Ökumenische Lebensmittelverteilstelle braucht dringend Helfer

Rödermark: „Brotkorb“ in Personalnot

Ob im Gemeindehaus-Keller oder wie während Corona im Zelt davor: Der „Rödermärker Brotkorb“ tut viel Gutes, lebt aber von seinen Helferinnen und Helfern.
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Rödermark: Ob im Gemeindehaus-Keller oder wie während Corona im Zelt davor: Der „Rödermärker Brotkorb“ tut viel Gutes, lebt aber von seinen Helferinnen und Helfern.

100 Urberacher Familien sind auf Lebensmittel des „Rödermärker Brotkorbs“ angewiesen. Die werden von Bäckern, Supermärkten und Discountern auch reichlich gespendet. Aber die Zahl der Helfer sinkt drastisch.

Rödermark – Im „Rödermärker Brotkorb“ wird das Personal knapp. Das tut richtig weh, denn nach Monaten des Lockdowns – ab und zu unterbrochen durch Sonderöffnungszeiten – hat die Lebensmittelverteilstelle im Keller der Petrusgemeinde endlich Perspektiven für den Wiederanfang.

Während der Corona-Pandemie hatte der ökumenisch betreute „Rödermärker Brotkorb“ an vielen Donnerstagen ganz geschlossen oder gelegentlich mit dem Ordnungsamt eine Extra-Öffnung ausgehandelt – sehr zur Sorge von Chefin Birgit Gursky und ihrem Team. Denn die Kunden, allesamt Menschen mit schmalem Geldbeutel, brauchten gerade in dieser Zeit Unterstützung, die der „Brotkorb“ durch Lebensmittel ermöglicht.

„Bei der letzten Sonderöffnung kamen weit über 50 Kunden, und das trotz diesem unregelmäßigen Termin“, berichtet Brigitte Gursky und bedauert, dass auch am darauf folgenden Donnerstag wieder Menschen – leider umsonst – vor dem Keller des Gemeindehauses warteten. „Wir durften aber nicht öffnen; schon die Vorbereitung der fertig gepackten Tüten ging an die Grenzen der erlaubten Zusammenarbeit mehrerer Menschen.“

Direkt vor oder nach dem letzten Schultag vor den Sommerferien gibt es erneut eine Sonderöffnung, das ist beschlossen. Und nach den Ferien? Birgit Gursky: „Da hoffen wir, wieder regelmäßig öffnen zu können, allerdings wohl erst einmal weiter mit vorgepackten Taschen und mit einer Ausgabe im Freien.“

Und als ob sie es geahnt hätte, fragte die Chefin ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter, wer denn zum Neustart dabei sei – und bekam zehn ausgesprochen bedauernde Absagen aus dem Kreis der rund 25 Helferinnen und Helfer. Allein vier der ohnehin nur acht Männer, die überwiegend als Fahrer die gespendeten Lebensmittel abgeholt hatten, hören auf.

„Es ist alles verständlich; Ali etwa hat jetzt eine volle Arbeitsstelle, das ist natürlich toll für ihn“, freut sich Birgit Gursky für ihren Ex-Helfer. Andere – egal, ob Mann oder Frau – hatten Corona, einen Bandscheibenvorfall oder andere Beschwerden. Hauptgrund ist der hohe Altersschnitt der Helfenden: Die meisten sind Mitte bis Ende 70; die Älteste, 1937 geboren, wird sich auch zurückziehen. „Unsere momentan Jüngste ist Jahrgang 1978“, motiviert Birgit Gursky auch die nächste Generation. Gebraucht werden Menschen für alle Tätigkeiten, die rund um den Laden anfallen, am dringendsten Fahrer, die die etwas schwerere Arbeit des Kistentragens erledigen. Doch auch alle anderen Aufgaben brauchen Unterstützung: vom Sortieren der in den verschiedenen Geschäften abgeholten Waren über das Aussortieren nicht mehr verwendbarer Lebensmittel bis hin zum Packen der Tüten und schließlich zum Verkauf gegen einen obligatorischen Euro pro Tüte.

„Und irgendwie hoffe ich ja auch, dass sich darunter vielleicht auch jemand findet, der mich später einmal in der Organisation und Leitung unterstützt und ablöst“, wünscht sich Birgit Gursky, auch wenn sie die Arbeit derzeit noch sehr gerne macht.  

Kontakt: Wer den „Brotkorb“ zumindest stundenweise in dem breiten Arbeitsspektrum unterstützen möchte, kann sich entweder bei Birgit Gursky, Telefon 06074 1597, bgursky@gmx.de, oder bei Pfarrer Oliver Mattes, Telefon 06074 61129, omattes@petruskirche-urberach.de melden. (Christine Ziesecke)

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