1. Startseite
  2. Region
  3. Rödermark

Rödermark: Deftig-scharfer Eintopf und süße Waffeln

Erstellt:

Kommentare

Fließbandarbeit in der Feldküche: Zwei Sorten Chili wurde gegen Mittag im Akkord abgepackt und gut gestapelt.
Rödermark: Fließbandarbeit in der Feldküche: Zwei Sorten Chili wurde gegen Mittag im Akkord abgepackt und gut gestapelt. © Christine Ziesecke

Im vergangenen Jahr war‘s eine spontane und hervorragend umgesetzte Idee der Feuerwehr Ober-Roden, in diesem Jahr leider eine absolut unerwünschte Wiederholung. Statt die Narren beim Rathaussturm in Rödermark zu verköstigen, verkaufte der Feuerwehrverein unter der Leitung von Birgit Weber das traditionelle Chili con Carne in der „to go“-Variante.

Rödermark - Auf Vorbestellung und natürlich nach einem ausgearbeiteten Hygienekonzept sorgte Feuerwehr-Chefkoch Jens von der Brelie, von dem auch die Anregung gekommen war, für größte Zufriedenheit bei den 140 Bestellern. 314 mal Chili (darunter mehrere vegetarische Portionen „sin Carne“) und dazu 195 frisch gebackene Waffeln waren die Bilanz – nur einige Bestellungen weniger als im Vorjahr. Aber immer noch sehr viel mehr als früher auf dem Rathausplatz verkauft wurde.

Der haargenaue Serviceplan basierte wie alles bei der Feuerwehr auf gut ausgeklügelter Ordnung. „Wir haben zwar 28 Mitarbeiter. Aber wir können die Teams beim Waffelbacken oder an den Kassen nur in passenden Familiengruppen besetzen, um den Vorschriften nicht zu widersprechen“, erläuterte Birgit Weber.

Klare Anweisungen gab"s für die Abholer schon an der Einfahrt aufs Feuerwehrgelände – alles unter der Devise, dass eine Ausfahrt für den Ernstfall frei bleibt. Alle mussten an die Kasse, wo den Namen eine Liste der Bestellungen samt Betrag zugeordnet war, und ihr Essen bezahlen. Danach galt"s, sich in die richtige Schlange einzuordnen: „Nur Chili? Rechts bitte! Chili und Waffeln? Halblinks! Nur Waffeln? In der Halle vorbei...“ Und es lief wie am Schnürchen.

Niemand musste seinen Wagen verlassen, der Druck aufs Türknöpfchen und die Entriegelung der Kofferraumklappe reichten, alles andere erledigte das Servicepersonal, bis Kisten und Körbe mit oftmals bis zu zehn ökologisch verträglich abgepackten Portionen gefüllt waren. Am Chilistand etwa bekam jeder Kunde eine gut abgedichtete Schale Eintopf und ein Brötchen in einer kleinen Papiertüte. Und am Ausgang rundete ein Überraschungstütchen mit närrischen Zutaten wie Luftschlangen, Konfetti und Gutsje die Einkaufsfahrt ab. Für die beiden Geburtstagskinder des Tages gab es noch kleine Extra-Überraschungen. Und die Feuerwehr bot sogar – ähnlich wie die Kolpingsfamilie – einen Heimservice: Zwei Autos brachten auf Wunsch die Bestellung nach Hause.

Die Kunden an der Feuerwache waren hochzufrieden; keiner musste warten, jeder war nach wenigen Minuten mit seinem garantiert noch warmen närrischen Mittagsmahl wieder auf dem Heimweg. Und dort wurde nicht nur die Idee, sondern auch das Essen ausdrücklich gelobt: „Das Chili schmeckt ausgesprochen gut“ war eine der vielen Anmerkungen, die in dem Fall von den Chefköchen des „Dinjerhofs“ kam, die sich an diesem Tag einmal gerne von den Feuerkollegen bekochen ließen.

Und trotzdem wünschte sich wohl jeder an diesem Fastnachtssamstag: „Nächstes Jahr aber bitte wieder alle gemeinsam beim Rathaussturm am Brunnen!“  (Christine Ziesecke)

Waffeln, die sogar nach zwei Stunden noch lecker waren, entstanden in der Fahrzeughalle der Ober-Röder Wehr.
Rödermark: Waffeln, die sogar nach zwei Stunden noch lecker waren, entstanden in der Fahrzeughalle der Ober-Röder Wehr. © Christine Ziesecke

Auch interessant

Kommentare