Zwei Monate Sperrung zwischen Offenthal und Messel

Rödermark: Immer mehr Autos auf Urberacher Hauptstraßen

Freie Fahrt für den Durchgangsverkehr auf den Urberacher Hauptstraßen? Die Autoflut soll gestoppt werden, fordern die Anwohner. Aber in den nächsten zwei Monaten nimmt der Verkehr zu, weil Hessen Mobil die Landesstraße 3317 zwischen Offenthal und Messel von Grund auf erneuert und die Umleitung über Urberach führt.
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Rödermark: Freie Fahrt für den Durchgangsverkehr auf den Urberacher Hauptstraßen? Die Autoflut soll gestoppt werden, fordern die Anwohner. Aber in den nächsten zwei Monaten nimmt der Verkehr zu, weil Hessen Mobil die Landesstraße 3317 zwischen Offenthal und Messel von Grund auf erneuert und die Umleitung über Urberach führt.

Seit gestern wird die L 3317 zwischen Offenthal und Messel saniert. Das hat Folgen für Rödermark. Zwei Monate Sperrung verschärfen die Verkehrsprobleme auf der Ortsdurchfahrt Urberach. Und geben einen Vorgeschmack auf die Belastung der nächsten Jahre, wenn nicht endlich das Dauerproblem Ortsumfahrung gelöst wird.

Rödermark – Die K-L-Trasse ist für viele der Königsweg, der Hunderten von krach-, stau- und abgasgeplagten Urberachern mehr Ruhe bringen soll. Jetzt ist das „L“ des Dreiecks Offenthal-Messel-Eppertshausen gesperrt, Hessen Mobil erneuert seit gestern die Fahrbahn der L 3317. Das bringt bis voraussichtlich Weihnachten mehr Autos auf Konrad-Adenauer- und Traminer Straße, denn die B 486 wird als Umleitung für Pkw ausgeschildert. Lastwagen werden von der B  486 über die Rodaustraße auf den Rödermarkring geführt. Hessen Mobil will die Ampelschaltungen anpassen.

Um Schleichverkehr über die Kinzigstraße und das „Taubhaus“ zu verhindern, wird die Stadt in diesem Bereich nur noch Anliegerverkehr erlauben. Und die Sache im Auge behalten: „Die Verkehrslage wird gerade in der Anfangsphase genau beobachtet, damit die Beschilderung bei Bedarf angepasst werden kann“, kündigt die Erste Stadträtin Andrea Schülner an.

Doch es geht um mehr. „Diese längerfristige Sperrung hat auch größere Auswirkungen auf die Verkehrsströme Richtung Frankfurt in und um und durch Urberach, Ober-Roden, Messel sowie Eppertshausen“, sagt Wendelin Huber von der Bürgerinitiative Naturnahes Urberach (BINNU). Der Schwer- und Durchgangsverkehr muss raus aus dem Ort, fordert die BINNU. Die im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehene Umgehungsstraße zwischen Ortsrand und Bienengarten lehnt die Initiative aus vielen Gründen ab. Einige Beispiele: Flächenfraß, die Trennung des Bienengartens und mehrerer Bauernhöfe vom restlichen Urberach sowie mehr Lärm für viele Wohngebiete.

Die BINNU will die K-L-Trasse, also besagtes Entlastungs-Dreieck über die K 180 und die L 3317, „entsprechend tatsächlicher Verkehrsverhältnisse ausbauen“. Das halte den überörtlichen Verkehr im Fluss und reduziere die Autos in Urberach.

Eine Umgestaltung der Ortsdurchfahrt soll Autofahrern den Weg durch Urberach verleiden und sie auf die K-L-Trasse führen. Dazu soll ein dritter Kreisel mit Minimalradius an der Einmündung des „Taubhaus“ in die Konrad-Adenauer-Straße beitragen. Die Bürgerinitiative geht damit einen Schritt weiter als die Politik, die die B 486 bisher durch Kreisel am nördlichen und südlichen Ortsende beruhigen wollen.

Die Konrad-Adenauer-Straße soll auf die Hälfte ihrer Breite reduziert werden, damit sie den Charakter einer großstädtischen Ausfallstraße verliert. Versetzt angelegte Fahrstreifen und diagonal angeordnete Parkplätze könnten das möglich machen. Weitere Bremsen sind nach Ansicht der BINNU abgegrenzte Radwege und Grünstreifen zwischen Fahrbahnrand und Bürgersteig.

Was in Offenthal über Jahrzehnte möglich war, sollte sich nach Ansicht der Bürgerinitiative auch in Urberach umsetzen lassen: zumindest abschnittsweise Tempo 30 auf der Bundesstraße 486.

„Diese Maßnahmen wären bestens geeignet, dem Fernverkehr die Urberacher Ortsdurchfahrt zu vergällen, dabei die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern und darüber hinaus wieder ein urbanes Leben entstehen zu lassen, wie dies im Ortskern von Ober-Roden schon weitgehend gelungen ist“, fasst die BINNU die Wirkung ihrer Vorschläge zum Straßenumbau zusammen.

Unbedingt nötig sind für die BINNU auch bessere Verbindungen auf Dreieich- und S-Bahn, eine ergebnisoffene Untersuchung der K-L-Trasse und „klärende Gespräche“ der Stadt mit dem Regierungspräsidium Darmstadt, dem Hessischen Wirtschaftsministerium sowie den Nachbargemeinden Eppertshausen und Messel, auf deren Germarkung die K-L-Trasse überwiegend verläuft.

Info im Internet

https://mobil.hessen.de/pressemitteilungen/l-3317-fahrbahnerneuerung-zwischen-messel-und-offenthal. (Michael Löw)

Einen Kreisel auch an der südlichen Einmündung des „Taubhauses“ in die Konrad-Adenauer-Straße fordert die Bürgerinitiative „Naturnahes Urberach“. Er würde Autofahrer auf die Bremse zwingen und die Fahrt durch Urberach verlangsamen.

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