Andere Liste ist über CDU-Wahlkampf „mehr als nur irritiert“

Rödermark: schwarz-grünes Hauen und Stechen

Platzt die schwarz-grüne Koalition in Rödermark nun doch schon vor der Kommunalwahl? So wie CDU und Andere Liste einander in Pressemitteilungen beharken, scheint das vorzeitige Ende wahrscheinlicher als ein Durchhalten bis zum Ende der Legislaturperiode. Das läuft der 2016 geschlossene Vertrag ohnehin aus.

Rödermark - Nachdem der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert der AL „zehn Jahre Nichtstun, Blockieren und Abwürgen“ vorgeworfen hat, gehen die Grünen nun zum Gegenangriff über. Auffallend aber: Nicht Fraktionsvorsitzender Stefan Gerl oder Spitzenkandidatin Karin von der Lühe tun"s, sondern Aaron von Soosten-Höllings, mit 33 Jahren jüngster Stadtverordneter der AL und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Soziales, Integration und Kultur: „Warum verleugnet die CDU zehn Jahre erfolgreiche gemeinsame Arbeit für unsere Stadt? Zehn Jahre wurden nicht nur wichtige Projekte zum Wohle der Stadt umgesetzt, sondern – mit ökologischer Verantwortung – auch wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Wahlkampf hin oder her, aber man sollte bitteschön bei der Wahrheit bleiben!“

Bis auf das Gewerbegebiet mit Platz für einen Supermarkt nördlich des Germania-Sportplatzes seien sämtliche Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom 9. Februar über neue Baugebiete schon in der Amtszeit von Bürgermeister Roland Kern vorbereitet und einvernehmlich in der Koalition behandelt worden. Als Beispiele nennt von Soosten-Höllings das „Urbane Gebiet Odenwaldstraße“, das „Gewerbegebiet Kapellenstraße“ und das „Wohnquartier südlich Darmstädter Straße“. Hinzu kämen die Aufstellungsbeschlüsse zu einem Baugebiet „Südlich Alter Seeweg“ am ehemaligen Gaswerk und zur Entwicklung rund um die Gewerberuine „Perlite“ in Urberach.

Damit sind die grünen Bau-Pläne für Aaron von Soosten-Höllings noch nicht zu Ende. Er setzt seine Liste mit dem Mischgebiet auf dem ehemaligen „Paramount“-Gelände (70 Wohneinheiten und gewerbliche Nutzung) fort und betont: „Dort hätte es übrigens ohne Bürgermeister Kern keine Einigung in der komplizierten Eigentumsfrage gegeben. Mit zwei gewonnenen Landeswettbewerben konnte ein Stadtentwicklungsprogramm für den Ortskern Ober-Roden und Urberach Nord mit einem Investitionsvolumen von über mehr als elf Millionen Euro auf den Weg gebracht werden.

Den von der CDU behaupteten Stillstand strafen nach Ansicht der AL auch Wohnungen am ehemaligen Gallusheim in Urberach und auf dem ehemals giftigsten Grundstück der Stadt in der Odenwaldstraße Lügen. Dort sei Wohnraum für mehrere hundert Menschen geschaffen worden. „Wie kommen deshalb der Fraktionsvorsitzende und der Spitzenkandidat der CDU dazu, der AL Stillstand vorzuwerfen?“, fragt von Soosten-Höllings. Seine Partei habe mit der Abtragung des Schuldenbergs, dem Kommunalen Schutzschirm und der Erhöhung der Grundsteuer B vor knapp einem Jahr „ohne Feigheit Verantwortung übernommen und die Stadtfinanzen wieder in sicheres Fahrwasser gelenkt“. Deshalb stehe die AL zur erfolgreichen gemeinsamen Stadtpolitik der letzten zehn Jahre.

Das Fazit aus AL-Sicht formuliert von Soosten-Höllings so: „Es ist wirklich ein Jammer mit der CDU im Wahlkampf. Für einen vermeintlichen Vorteil wird erfolgreiche Politik mit Füßen getreten und zugunsten von Wahlkampfpropaganda umgedeutet. Das enttäuscht gerade junge Leute wie mich.“ (Michael Löw)

Rubriklistenbild: © Löw

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