Drei Spangen für die K-L-Trasse

Neue Variante im Gespräch: Die Autos aus Urberach halten

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Die K-L-Trasse soll den Verkehr weiträumig – über die K 180 und die L 3317 – um Urberach herumführen. Neu sind mehrere Bau- beziehungsweise Rückbaumaßnahmen: Bei Messel und Eppertshausen sollen drei Querspangen (grau markiert) für eine möglichst optimale Anbindung sorgen. Zugleich könnten ein Stück Erdkautenweg bei Urberach und einige Meter der L 3317 bei Messel (rot markiert) beruhigt werden. 

Der Darmstädter Verkehrsplaner Klaus Freudl hat eine neue Variante der K-L-Trasse vorgelegt. Der Bau von drei Querspangen soll in den Nachbargemeinden die Akzeptanz für die Umgehung von Urberach auf bestehenden Kreis- und Landesstraßen schaffen.

Urberach – Vor allem Messel lehnt die bisherige K-L-Trasse ab. Bürgermeister Christian Larem befürchtet eine zusätzliche Belastung des nördlichen Ortseingangs, wo vier Straßen zusammentreffen.

Und wie sieht Freudls Vorschlag im Detail aus? Er hat drei Schwerpunkte.

Messel

Eine knapp 1,8 Kilometer lange Straße zwischen Wald und Ortsrand soll die beiden Hauptachsen der K-L-Trasse, die K 180 und die L 3317, miteinander verbinden, ohne noch mehr Autos nach Messel zu bringen. Bei acht Metern Breite bedeutet das rund 15 000 Quadratmeter versiegelte Fläche im Messeler Feld. Planer Freudl sieht mehrere Vorteile für Rödermarks bisher skeptische Nachbargemeinde: Der Verkehrslärm der K 180 würde ein ganzes Stück von den Häusern wegrücken. Außerdem könnten rund 600 Meter der L 3317 so zurückgebaut werden, dass Messel für den Durchgangsverkehr unattraktiv wird.

Eppertshausen

Der Eppertshäuser Knoten, das komplizierte Geflecht aus der B 45 und ihren Zubringern, soll nach den Plänen Freudls umstrukturiert werden: Eine 600 Meter lange neue Trasse soll die Autos von der Ausfahrt Urberach auf die K 180 leiten. Das fast 40 Jahre alte Provisorium Erdkautenweg, das den Verkehr auf die B 486 und damit durch Urberach führt, könnte zurückgebaut werden. Weitere 350 Meter neue Straße sollen die B 459 direkt mit der K 180 verbinden.

Urberach

Damit die K-L-Trasse trotz etlicher Kilometer Umweg eine echte Alternative wird, schlägt Freudl Kreisel an den Ortseingängen, Inseln auf der Fahrbahn von Traminer und Konrad-Adenauer-Straße, Zebrastreifen, Engstellen und Parkstreifen vor. Zudem müsse der Öffentliche Personennahverkehr im Stadtgebiet verbessert werden. „Die neue Trasse bringt nur dann Entlastung, wenn auch alle flankierenden Maßnahmen umgesetzt werden“, mahnt Planer Freudl.

Aus Sicht eines Verkehrsplaners die optimale Lösung

Er betont aber, dass diese Variante der K-L-Trasse lediglich aus Sicht eines Verkehrsplaners eine optimale Lösung darstellt. Eine abschließende Entscheidung sei nur durch eine vertiefende Untersuchung möglich, die auch ökologische Aspekte und Konflikte mit Nachbargemeinden berücksichtigt.

Bürgermeister Jörg Rotter will einen runden Tisch zur Verkehrsentlastung Urberach einberufen, sobald die Corona-Krise ausgestanden ist. An ihm sollen außer Politikern Vertreter der Anwohnerinitiativen „Naturnahes Urberach“ und „Verkehrsentlastung Rödermark“ sitzen. Rotters Appell: „Wir müssen mit einer Stimme sprechen. Selbst die Kommunalwahl 2021 darf nicht zur Profilierung dienen. Sonst haben wir keine Chance!“  

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