Rödermarks Seniorenhilfe hofft auf jüngere Mitstreiter

Das Durchschnittsalter ist zu hoch

Birger Flath
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Birger Flath

Die Seniorenhilfe Rödermark ist längst ein fester Bestandteil ehrenamtlicher Sozialarbeit in der Stadt. Wie gut, dass sie im vergangenen Jahr ihren 20. Geburtstag mit einem bunten Fest feierte. In diesem Jahr wird’s um sie ebenso ruhig wie um alle anderen Vereine. Wir sprachen mit dem neuen Vorsitzenden, Birger Flath (69) .

Herr Flath, wie kamen Sie denn nach aus Ihrer Heimat in Rheinhessen ins Rhein-Main-Gebiet?

Als gelernter Banker lag es nahe, in die Bankenmetropole Frankfurt zu ziehen. Allerdings wechselte ich rasch zur Metallgesellschaft und machte mich später in der Kältebranche selbstständig.

Haben Sie Hobbys?

Nein, weil ich kaum Zeit dafür hatte und habe. Allerdings reisen wir gerne (wenn man denn darf). Vor Corona machten wir auch mal Kreuzfahrten, aber ansonsten gibt’s hier so viel zu tun.

Wie kamen Sie und Ihre Frau Sigrid, die bei der Seniorenhilfe Bürodienst macht, denn zu diesem Verein?

Meine Frau hatte uns 2013 beim Verein als Mitglieder angemeldet. Letztes Jahr kam sie dann auf die Idee: ‚Wir könnten mal ins Büro dort gehen und Bescheid sagen, dass wir da mitarbeiten könnten!‘ Daraufhin wurden wir zum Heringsessen im Februar eingeladen, wo wir am Tisch mit Dr. Ragnar Klau und seiner Frau saßen. Es wurde ein sehr geselliger Abend.

Damals war aber noch Erhard Grams Vorsitzender der Seniorenhilfe?

...der aber krankheitsbedingt dringend einen Nachfolger suchte. So kam es an diesem Abend zu dem fatalen Vorschlag meinerseits an Ragnar Klau: ‚Wenn Sie den 1. Vorsitz übernehmen, bin ich zum zweiten bereit!‘ Und so kam es dann sehr rasch.

Und wie kamen Sie vom 2. zum 1. Vorsitzenden?

Nach dem überraschenden Tod seiner Frau wollte Dr. Klau bald schon unabhängiger sein, um etwa seine Kinder besuchen zu können. Die notwendige Mitgliederversammlung musste allerdings coronabedingt mehrfach verschoben werden, bis schließlich Anfang Juli ein neuer Vorstand gewählt werden konnte.

Freuen Sie sich über diese Aufgabe?

Ich mache zwar gerne die Arbeit, die mit dem vollfunktionsfähigen Vorstand und mit einem zweiten Vorsitzenden Arno Fleischhauer sehr gut läuft, bin aber sonst viel lieber im Hintergrund. Im Vorstand stimmt die Chemie, da lässt sich wirklich gut arbeiten.

Was sehen Sie als Ihre vorrangigen Aufgaben in den nächsten Jahren an?

Unser Altersdurchschnitt liegt derzeit bei 78 Jahren – den möchten wir sehr gerne verjüngen und zum Beispiel auch Familien miteinbeziehen. Wir haben derzeit 240 Mitglieder aus Urberach und 157 aus Ober-Roden – die Zahlen möchten wir natürlich auch sehr gerne zeitnah steigern. Unter allen Mitgliedern sind etwa 120 „Aktive“, die wir also bei Anfragen vermitteln können als Einkaufshilfen, Kuriere, Chauffeure, für Besuchsdienste oder für praktische Hilfen und mehr. Im vergangenen Jahr hatten wir 190 Anfragen im Sinne unserer Verpflichtung zur Seniorenhilfe. Generell gibt’s verschiedene Listen – von Kuchenbacken für die Kaffeenachmittage bis zu diversen Reparaturarbeiten. Darüber arbeiten sich dann die Bürodamen an den passenden Helfer vor.

Und was tut sich in der nächsten Zeit an Geselligem im Verein?

Leider gar nichts, zumal unsere Mitglieder ja großteils zur Corona-Risiko-Gruppe gehören. Alle Veranstaltungen im November und Dezember und damit auch die beliebte Weihnachtsfeier haben wir abgesagt. Für das Jahr 2021 können wir noch nichts planen. Wir informieren über die Presse und über unsere Homepage www.seniorenhilfe-roedermark.de.

Kontakt gibt’s über info@seniorenhilfe.de oder über z 06074 841999 (Birger Flath).

Das Gespräch führte Christine Ziesecke

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