Acht Monate später als versprochen

Hauptsache, das Netz steht

Rödermark - Die Telekom hat den Ausbau des Breitbandnetzes abgeschlossen. 13.000 Haushalte können mit bis zu 100 Megabit (Mbit) pro Sekunde im Internet Telefonieren, Surfen und Fernsehen. Aber noch gibt's einige Straßen, in denen bei 50 Mbit Schluss ist. Von Michael Löw 

Und beim Zeitplan hinkte die Telekom den eigenen Versprechen, nicht aber den vertraglichen Vereinbarungen mit dem Kreis hinterher. Bürgermeister Roland Kern sprach gestern von einem „Jahrhundertwerk, bei dem es auf ein paar Monate nicht ankommt“. Gemeint war der Aufbau des Hochgeschwindigkeits-Internets durch die Telekom, das bis Ende 2017 in ganz Rödermark stehen sollte. Diesen Termin hatte Regio-Manager Volker Pechmann bei einem Informationsabend Mitte Oktober in der Kelterscheune genannt.

Gestern räumte er ein, dass das voreilig, aber nicht komplett falsch war. Zwar haben erst jetzt flächendeckend rund 13 000 Haushalte Zugang zum Internet mit Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbit/Sekunde beim Download (Herunterladen) und von bis zu 40 Mbit/Sekunde beim Upload (Hochladen). Der Ausbau hat letztendlich mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Ein Grund für die Verzögerung: Selbst ein Großkonzern wie die Deutsche Telekom findet derzeit nur schwer Firmen, die die Leitungen verlegen.

Die Probleme sind aber nur ein Teil der Wahrheit. Fakt ist auch: Immer dann, wenn die Telekom einen der 36 neuen Verteiler aufgestellt und einen der 89 alten Verteiler modernisiert hat, gingen die umliegenden Straßen ans Netz. Das passierte seit Anfang 2018 in der Tat sukzessive. Erste Kunden, so Volker Pechmann, haben ihre Verträge schon vor Monaten abgeschlossen.

Die betriebswirtschaftlichen Vorteile für Stadt und Bürger überwiegen, sind sich Kern und Pechmann einig. Der maßgeblich von Rödermark vorangetriebene Breitbandausbau sei ein wichtiges Infrastrukturprojekt für den Kreis Offenbach – von der Telekom auf eigene Rechnung finanziert.

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

Tipp 1 -> Firefox benutzen: Die Größen der IT-Branche stehen besonders im Blickpunkt der NSA. Daher empfiehlt sich Mozillas Browser als Alternative zu Googles Chrome, Microsofts Internet Explorer und Apples Safari.

Tipp 2 -> Cookies von Drittanbietern blockieren: Ist diese Funktion beim Surfen deaktiviert, landen Ihre Daten nur bei der Webseite, die Sie tatsächlich gerade verwenden.

Tipp 3 -> Im privaten Browsermodus surfen: Im Normalfall merkt sich der Browser, welche Seiten Sie besuchen. So nicht.

Tipp 4 -> Trackingfunktion ausschalten: So verhindern Sie, dass Seiten Ihr Nutzungsverhalten langfristig analysieren und ein detailliertes Profil von Ihnen anlegen.

Tipp 5 -> Anonym suchen: Eine Alternative zum Suchmaschinen-Primus Google ist die Seite duckduckgo.com, die mit einer komplett unpersonalisierten Suche wirbt.

Tipp 6 -> Plugins installieren: Vor allem bei Firefox gibt es zahlreiche Erweiterungen für sicheres Surfen. Https Every-where sorgt etwa so oft es geht für eine verschlüsselte Verbindung. Ghostery und BetterPrivacy sind in der Lage, zumindest kleine Spionage-Programme außer gefecht zu setzen.

Tipp 7 -> Ausloggen: Melden Sie sich bei Facebook oder beim Online-Banking nicht ab, lassen Sie die Tür für Hacker offen und bringen so Ihre persönlichsten Daten in Gefahr.

Tipp 8 -> Links selbst eintippen: Spam-Mails verlinken oft auf täuschend echte Kopien von Webseiten, die wir täglich besuchen. Also: Seiten, bei denen eine Anmeldung erforderlich ist, nie über Links öffnen, sondern die URL immer manuell eingeben.

Tipp 9 -> WLAN sichern: Wer keine ungebetenen Gäste im hauseigenen Drahtlos-Netz haben möchte, sollte es mit einem Passwort verschlüsseln. Wer das nicht tut, kann sich sogar strafbar machen, wenn sich jemand anderes in das WLAN einwählt und Illegales tut.

Tipp 10 -> Nie „mit Facebook anmelden“: Immer mehr Seiten bieten diese Option. Doch wer sie nutzt, bündelt all seine Daten unter einem Account.

Tipp 11 -> Emails verschlüsseln: Auch beim elektronischen Brief-Verkehr liest die NSA bei den größten Dienste besonders gerne gerne mit, etwa bei Outlook oder Googlemail. Deutsche Email-Provider kann sie jedoch nicht so leicht anzapfen. Wirklich sicher ist eine Mail aber nur, wenn sowohl Sender als auch Empfänger das Verschlüsselungsprogramm PGP installiert haben.

Tipp 12 -> Betriebssystem wechseln: Sicherer als Microsofts Windows oder Apples iOS sind etwa die Betriebssysteme Ubuntu oder Linux Mint. Allerdings auch deutlich weniger beliebt: Greifen Sie auf eine der Alternativen zurück, müssen Sie sich gegebenenfalls mit weniger Funktionen und kompatiblen Programmen begnügen.

Tipp 13 -> Klassische Adressbücher verwenden: Wer das Adressbuch seines Email-Anbieters nutzt, gefährdet nicht nur seine eigenen Daten, sondern auch die seiner Freunde. Die sicherste Alternative bleibt das gute alte Adressbuch aus Papier.

Tipp 14 -> Passwörter mit Bedacht wählen: Am sichersten ist eine wahllose Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Zeichen. Wer überall dasselbe Passwort verwendet, legt quasi einen Generalschlüssel für Hacker an. Deshalb: immer variieren, zumindest leicht. Vermeiden Sie außerdem sinnvolle Wörter (Name, Wohnort) und gängige Zahlenfolgen (1234, 0815).

Tipp 15 -> Passwörter aufschreiben: Wer eine Liste mit all seinen Passwörtern auf dem Computer hat, muss damit rechnen, dass sie auch gefunden wird. Daher: verschlüsseln. Noch besser: auf einen Zettel schreiben.

Tipp 16 -> Dropbox vermeiden: Die praktische Anwendung pfeift auf Verschlüsselung. Das Programm Boxcryptor kann diese Aufgabe übernehmen, wenn Sie Dropbox trotzdem nicht missen wollen.

Tipp 17 -> Daten verschlüsseln: Ordner, externe Speicher wie USB-Sticks oder ganze Festplatten kann das Programm TrueCrypt verschlüsseln. Danach sind sie nur noch mit Passwort einsehbar.

Tipp 18 -> Handy schützen: Fast unmöglich. Um Ihr Mobiltelefon abhörsicher zu machen, bräuchten Sie eine Speicherkarte mit Sicherheits-Software, die rund 2500 Euro kostet. Und dann funktioniert das Ganze nur, wenn beide Gesprächspartner ihr Handy auf diese Weise aufrüsten. Gegen Hacker helfen - wie am PC - Antivirenprogramme.

Tipp 19 -> Anonym mit dem Handy surfen: Smartphones sind eigentlich kleine Computer. Mit Apps wie beispielsweise Orbot (Android) oder Onion Browser (iOS) können Sie die IP-Adresse ihres Mobiltelefons verschleiern.

Tipp 20 -> Mitdenken: Das Internet vergisst ja bekanntlich nie. Bevor Sie dort Ihre Spuren hinterlassen, sollten Sie deshalb immer überlegen: Wie viel gebe ich von mir preis? Wer kann das sehen? Wer bei Facebook etwa in eine öffentliche Gruppe schreibt, sollte sich bewusst sein, dass jeder Facebook-Nutzer den Eintrag lesen kann. Wer einmal was ins Netz stellt, hat keine Kontrolle mehr darüber, wer Kopien davon anfertigt, Screenshots macht oder es herunterlädt.

Wie viel Euro das Verlegen von 16 Kilometer Glasfaser und der Bau beziehungsweise Umbau von 125 Verteilern kostet, bleibt laut Regio-Manager Pechmann Betriebsgeheimnis. Legt man die 80 000 Euro Durchschnitts-Kilometerkosten (siehe „Zahlen“-Kasten) zugrunde, kommt für die Rödermark-Stadtteile inklusive der Bulau eine Investitionssumme von knapp 1,3 Millionen Euro heraus. Das ist ein Bruchteil jener sechs Millionen Euro, die die Stadt vor sechs Jahren kalkuliert hatte. Damals wollte sie das schnelle Internet selber bezahlen und hatte dafür eine „Breitband Rödermark GmbH“ gegründet. Die wurde mittlerweile aufgelöst.

Engpässe gibt es in einem 500-Meter-Radius rund um die Telekom-Vermittlungsstellen im Pfaffeneichenweg und in der Nikolaus-Schwarzkopf-Straße. Dort gab es zwar bisher schon Internet mit 50 Mbit, und das gibt es auch weiter. Doch was bis vor wenigen Monaten noch überdurchschnittlich schnell war, ist bei gleicher Geschwindigkeit jetzt langsam. Pechmann kündigte den Ausbau auf 100 Mbit/Sekunde bis 2019 an.

Nächster Schritt ist ein 250 Mbit-Netz. Dann werden auch die letzten Meter Kupferkabel zu den einzelnen Häusern durch Glasfaser ersetzt. Ohne weiteren Tiefbau, verspricht Pechmann.

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