50 Jahre Breidert: großes Interesse an Buch zur Ortsteil-Geschichte

Rödermark: Dank Corona in der Hauptrolle

Die Initiative „Wir sind Breidert“ hat die Entwicklung der einstigen Spargeläcker zu einer der besten Rödermärker Wohnadressen dokumentiert. Das Luftbild stammt aus dem Jahr 1978.
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Rödermark: Die Initiative „Wir sind Breidert“ hat die Entwicklung der einstigen Spargeläcker zu einer der besten Rödermärker Wohnadressen dokumentiert. Das Luftbild stammt aus dem Jahr 1978.

Die Breidertianer aus Rödermark haben aus der Corona-Not eine viel gelesene Tugend gemacht. Der 50. Geburtstag des Baugebiets – genauer gesagt: der 50. Jahrestag des Beginns seiner offiziellen Erschließung – sollte 2020 mit einer Ausstellung groß gefeiert werden. Das Buch „ Unser Breidert: Gestern. Heute. Morgen“ war nur Begleitwerk. Corona verschaffte ihm aber plötzlich die Hauptrolle.

Rödermark - Greta Diederichs, Karlheinz Weber, Dieter Müller, Rudolf Borek und weitere Mitstreiter aus der Quartiersgruppe „Wir sind Breidert“ hatten eine sehenswerte Ausstellung konzipiert, die im Breidert-City-Center gezeigt werden sollte. Etliche Alt- und Neu-Ober-Röder haben Bilder beigesteuert. Paul Blecher, der längst in Hamburg lebt, hat Karlheinz Weber eine Fotoserie seiner Baustelle geschickt – Ende der Siebzigerjahre aufgenommen von einem der Hochhäuser im Breidertring. Viel älter sind Schwarz-Weiß-Bilder, die Nebenerwerbslandwirte und ihre Familien bei der Mittagspause im Spargelacker zeigen. Der Verkauf der Stangen besserte so manche Kasse auf.

Das Breidert-Buch war in Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein entstanden und sollte zur Vernissage vorgestellt werden. Ohne Perspektive für die Ausstellung entschlossen sich die Autoren im Februar, das Buch zu verkaufen. Das Interesse war groß. Denn das reich bebilderte Werk arbeitet auf 96 Seiten die Geschichte des Breidert auf, das erstmals im Jahre 800 in einer Flurkarte auftaucht. Erinnerungen der heutigen Bewohner sorgen für Lebendigkeit. „Das Feedback, das wir auch von alten ‚Oweräirern‘ bekommen haben, ist toll“, berichtete Karlheinz Weber.

Um das Buch allen Rödermärkerinnen und Rödermärkern zugänglich zu machen, haben die Breidertianer der Stadt drei Exemplare geschenkt: Bürgermeister Jörg Rotter und Brigitte Stenske nahmen je eines für die beiden Büchereien und das Stadtarchiv in Empfang.

Bürgermeister Rotter: „Das Buch schließt eine wichtige Lücke. Ein Exemplar legen wir gerne ins städtische Archiv, damit es ins städtische Gedächtnis übergehen kann und so auch für kommende Generationen bewahrt wird.“

Für Karlheinz Weber und seine Leute ist die Ausstellung nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben. Und vielleicht hat sich bis zur Eröffnung ja die Frage geklärt: Das Breidert, nämlich das Wohngebiet? Oder der Breidert, abgeleitet von der Bezeichnung „Der große Wald“?

Kontakt: Wer ein Buch kaufen will, kann sich an die Initiative „Wir sind Breidert“ wenden. Karlheinz Weber, Telefon 06074 881310, E-Mail KhWeber@t-online.de. (Michael Löw)

Rödermark: Das Breidert-Buch kann jetzt auch in den Büchereien geliehen werden. Greta Diederichs, Karlheinz Weber und Rudolf Borek (von links) brachten mehrere Exemplare bei Bibliotheksleiterin Brigitte Stenske und Bürgermeister Jörg Rotter vorbei.

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