Deutsche GigaNetz GmbH will Rödermark mit Glasfaser versorgen

Rödermark: Datentransport schnell wie das Licht

Highspeed in bunter Hülle: Glasfaserkabeln sollen dem Internet zu Tempo verhelfen. Bürgermeister Jörg Rotter, Wirtschaftsförderer Till Andrießen und die Mitglieder des Bauausschusses sind sicher, dass die Stadt mit der Deutschen GigaNetz GmbH den richtigen Partner gefunden hat.
+
Rödermark: Highspeed in bunter Hülle: Glasfaserkabeln sollen dem Internet zu Tempo verhelfen. Bürgermeister Jörg Rotter, Wirtschaftsförderer Till Andrießen und die Mitglieder des Bauausschusses sind sicher, dass die Stadt mit der Deutschen GigaNetz GmbH den richtigen Partner gefunden hat.

Turboschnelles Internet – also Glasfaserverbindungen, die Datenmengen bis zu 1 000 Gigabit in Sekundenschnelle transportieren – gibt es bislang nur für Firmen in den Gewerbegebieten von Rödermark. Bald sollen auch private Nutzer in den Genuss dieser Highspeed-Verbindungen kommen. Der Magistrat schlägt der Stadtverordnetenversammlung die Deutsche GigaNetz GmbH als Partner vor, der das Netz in den Wohngebieten auf eigene Rechnung ausbauen würde. Die Entscheidung trifft das Parlament in seiner Sitzung am 7. oder 8. Dezember.

Rödermark - Piero Irrera, Regionalleiter Mitte des Unternehmens, und Bürgermeister Jörg Rotter stellten das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro gestern bei der Magistratspressekonferenz vor. Am Mittwochabend hatte der Bauausschuss beraten und Zustimmung signalisiert.

„Fibre to the Home“ (FTTH), also Glasfaser bis vor die Haustüre – so lautet der Fachbegriff für den höchsten Standard der digitalen Infrastruktur. Dabei werden die Daten nicht mit elektronischen Impulsen, sondern mit Lichtgeschwindigkeit hin und her geschickt. Um diesen Standard in Rödermark endlich flächendeckend zur Verfügung stellen zu können, hatte die städtische Wirtschaftsförderung Gespräche mit mehreren Telekommunikationsunternehmen geführt. Neben der Qualität der Infrastruktur und den Ausbaukosten kommt auch der Verlegung der Kabel für die Stadt immense Bedeutung zu. Nach den schlechten Erfahrungen beim Ausbau des Glasfasernetzes in den Industriegebieten legte sie Wert darauf, dass die Kabel 60 Zentimeter tief in den Boden kommen und nicht nur knapp 20 Zentimeter unter der Oberfläche, wie dies vor zwei Jahren passiert ist.

Wirtschaftsförderer Till Andrießen schlug zwei Anbieter vor, die sich im Magistrat präsentiert haben. Der entschied sich für die Deutsche GigaNetz GmbH. Die arbeitet im Gegensatz zur Telekom oder der Deutschen Glasfaser nicht bundesweit, sondern im Gebiet des Planungsverbandes Rhein-Main. Rödermark wäre der südlichste Zipfel seines Glasfasernetzes.

Die Deutsche GigaNetz hat laut Irrera drei Milliarden Euro zur Verfügung. Dieses Geld muss das Management im Gegensatz zu dem der großen Konkurrenten nicht innerhalb kürzester Zeit wieder reinholen, sondern kann es langfristig erwirtschaften. Diese Frage der Rentabilität hat in den vergangenen Jahren schon diverse Ausbaupläne zunichtegemacht.

Regionalleiter Irrera ist sicher, dass 98 Prozent der Rödermärker Haushalte rentabel an sein Netz angeschlossen werden können. Lediglich 56 „kritische Punkte“ standen auf der Liste, die die Deutsche GigaNetz im Magistrat präsentierte: Aussiedlerhöfe, Vereinsheime oder die Kläranlage zum Beispiel. Hier könnte sich die Stadt an den Baukosten beteiligen.

Die Deutsche GigaNetz GmbH wird das Netz auf eigene Kosten nur dann ausbauen, wenn in einer Vorvermarktungsphase 40 Prozent der Rödermärker Haushalte einen Vertrag unterzeichnen. „Es liegt also im kommenden Jahr an den Bürgerinnen und Bürgern, ob Rödermark flächendeckend mit zukunftsfester Glasfaserinfrastruktur erschlossen wird“, sagte Bürgermeister Rotter gestern.

Stimmt das Parlament Anfang Dezember zu, will die Deutsche GigaNetz im Frühjahr offensiv um Kunden werben. Im Spätsommer 2022 soll der symbolische Spatenstich folgen, und dann könnte das Netz innerhalb von 18 bis 24 Monaten stehen.

Die angepeilte 40-Prozent-Marke ist nach Ansicht von Piero Irrera keinesfalls utopisch. In Schöneck in der Wetterau habe die Deutsche GigaNetz diesen Wert schon innerhalb weniger Wochen erreicht. In Groß-Krotzenburg, nur ein paar Kilometer von Rödermark entfernt, sei das Unternehmen ebenfalls voll im Plan.

Die Preise für den Endkunden beginnen bei monatlich 29,90 Euro für einen 300 Mbit-Glasfaseranschluss. Dessen Leistung ist sechsmal so groß wie die momentan weit verbreiteten DSL 50-Anschlüsse. 29,90 Euro pro Monat kostet auch das Spitzenprodukt mit 1 000 Mbit. Beide Preise gelten branchenüblich nur für das erste Jahr. Ab dem 13. Monat steigen sie auf 44,90 beziehungsweise 74,90 Euro.

Potenzielle Kunden haben zwei Möglichkeiten. Sie können entweder direkt einen Vertrag mit der Deutschen GigaNetz abschließen oder über ihren bisherigen Anbieter eine schnelle Glasfaserleitung buchen. (Michael Löw)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare