AL-Neujahrsempfang:

Kandidatin Schülner: In Urgroßvaters Fußstapfen treten

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Grüne Frauenpower: Rödermarks AL-Vorsitzende Andrea Schülner (links) dankte Angela Dorn, Hessens neuer Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, für ihre Rede beim Neujahrsempfang und die Unterstützung im Bürgermeisterwahlkampf. 

Urberach – Der Gedenktag für die Opfer des Holocaust sorgte beim Neujahrsempfang der Rödermärker Grüne zunächst für erinnerndes Innehalten.

Sowohl AL-Vorsitzende Andrea Schülner als auch die Gastrednerin und hessische Grünen-Vorsitzende Angela Dorn, die erst seit einer Woche als hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst arbeitet, blickten mit bewegenden Worten zurück.

In der Kelterscheune stellte Angela Dorn klar, warum Wissenschaft so wichtig für Politik und damit für die Gesellschaft ist und wie wichtig ihr dieses Thema ist, gerade in der engen Verbindung mit der Kunst: „Zusammenhänge aufzudecken und etwas Neues zu wagen – beides braucht Freiheit, und was wäre Politik ohne Wissenschaft!“ Ohne Kunst und Kultur gibt es keine kritischen Geister, die immer wieder neu denken. „Das ist auch der Grund dafür, dass rechte Parteien bei der Kultur besonders schnell den Rotstift ansetzen“, sagte sie. Ihr Einsatz gälte vor allem starken Hochschulen, einer vielfältigen Kultur und Wissenschaft und einem starken Dialog. Nur so komme man als Ministerin den Bürgern nahe.

„Mit Roland Kern geht eine Ära zu Ende, aber es kann ja eine neue beginnen, und das aus dem Hause Hitzel!“ Mit ihren Schlussworten griff Angela Dorn eine Information auf, die den Gästen des Neujahrsempfangs in einer Broschüre mit auf den Weg gegeben wurde: Andrea Schülner, eine der drei Kandidaten für das Amt des Rödermärker Bürgermeisters, hat durchaus familiäre Tradition in politischer Verantwortung.

Alles zur Bürgermeisterwahl in Rödermark

Von 1913 bis 1919, also über den gesamten Ersten Weltkrieg, führte Matthias Hitzel die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters der Gemeinde Ober-Roden. Er war der Urgroßvater von Andrea Schülner, die mit Mädchennamen Hitzel hieß. Er lebte von 1856 bis 1935 und war verheiratet mit Margaretha, einer geborenen Gotta. „Ober-Röder Herz, was willst du mehr!“, meinte einer der Gäste.

Die politische Karriere von Andrea Schülners Urgroßvater war alles andere als gerade: Nach der Wahl des bisherigen Beigeordneten Adam Schrod VIII. zum Bürgermeister wurde per Direktwahl das Zentrumsmitglied Matthias Hitzel 1904 zum nachfolgenden Beigeordneten gewählt. Allerdings nur von Männern, denn das Frauenwahlrecht kam erst später. Als Adam Schrod nach seiner Wiederwahl aus ungeklärten Gründen nicht die notwendige Bestätigung durch das Kreisamt Dieburg erhielt, blieb das Bürgermeisteramt bis 1919 unbesetzt. Die Amtsgeschäfte mit allen Rechten und Pflichten als Bürgermeister versah von 1913 bis 1919 Matthias Hitzel I., wie es auch Jörg Leuschner und Egon Schallmayer in ihrer Chronik „1200 Jahre Ober-Roden“ erwähnen und dazu ein Bild veröffentlichen.

Bilder zur Bürgermeister-Stichwahl in Rödermark

Dieses Foto, dem Konterfei von Andrea Schülner gegenüber gestellt, zeigt eine frappierende Ähnlichkeit. Würde also Andrea Schülner zur Bürgermeisterin der Stadt Rödermark gewählt, wäre sie die erste aus der Familie Hitzel, die von Männern und Frauen in dieses Amt gewählt würde – hundert Jahre nach dem ersten Vertreter aus dem Hause Hitzel. (chz)

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