Bodajk ist das Vorbild

Rödermark will Städtepartnerschaft mit Plesna in Polen

Plesna soll die nächste Partnerstadt Rödermarks werden. (Symbolbild)
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Plesna soll die nächste Partnerstadt Rödermarks werden. (Symbolbild)

Plesna im Südosten von Polen soll Rödermarks vierte Partnergemeinde werden. Die 12 000-Einwohner-Stadt ist schon mit der ungarischen Partnerstadt Bodajk verschwistert. Das macht nach Ansicht von Bürgermeister Jörg Rotter den Reiz einer weiteren Partnerschaft aus.

Rödermark - Die Stadtverordnetenversammlung soll heute Abend darüber beschließen. Plesna liegt 1 085 Kilometer von Rödermark entfernt. Zur Grenze Polens mit der Ukraine sind"s nur 150 Kilometer, die Slowakei erreicht man in knapp einer Stunde mit dem Auto. Plesna hat elf Ortsteile und zieht sich an einem Fluss entlang. Viele Felder und Wiesen prägen das Bild der Landschaft.

Künstler und Politiker aus Plesna waren Mitte Juni beim Festival „Kultur ohne Grenzen“ zu Gast. Bei dieser Begegnung keimte die Idee der Dreiecks-Beziehung mit Bodajk. In Rödermark leben rund 450 Polen; sie bilden nach den Türken die größte Ausländergruppe. In der Nell-Breuning-Schule wird schon lange Polnisch unterrichtet.

Rödermark (Hessen): Delegation flog im September nach Polen

Mitte September flog eine Rödermärker Delegation nach Polen. Stadtrat Manfred Rädlein (Freie Wähler) stellte Plesna mit einer ausführlichen Bilderschau im Sozialausschuss vor. Bürgermeister Jozef Knapik gehört der national-konservativen polnischer Regierungspartei PIS an, seine Stellvertreter sind dagegen Mitglieder der Oppositionsparteien. Vereine wie in Deutschland sind dort unbekannt.

Ausgerechnet die Freien Wähler meldeten Bedenken an. „Wir sollten uns nicht von der Begeisterung von zwei kurzen Begegnungen blenden lassen“, mahnte deren Stadtverordneter Siegfried Kupczok. Noch würden höchstens ein Prozent der Rödermärker Plesna kennen.

Rödermark (Hessen): Partnerschaft mit Bodajk in Ungarn blüht

Das sei auch vor der Verschwisterung mit Bodajk so gewesen, hält Rotter entgegen. Auch die wurde nur nach dem Besuch einer Delegation – allerdings einer ziemlich großen – beschlossen. Und auch in Bodajk existieren keine Vereine, wie man sie hierzulande kennt. Doch genau das ist für Rotter der Grund, warum „Bodajk die einzige Partnerschaft ist, die blüht“. Denn im Gegensatz zu den Partnerschaften mit Saalfelden und Tramin werde sie nicht von „Offiziellen“, sondern von der Bevölkerung getragen.

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