Firmlinge sammeln Lebensmittel für den „Rödermärker Brotkorb“

Rödermark: Bittgang vorm Supermarkt

Die Aktion der Firmbewerber hat sich gelohnt. Im Forum St. Nazarius stapeln sich die gespendeten Lebensmittel und Hygieneartikel. Sie warten auf die Abholung durch das Team des „Rödermärker Brotkorb“.
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Rödermark: Die Aktion der Firmbewerber hat sich gelohnt. Im Forum St. Nazarius stapeln sich die gespendeten Lebensmittel und Hygieneartikel. Sie warten auf die Abholung durch das Team des „Rödermärker Brotkorb“.

Die auf 2022 verschobene Firmung der diesjährigen jungen Katholiken in Rödermark sorgt für einen doppelt starken Jahrgang, der sich intensiv auf den Segen im Sommer vorbereitet. Zum Programm gehören viele Anregungen und Übungen in sozialem Verhalten. Schwierig ist für viele der sonst um kein Wort verlegenen Jugendlichen sicher die Aktion „Brotkorb“.

Rödermark - Vor Supermärkten und Discountern werben sie einen Vormittag lang bei den vorbeieilenden Kundinnen und Kunden um Spenden für die gleichnamige ökumenische Lebensmittelverteilstelle. Die Jugendlichen bitten um haltbare Waren und bringen sie zur Sammelstelle, diesmal im Forum St. Nazarius.

Manuel Chaves und Emmanuel Weber, die ihr Anliegen gut und informativ erläutern können und durchaus offen sind, waren sich einig: „Es ist schwierig zur Zeit, Menschen anzusprechen. Durch die Masken können wir nicht so gut beurteilen, wie die Leute reagieren. Offenheit für unser Anliegen oder sofortige Ablehnung lassen sich durch die eingeschränkte Mimik ausgesprochen schlecht einschätzen. Es fällt nicht leicht; man muss schon ein Mensch für so etwas sein!“ Ansonsten ist den 66 Firmbewerberinnen und -bewebern aber gut anzumerken, dass sie schon Erfahrung mit dem Ansprechen haben, anders als etwa die mindestens zwei bis drei Jahre jüngeren Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ihren Aktionen. Dazu kommt ein weiterer Aspekt, der die derzeitige Aktion erschwert: „Das Geld sitzt bei vielen Bürgern nicht mehr so locker; viele Menschen sind froh, wenn sie selber so einigermaßen über die Runden kommen“, berichtet die begleitende Katechetin Ursula Roth.

Doch der Erfolg stellt sich trotzdem ein. Nach anfänglichem Zögern füllen sich die bereitgestellten Bäckerkisten und Kartons im Nu. Manche Kunden haben ein oder zwei Artikel zusätzlich eingekauft, andere bringen mehr als doppelt so viel wie ihre eigenen Einkäufe vorbei. Manche haben es im Laden vergessen, stecken aber Geld in die Dose. Die Jugendlichen sortieren nach den wie immer gern gespendeten Nudeln, nach Vollkonserven, Mehl und weiteren Backzutaten, aber auch nach Hygieneartikeln bis hin zur Zahnpasta und Besonderheiten wie Wolle oder Schoko-Nikoläusen.

Nach rund vier Stunden kalten Füßen und anregenden Gesprächen vor den Rödermärker Supermärkten bringen die Jugendlichen gemeinsam mit den Helfern und mit Diakon Eberhard Utz die Sammelergebnisse ins Forum St. Nazarius, wo sie die Martinusstuben füllen. Es ist eine erfreuliche Flut, die mit den Geldspenden, von denen frische Waren gekauft werden, den Mitarbeitern und erst recht den Kunden des Rödermärker „Brotkorb“ in den nächsten Wochen das Leben erleichtern. Und für die Firmbewerberinnen und Bewerber ist"s ein höchst befriedigendes Ergebnis ihrer Sozialaktion und ein warmes Gefühl vor den Adventstagen.

Wichtige Hilfe: Der „Rödermärker Brotkorb“betreut rund 100 Familien mit geringem Einkommen. Er wird von den fünf Kirchengemeinden getragen und befindet sich im Keller des evangelischen Gemeindehauses Urberach. Aufgrund der Corona-Pandemie werden die Lebensmittel seit der Wiedereröffnung im Freien ausgegeben: donnerstags von 16 bis 17 Uhr.

(Christine Ziesecke)

Rödermark: Viele Kundinnen brachten beim Verlassen der Läden haltbare Lebensmittel vorbei, manche hatten den halben Einkaufswagen dafür vollgeladen.

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