„Realpolitischer Liberalkonservativer“

Karsten Falk will als unabhängiger Kandidat Bürgermeister werden

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Bürgermeisterkandidat Dr. Karsten Falk blättert lieber im Lexikon als im Parteibuch. Er ist parteilos und will das auch bleiben, betonte er gestern bei seiner Vorstellung im Bücherturm. Falk ging gegenüber - in der Trinkbornschule - zur Schule und wohnte bis 2009 in Ober-Roden.

Rödermark - Ein unabhängiger Kandidat hat gestern den Bürgermeisterwahlkampf eröffnet. Dr. Karsten Falk, seit 2006 in leitenden Funktionen bei der Johanniter-Unfallhilfe, will im Sommer 2019 Nachfolger von Roland Kern werden. Von Michael Löw 

Er wird von einem Freundeskreis unterstützt, dem unter anderem Dr. Rüdiger Werner (FDP-Fraktionsvize) und Peter Schröder (Fraktionsvorsitzender Freie Wähler) angehören.
Das Rennen um den Chefsessel in der Rödermärker Verwaltung ist eröffnet. Dr. Karsten Falk hat gestern im Bücherturm seine Bewerbung als unabhängiger Kandidat „für eine mögliche Bürgermeisterwahl im Frühjahr 2019“ abgegeben. Das Wort „möglich“ kann er streichen. Amtsinhaber Roland Kern erklärte gestern auf Anfrage auf Anfrage unserer Zeitung: „Mein Sinn hat sich nicht gewandelt. In der Oktobersitzung der Stadtverordnetenversammlung werde ich eine Erklärung abgeben.“

Kern bekräftigte damit seine Aussagen, die er im Wahlkampf 2016/2017 gemacht hatte. Eigentlich wollte er nach zwölf Amtsjahren in den Ruhestand gehen. Aber diesen Plan schob er nach dem überraschenden Rückzug des AL-Bürgermeisterkandidaten Karl Schäfer auf.

Eine zweite Verschiebung wird es für Roland Kern nicht geben. Er wird demzufolge nach zwei Jahren und einem Monat seiner dritten Amtszeit Schluss machen, damit Rödermarks nächster Bürgermeister und Rödermarks nächster Erster Stadtrat zeitnah gewählt werden können. Die Amtszeit von Kerns Vize –und möglichem Nachfolger – Jörg Rotter endet am 30. Juni nächsten Jahres. Dann sind auch Kerns 25 Monate um.

Alles zur Bürgermeisterwahl in Rödermark

Dr. Karsten Falk kandidiert als politischer Seiteneinsteiger. Er ist in keiner Partei Mitglied, und das soll auch so bleiben. Unter dieser Bedingung habe er beim Weihnachtsmarkt 2017 mit seinem langjährigen Freund Dr. Rüdiger Werner, zuerst über eine Bewerbung gescherzt und seit April ernsthaft darüber nachgedacht.

Ein Freundeskreis, dem nicht nur einige führende FDP- und FWR-Stadtverordnete, sondern auch Unternehmer Thomas Günther (CeoTronics) und Vereinsleute wie Wolfgang Dreyer und Renate Frank-Ulke (MTV) angehören, sammelt demnächst die für eine Bewerbung nötigen 74 Unterschriften (doppelt so viel wie die Stadtverordnetenversammlung Rödermark Sitze hat).

Dr. Karsten Falk beschrieb sich gestern als pragmatisch-realpolitischen Liberalkonservativen, der sich aus „allen Parteiprogrammen das herausnimmt, was umsetzbar und vernünftig ist“. Das ist ebenso allgemein wie seine Aussage, dass er sich als Bürgermeister „den Problemen stellen will und sie nicht schleifen lässt“.

Als Falk dann konkreter wurde, klangen viele FDP- und FWR-Argumente durch. Bildungsvielfalt und Wahlfreiheit will er durch ein Rödermark-Gymnasium garantieren. Neue Unternehmen sollen mit ihren Gewerbesteuern für eine vollere Stadtkasse sorgen. Vorrang will er der Wiederbelebung verwaister Industriegrundstücke einräumen: „Denn bis neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden, dauert das fünf Jahre – mindestens!“

Bilder zur Bürgermeister-Stichwahl in Rödermark

Bauland um jeden Preis werde es mit einem Bürgermeister Falk aber nicht geben. Rödermark müsse attraktiv für Wohnen und Freizeit bleiben.

Wird ein Seiteneinsteiger ohne politische Erfahrung zwischen den Lagern zerrieben? Ist die Bekanntgabe der Kandidatur so früh ein Nachteil? Dr. Karsten Falk sieht beides eher als Chance denn als Risiko. Verantwortung und Führungsqualitäten kennt er aus seinen Leitungsfunktionen bei der Johanniter-Unfallhilfe.

Und da sowohl er als auch seine Unterstützer davon ausgehen, dass Amtsinhaber Roland Kern am 30. Juni 2019 in den Ruhestand geht, ist es jetzt an der Zeit, den Kandidaten bekannt zu machen. „Wir wollen nicht bis zur offiziellen Bekanntgabe warten, sondern jetzt etwas tun, damit Rödermark aus dem Stillstand kommt“, sagte Dr. Matthias Hallmann, einer der Initiatoren des Unterstützerkreises.

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