Der Kinderschutzbund räumt an der Rodau auf

Rödermark: Drecksarbeit mit Mini-Handschuhen

Hab' mein Wage vollgelade: Die Tagesmütter und ihre Pflegekinder beteiligten sich zum zweiten Mal am „Sauberhaften Kindertag“ und sammelten entlang der Rodau Müll.
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Rödermark: Die Tagesmütter und ihre Pflegekinder beteiligten sich zum zweiten Mal am „Sauberhaften Kindertag“ und sammelten entlang der Rodau Müll.

Fünf Tagesmütter und ihre Schützlinge räumen in Rödermark anderer Leute Dreck weg. Kinder lernen dabei, dass nicht nur Erwachsene große Schmutzfinken sind.

Rödermark – Zum zweiten Mal brachte der „Sauberhafte Kindertag“, ausgerufen vom Hessischen Umweltministerium, die Tagesmütter des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) in Bewegung. Ihre Erfahrungen beim ersten Mal waren gut, Begeisterung war zu spüren: Die Kinder werden spielerisch angeleitet, achtlos weggeworfenen Abfall zu sammeln und erste praktische Erfahrungen im Umweltschutz zu machen. Sie lernen, was man für eine saubere Umwelt tun kann.

Der DKSB nahm mit mehreren Tagesmüttern und deren Pflegekindern an der Sammelaktion teil. Von der Stadt ausgestattet mit Greifzangen, Handschuhen und Mülltüten starteten sie am kleinen Park an der Rilkestraße und wanderten entlang der Rodau weiter. In den gelben Warnwesten, die der DKSB aus Spendenaktionen angeschafft hatte, waren die kleinen Sammler zwischen einem und drei Jahren gut sichtbar und zudem ausgesprochen stolz.

Carlos, Theodor, Marlene, Matteo und all die Anderen hatten sichtlich Spaß, nachdem sie erst einmal in ihrer Ausrüstung verfrachtet waren. Eine Herausforderung war schon das Handschuhanziehen für die Tagesmütter Sibille Tatiana Flisar, Maria Braun, Dagmar Ehrhardt, Pia Weinert oder Petra Wenz sowie für die Mama der 13 Monate alten Holly Louise, die noch in der Eingewöhnungsphase bei ihrer Pflegemama ist und tapsig und strahlend die Aktion genoss.

Und sie arbeiteten alle wacker. Selbst die Kleinsten bückten sich hunderte Male, um Kronkorken, Papierschnipsel oder auch mal Hundehäufchen aufzulesen; fürs Grobe wie Scherben und Zigarettenkippen waren die Großen zuständig. Viel Spaß hatten die Kinder mit den unreifen Äpfeln, die vom Baum auf dem Platz an der Rilkestraße gepurzelt waren. Kaum war der Sammelbecher ein wenig gefüllt, kippte er um und machte die Arbeit wieder hinfällig. Die Kinder störte es nicht – sie machten unverdrossen weiter.

„Wir hatten großes Glück: Weil jede von uns nicht mehr als fünf Pflegekinder hat, durften wir während Corona bis auf eine erste kurze Auszeit stets weiter betreuen“, fasst Sibille Flisar die Pandemie zusammen. „Wir konnten uns nur nicht untereinander treffen, und das war schon sehr hart, weil die Kinder das ebenso genießen wie die Pflegemütter. Aber jetzt geht das ja zumindest im Freien wieder.“

Gesichert ist auch die Vertretungswohnung, in der beim Ausfall von Pflegemüttern Kinder übergangsweise betreut werden können. Allerdings suchen die DKSB-Tagesmütter dringend neue Pflegeeltern. 160 Stunden Unterricht im Kurs sowie 100 Stunden praktische Tätigkeit sind Voraussetzung für die Prüfung zur „qualifizierten Kindertagesperson“. Die ist wichtig für weitere Kurse, mit denen man deutschlandweit arbeiten kann. Mit der einfachen Pflegeerlaubnis dagegen können die Pflegenden nur im Kreis Offenbach Kinder betreuen.  (Christine Ziesecke)

Kontakt: Weitere Infos dazu gibt’s bei der Erziehungswissenschaftlerin Beate Rauch, Telefon 06074 68966 oder per E-Mail tageselternvermittlung@dksb-roedermark.de; www.dksb-roedermark.de.

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