urberacher Norden

Bewegung im Streit um den „Hainchesbuckel“

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Die AL radelte zu einigen der Gebiete, die sie mit der CDU weiterentwickeln will. Der „Hainchesbuckel“ war eine Station. Außerdem machten die Kommunalpolitiker auch an der Kapellenstraße und am Bahnhof Ober-Roden Halt.

Urberach - Die Erweiterung des Gewerbegebiets „Hainchesbuckel“ liefert trotz Sommerferien reichlich Stoff für Diskussionen. Die Andere Liste machte es zur Station ihrer Radtour, bei der sie auch andere für die Stadtentwicklung wichtige Flächen ansteuerte.

Ihre planerischen Ziele will die AL im August in einer Informationsveranstaltung erläutern. Ein „Frontalangriff mit der Murks-Brechstange“ ist nach Ansicht der FDP der CDU/AL-Antrag zum Gewerbegebiet „Hainchesbuckel“. Die Koalition wolle das Recycling-Unternehmen Rügemer „quasi enteignen“, kritisieren die Liberalen. Zwar sei es seit fast 20 Jahren politischer Wille, das Gewerbegebiet im Norden von Urberach zu erweitern. Seit all den Jahren herrsche hier jedoch Stillstand, weil sich niemand mit der dort bereits seit 50 Jahren ansässigen Firma zusammensetzen und eine Lösung zum Wohle aller Beteiligten finden wollte.

Nach Meinung FDP ist es absolut richtig und notwendig, dass die Entwicklung in diesem Gebiet vorankommt, aber der schwarz-grüne Aktionsplan ist nach Ansicht des FDP-Vorsitzenden Tobias Kruger ein „äußerst fragwürdiger, frontaler Angriff auf ein Rödermärker Traditionsunternehmen, das in diesem Jahr sein 50. Bestehen feiert und rund 40 Menschen gute und sichere Arbeit gibt“. Statt mit dem Unternehmen zu reden, schlagen CDU und AL eine Straße mitten durch Privatgelände vor, empört sich FDP-Pressesprecher Hans Gensert.

Nach dem Kenntnisstand der FDP besitzt die Firma Rügemer für ihren Recylingplatz unbefristete Betriebsgenehmigungen. Die von der Koalition beklagten „illegalen Zustände“ sind laut Fraktions-Vize Dr. Rüdiger Werner ein unhaltbarer Vorwurf: Wenn hier tatsächlich irgendetwas illegal sein sollte, stellt sich für die FDP die Frage, warum die Stadt nicht längst reagiert hat, sondern das, was die Koalition jetzt als „illegal“ bezeichnet, über Jahrzehnte geduldet wurde. Die Wortwahl im schwarz-grünen Antrag sei „schäbig“. Im Gespräch mit der FDP habe sich die Firma Rügemer jedenfalls sehr interessiert an einem Konsens gezeigt.

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Die FDP hat für die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Änderungsantrag formuliert, der allen Seiten gerecht werden soll.

Die wichtigsten Punkte sind: Das neue Gewerbegebiet wird über den Ausbau der bestehenden Straße entlang der jetzigen Bebauungsgrenze erschlossen. Die Firma Rügemer baut auf eigene Kosten eine Ausfahrt, die auf die Messenhäuser Straße mündet. Dies entlaste zum einen die neue Erschließungsstraße und zum anderen könnten die Lastwagen ihre Reifen sauberfahren und so die Verschmutzung der Messenhäuser Straße minimieren. Rügemer baut in westlicher Richtung eine Halle, die als Lärm- und Staubfang dient, sodass der bestehende Recyclingbetrieb neue Firmen nicht stört. Der Grüngürtel, der das Recyclingunternehmen nach Messenhausen hin abgrenzt und die Emissionen minimiert, bleibt erhalten und wird nach Westen als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme erweitert.

Mit weiten Teilen des FDP-Änderungsantrages kann sich mittlerweile auch die CDU anfreunden, sagte Vorsitzender Ralph Hartung. (lö)

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