Aller guten Dinge sind drei

Zerstörung der Bücherzelle: Polizei bestätigt Ermittlungserfolg

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Schon während der Eröffnung der neuen Bücherzelle durch Bürgermeister Roland Kern kamen Bewohner des nahe gelegenen Wilhelm-Thomin-Hauses des Vereins Behindertenhilfe Offenbach und brachten weitere Bücher vorbei.

Ober-Roden - Zum dritten Mal hat die Quartiersinitiative „Wir sind Breidert“ eine postgelbe Bücherzelle vor dem Ärztehaus aufgestellt. Dank vieler Sponsoren und noch mehr Eigenleistung gibt’s einen Nachfolger für die beiden zerstörten Vorgänger. Von Christine Ziesecke 

„Wir haben uns lange gefragt: Bauen wir wieder auf oder nicht“, schilderte Karlheinz Weber im Namen der immer kleiner werdenden Truppe die schwierige Situation nach einer Explosion und einem Brand bei den beiden gelben Vorgängern. Doch sie sind mittlerweile zu einer Art Wahrzeichen und Erkennungsmerkmal fürs Wohngebiet Breidert geworden. „Eigentlich stehen wir heute ebenso auf einem Friedhof wie an der Wiege, und wir hoffen, dass die ‚Neugeborene’ hier lange steht und uns Freude bereitet.“

Ruheplatz, Menschen zusammenbringen, sprachliche Kompetenz steigern, Geborgenheit verbreiten – das alles kann diese Mini-Bücherei symbolisieren. Bürgermeister Roland Kern lobte die Stätte gesellschaftlichen Zusammenhalts bei der Eröffnung. Er hatte auch eine gute Nachricht im Gepäck: Die Polizei sei sich sicher, den Täter des letzten Vorfalls ermittelt zu haben. Dabei handele es sich um einen jungen Deutschen, der erst kurze Zeit in Rödermark lebt. Der Vorgang sei an die Staatsanwaltschaft weitergegeben worden.

Im vorletzten Jahr unterzeichneten Bürger an dieser Stelle die „Rödermärker Erklärung gegen Vandalismus“, wonach bürgerfeindliches Handeln, an welchem Ort und an welchem Objekt auch immer, stets eine gemeinschaftliche Reaktion als Zeichen nachbarschaftlichen Miteinanders auslösen werde: „Das Zerstörte ist nur vorübergehend – das Ganze sei unser Werk!“ Das wurde hier wieder einmal bewiesen, wozu auch viele Sponsoren beigetragen haben: vom Telekom-Shop, der mit einer „neuen“ alten Zelle den Grundstein legte, über Banken und Firmen sowie die Entega bis hin zu Literaturfreunden oder Bürgern, die bei der letzten Zerstörung mitgelitten haben – sie alle können an der neuen Bücherzelle nachgelesen werden.

Bilder: Vandalen zerstören Bücherzelle

Nicht nur die Hoffnung auf ein langes Leben für die neue Zelle, sondern auch der Wunsch, dass sie in einer gepflegten Umgebung stehen möge, bewegt das unermüdliche Team. Mutwillige Verschmutzungen des Areals rund um den Bücherschrank sind ein dauernder Reibungspunkt – dabei steht die frisch renovierte und glänzend daherkommende Zelle doch am schönsten mitten in einem sauberen Wohngebiet.

Bänkelsänger Wolfgang Seitz, der zu jedem Fest eine neue Strophe zu seinem Breidert-Lied dichtet, brachte es musikalisch auf den Punkt: „Wir haben den dritten Bücherschrank, der Initiative sei Dank. Viel Zeit wurd’ dafür investiert, man sieht: Es hat sich rentiert. Es wurde geschreinert, lackiert. Viel Leute haben sich engagiert. Und nun steht an dieser Stelle die dritte quietschgelbe Telefonzelle. Und die Moral von der Geschicht’: Vandalismus dulden wir nicht!“

Bilder: Bücherzelle in Dudenhofen zerstört 

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