Corona-Schutz erleichtert Rotem Kreuz die Blutspende

Blutspende in Urberach: Trotz Corona - die Not zur Tugend gemacht

Kein Zugang zur Blutspende ohne Fiebermessen – doch Rot-Kreuz-Helfer Holger Catta konnte zufrieden sein, denn alle Ergebnisse lagen im Normbereich. Foto: Ziesecke
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Kein Zugang zur Blutspende ohne Fiebermessen – doch Rot-Kreuz-Helfer Holger Catta konnte zufrieden sein, denn alle Ergebnisse lagen im Normbereich. 

„Es läuft so toll, dass wir schon überlegen, bei diesem System zu bleiben“, strahlten die völlig entspannt wirkenden Helfer des Rot-Kreuz-Ortsvereins Urberach nach dem Blutspendetermin unter Corona-Schutzmaßnahmen.

Urberach - Die Teilnehmer hatten sich online anmelden müssen und ein klar definiertes Zeitfenster zugeteilt bekommen.

Zusammen mit dem reduzierten Service und einer vermehrten Ärztezahl bei der Erfassung ging der „Durchlauf“ jedes Spenders in 35 bis 45 Minuten über die Bühne – eine Zeitspanne, die die Urberacher Rot-Kreuzler selbst in Rodgau und Dieburg erlebt hatten.

Trotz Corona-Auflagen: Blutspende-System bewährt sich

Das System scheint sich zu bewähren, auch wenn dabei die Spender etwas zu kurz kommen: kein Imbiss, kein freundlicher Schwatz mit den oft extra zusammen angerückten Mit-Spendern, kein Plausch beim Ausruhen danach ... Dafür aber gibt es eine exakte und präzise Blutspende zum Wohle anderer, und das sogar bei reduzierter Helferzahl. Die Aktiven des Urberacher Roten Kreuzes gehören oft der Corona-Risikogruppe an.

„In Corona-Zeiten ist vieles anders" - Blutspende-Termin per Onlinereservierung

„In Corona-Zeiten ist vieles anders. So auch unser aktueller Blutspendetermin“, sagt der Vorsitzende Günther Meister. „Wir haben erstmalig mit Onlinereservierung gearbeitet. Den Spendenwilligen standen 18 Zeitfenster zur Verfügung.“ Das Resultat überraschte: Alle Termine waren einen Tag vorher ausgebucht. Noch überraschender war die Disziplin der Angemeldeten: Bis auf wenige Ausnahmen erschienen tatsächlich alle zum Spenden.

Und somit konnten die Urberacher Rot-Kreuzler bei maximal 216 Plätzen 208 Spender begrüßen, von denen 197 zugelassen wurden. „Ein extrem erfreuliches Ergebnis, wozu auch 60 Spender von außerhalb Rödermarks beitrugen. Denn durch die in den letzten Monaten stark heruntergefahrene Zahl von Terminen suchen inzwischen viele Stammspender auch nach Alternativterminen in der Nachbarschaft“, berichtet Günther Meister.

Vorsicht wegen Corona: Spender werden gründlich untersucht

In der „Vorkontrolle“ wurden die Spendenwilligen diesmal mit Mund-Nasen-Masken ausgestattet (die fast durchgehend mitgebrachten konnten „geschont“ werden) und zu Ausschlusskriterien in Bezug auf Corona befragt. Helfer haben bei jedem die Temperatur gemessen.

Den hohen Sicherheitsanforderungen war es auch geschuldet, dass die Spender auf den geliebten Imbiss – die Essecke diente als Ruheraum – und das Dankeschön-Päckchen verzichten mussten. Die Ehrungen blieben ebenfalls auf der Strecke, denn nach wie vor gilt die Devise, möglichst wenig Kontakte zu schaffen und möglichst wenig Personal einzusetzen, um die Infektionsrisiken gering zu halten.

Wegen Corona: Spender-Jubiläum kann nicht geehrt werden

Damit konnte die 125. Spende von Manfred Fritsch aus Rodgau ebenso wenig gewürdigt werden wie die 25. Spenden von Peter Bartossek und Andreas Einbock. Zehn Mal spendeten Franziska Althaus, Thorsten Brater, Merlin Rebel und Michael Wahl.

Immerhin: Beim nächsten Termin am 4. August dürfen die Urberacher Rot-Kreuzler nach derzeitigem Stand immerhin wieder Spenderpäckchen verteilen. Ob sie auch einen Imbiss anbieten können, wird sich erst in den nächsten Monaten entscheiden.

Der letzte Blutspendetermin 2020 findet am 24. November von 15.30 bis 20 Uhr in der Halle Urberach statt – in der stillen Hoffnung, den Einbruch der Spenderzahlen zum Jahresbeginn wieder aufholen zu können.  chz

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